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Der Hockenheimer Nicolai Kraft gewinnt das zweite Rennen in Frohburg

Nach zehn Läufen hat Johann Flammann mit sechs Saisonsiegen 219 Punkte, Zweiter ist Nicolai Kraft mit 170 vor Felix Klinck mit 157 Zählern.

Suzuki-Pilot Nicolai Kraft aus Hockenheim gewann in Frohburg das zweite Rennen und feierte seinen dritten Saisonsieg (Foto Hermann Rüger)

Suzuki-Pilot Nicolai Kraft aus Hockenheim mit dem Siegerpokal (Foto Hermann Rüger)

Frohburg/Hockenheim. Beim 58. Internationalen Frohburger ADAC-Dreiecksrennen hat Motorradrennfahrer Nicolai Kraft aus Hockenheim das zweite Rennen im Twin-Cup gewonnen. Der Suzuki-Pilot erzielte im ersten Training die fünftschnellste Zeit, Schnellster war Johann Flammann (Kawasaki). Da es im zweiten Training regnete nahmen die meisten Fahrer nicht teil. Beim ersten Rennen am Samstag auf dem 4,78 km langen Straßenkurs setzten sich die zwei Kawasaki-Piloten Flammann und Kevin Wüst gleich ab und Flammann siegte nach zehn Runden mit 3,349 Sekunden Vorsprung vor Wüst. Dahinter gab es einen Dreikampf um den dritten Platz, den dann Justin Hänse (Yamaha) belegte. Vierter wurde Felix Klinck (Kawasaki) aus Ketsch knapp mit 0,436 Sekunden vor Nicolai Kraft, der auf den Sieger 13,525 Rückstand hatte.

Nach dem Rennen sagte der 23-jährige Kraft: „Ich ging mit einem nicht so guten Gefühl in das erste Rennen am Samstag. Ohne Regentraining ging es auf einer Strecke, mit viel weißen Linien und Pfeilen aus dem Straßenverkehr, ins Rennen. In der Anfangsphase legten Johann Flammann und Kevin Wüst direkt ein schnelles Tempo vor, bei dem Justin Hänse, Felix Klinck und ich passen mussten. Es war also ein Dreikampf um den 3. Platz. Ich hielt mich nach nur einem Überholversuch, der gekontert wurde, sehr zurück, denn mein Kopf war natürlich auf so einer Strecke in solchen Bedingungen mit dabei. In der letzten Runde kam ich dann aber an Felix Klinck vorbei, der allerdings besser aus der Kurve herauskam und den Platz wieder zurückeroberte. Auch in der letzten Kurve machte er die Tür zu und ich konnte außen herum nicht vorbei und wurde somit Fünfter.“

Das zweite Rennen am Sonntag war dann eines der spannendsten Rennen vom Twin-Cup in dieser Saison, vier Fahrer kämpften bis zum Rennende um den Sieg. Nicolai Kraft setzte sich mit 0,421 Sekunden vor Felix Klinck durch und feierte seinen dritten Saisonerfolg. Die ersten vier Piloten überquerten innerhalb von nur 0,712 Sekunden die Ziellinie. Mit dem vierten Platz von Johann Flammann holte sich der Kawasaki-Pilot den Gesamtsieg im Twin-Cup und wurde Nachfolger von Nicolai Kraft.

Nach dem Sieg sagte Kraft: „Ich kam am Start sehr gut weg und es bildete sich eine Vierer Gruppe, die "Fantastischen Vier". Ich musste direkt am Anfang viel pushen, damit ich den Windschatten der drei Kawasaki-Maschinen nicht verlor, denn sonst wäre der Zug abgefahren. Mir waren zudem die Hände gebunden, denn ich konnte kein einziges Mal aus dem Windschatten heraus vorbeifahren. Somit musste ich auf der Bremse wieder 110 % geben, um ein Überholmanöver zu starten. Dies gelang mir auch ein paar mal, aber auf der Gerade kam immer wieder ein Konter. In der drittletzten Runde schaffte ich es sogar die Führung zu übernehmen, jedoch flogen alle drei wieder auf der nächsten Gerade an mir vorbei. In der vorletzten Runde, letzte Kurve, kam dann mein Bremsmanöver des Jahres, denn ich schaffte es von Position vier auf eins in nur einer Kurve. Ich führte also die letzte Runde an, jedoch flogen die Kawas wieder an mir vorbei und ich lag von 1 auf 4. Es gab jetzt nur noch vier Möglichkeiten zum Überholen und ich konnte mich in jeder Kurve an einem Fahrer vorbeibremsen, sodass ich es von Platz vier auf  eins in drei Kurven schaffte und den Sieg einfahren konnte. Ich glaubte es kaum. Als einziger Fahrer gelang es mir, die Kawasaki-Piloten zu bezwingen. Es war ein wahnsinniges Rennen von allen Beteiligten und die Resonanz der Zuschauer war unglaublich! Wenn mir jemand nach meinem schwierigen 5. Platz im Qualifying mit 2,5 Sekunden Rückstand gesagt hätte "du gewinnst das Ding", hätte ich das wohl nicht geglaubt. Aber ich habe es tatsächlich geschafft! Auf einer Road Racing Strecke mit 80 % Vollgasanteil, Geradeaus und nur wenig Kurven hatten die Kawasakis den Topspeed-Vorteil, so waren auch drei Fahrer auf Kawasaki immer in den Top Vier, und ich am verzweifeln.“

Nach zehn Läufen hat Johann Flammann mit sechs Saisonsiegen 219 Punkte, Zweiter ist Nicolai Kraft mit 170 vor Felix Klinck mit 157 Zählern.

„Nun freue ich mich auf das große Finale jetzt am Wochenende auf dem Hockenheimring (25.-26.09.) und auf die ein oder andere persönliche Unterstützung vor Ort, denn es sind Zuschauer erlaubt! Das erste Rennen wird bereits am Samstag um 14.50 Uhr gestartet, der zweite Lauf ist dann am Sonntag um 16.10 Uhr.“ Weitere Informationen gibt es unter www.hockenheimring.de.

Text Michael Sonnick