1. FC 08 Haßloch enttäuscht in Weisenheim

Dämpfer im Abstiegskampf

So eine starke erste Hälfte wie gestern Nachmittag im Heimspiel der Abstiegsrunde der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz gegen den 1. FC 08 Haßloch sahen die Anhänger des SV Weisenheim am Sand in dieser Saison noch nicht. Die Begegnung war bereits nach 19 Minuten entschieden, denn zu diesem Zeitpunkt führte der SVW bereits mit 4:0. Danach ließen die Gastgeber zwar etwas nach, durften sich am Ende aber über einen 4:1-Sieg freuen.

"Wir haben in den ersten 35 Minuten einfach klasse gespielt", stellte Weisenheims Trainer Sebastian Dumont nach dem Abpfiff zufrieden fest. Vor dem Spiel hatten die Haßlocher Fans den SVW-Coach, der vor seinem Amtsantritt in Weisenheim die A-Junioren und die Frauenmannschaft des 1. FC 08 trainiert hatte, noch herzlich begrüßt, aber danach war bei ihnen kein Lächeln mehr zu entdecken. Völlig frustriert traten sie die Heimreise an, denn nach dem 4:0-Heimsieg gegen den ASV Maxdorf war eine so schwache Leistung nicht zu erwarten.

Die Gäste, die als Tabellenzweiter nach Weisenheim gefahren waren, enttäuschten lange. So kamen sie bis zu Till Willems platzierten Weitschuss ins linke obere Eck zum 1:4- Halbzeitstand (43.) kaum einmal gefährlich vor das Weisenheimer Tor.

Die 1:0-Führung gelang Rainer Stork, dem einzigen SVW-Spieler mit Haßlocher Vergangenheit. In der dritten Minute zog der Weisenheimer Stürmer, der in Haßloch den Sprung von den A-Junioren in die damals noch der Verbandsliga Südwest angehörenden Ersten Mannschaft geschafft hatte, von links aus spitzem Winkel ab. Sieben Minuten später verwertete Innenverteidiger Pascal Groh ein Zuspiel von Patryk Zajac zum 2:0. Zajac bereitete auch das 3:0 vor, indem er den Eckball ausführte, nach dem Heisel per Kopfball traf (17.). Adam Kolonko ließ dann zwei Minuten danach das 4:0 folgen.

08-Spielertrainer Ryan Allen, der in der ersten Hälfte als einziger Haßlocher noch eine akzeptable Leistung bot, reagierte darauf mit Auswechslungen. Immerhin gelang es seiner Mannschaft mit zunehmender Spieldauer, die Gastgeber zurückzudrängen. In der Hauptrunde war es ihr auch schon einmal gelungen, einen Vier-Tore-Rückstand aufzuholen, als sie zu u Hause gegen die VTG Queichhambach nach 0:4-Halbzeitstand noch ein 4:4 erreichten.

Die Haßlocher hatten in der Tat nach der Pause auch noch mehrere gute Chancen, um den Rückstand zu verkürzen, scheiterten aber dabei meistens am sicheren SVW-Torwart Janik Schäfer. Ein großes Plus der Weisenheimer im Abstiegskamof ist sicher, dass sie über drei gleichwertige Torhüter verfügen. Dass sein Team zunehmend unter Druck geriet, störte Dumont nicht. "Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeitpause gesagt, dass wir uns in der zweiten Hälfte darauf einstellen müssen," ließ er wissen.

Völlig unnötig war die Tätlichkeit von Bernd Lindenau in der Nachspielzeit, die diesem eine Rote Karte einbrachte. "Ich wurde zuvor provoziert. Der Schiedsrichter hatte sogar Verständnis für meine Aktion", äußerte sich Lindenau dazu. Am Platzverweis änderte dies jedoch nichts. Der SVW verdrängte seinen Gegner durch den Sieg vom zweiten Rang.

So spielten sie:

SV Weisenheim am Sand:

Schäfer - Lindenau, Groh, Terzi, Kiefel (67. Kiefel) - Zajac (83. McCarty), Kolonko (51. Manß), Emig, Heisel - Löffel, Stork (80. Gahn)

1. FC 08 Haßloch:

Lützel - Walburg, Obenaus (29. Sahin), Dietrich, Lambert (18. Olbrich) - Berac, Faust, Allen, Lintz, Matrorocco (77. Klesse)  - Willem

Tore: 1:0 Storck (3.), 2:0 Groh (14.), 3:0 Heisel (17.), 4:0 Löffel (27.), 4:1 Willem (44.); Gelbe Karten: Kolonko, Terzi (beide Weisenheim); Rote Karte: Lindenau (Weisenheim, 90.+3); Beste Spieler: Zajac, Heisel - Allen; Zuschauer: 120; Schiedsrichter: Njoya (Mannheim)

Text und Bild: jh.