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Sport-Nachrichten

Wir wollen in jedem Spiel gewinnen! Aber von Aufstieg ist nicht die Rede!

Dr. Robert Becker

Ketsch. Der Pressebär sprach mit Dr. Robert Becker, geschäftsführender Gesellschafter der Sport- und Marketing-GmbH und ‒ gemeinsam mit Tom Löbich ‒ sportlicher Leiter der KURPFALZ BÄREN.

Die Bären-Ladies machen in der zweiten Handball-Bundesliga gerade Furore und sind seit drei Spieltagen Spitzenreiter. Träumt man in Ketsch vom Aufstieg in die erste Liga?

Vom Traum zum Alptraum ist es oft nicht weit! (lacht). Wir haben gerade im Führungskreis der Bären über die Erwartungen und Hoffnungen in unserem Umfeld gesprochen. Es läuft im Augenblick tatsächlich alles super bei uns, da jetzt auch unser Juniorteam in der dritten Liga Anschluss an das Mittelfeld gefunden hat. Das freut uns genauso wie der derzeitige Tabellenplatz der Ersten. Wenn man aber genau hinschaut, gebührt diese Ehre eher Buchholz/Rosengarten, die einen Minuspunkt und ein Spiel weniger als wir auf dem Konto haben. Und die beiden krachenden Niederlagen gegen diese Spitzenmannschaft in der Liga und im Pokal sagen eigentlich alles über realistische Ambitionen aus.

Viele sagen, in Ketsch betreibt man bewusst Understatement, um am Schluss nicht zugeben zu müssen, dass man das Saisonziel verfehlt hat. Wie siehst du das?

    Ich finde das amüsant. Als wir im letzten Jahr aufgestiegen sind, haben uns die meisten der selbsterklärten Experten auf den Abstiegsplätzen eingereiht. Nach dem Abgang von Lena Ebel und Yvonne Rolland wurde gefordert, dass wir dringend Verstärkung brauchen. Jetzt hat unsere Mannschaft bereits 7:1 Auswärtspunkte und 6:2 Heimpunkte erreichen können, und schon schießen die Prognosen wieder ins Kraut. Wir bleiben in Ketsch ganz einfach auf dem Teppich. Wir haben keine Verletzungen zu beklagen, und die Mannschaft ist unter der Führung von Katrin Schneider in einer großartigen Verfassung. Doch es werden auch wieder schlechtere Zeiten und Niederlagen kommen. Dann werden wir genauso gelassen bleiben wie im Augenblick.

    Warum ist die erste Liga kein Thema in Ketsch?

    Am Beispiel der in den letzten Jahren aufgestiegenen Mannschaften aus Neckarsulm, Nellingen, Bensheim und Rödertal kann sich jeder Realist klarmachen, was uns erwarten würde. Wir möchten uns erst einmal in der zweiten Liga etablieren und dort eine gute Rolle spielen. Im Augenblick fehlen uns die Grundvoraussetzungen hinsichtlich zeitlicher Verfügbarkeit der Spielerinnen und Trainingsmöglichkeiten. Unsere derzeitigen Zielkriterien richten sich auf einen attraktiven Handballstil für Fans und Zuschauer, gute Stimmung in allen unseren Mannschaften, viel Spaß für alle Handballerinnen in Ketsch und eine gesunde Finanzpolitik. Dafür sorgt auch mein Geschäftsführerkollege Adrian Fuladdjusch, der sehr engagiert und kompetent das Tagesgeschäft leitet und auch Trainer unseres Juniorteams in der dritten Liga ist.

               

    Welche Rolle spielt das Juniorteam der Bären?

    Ganz wichtig für uns ist es, durch eine fundierte Ausbildung im Junioren- und Jugendbereich und einem einheitlichen Spielsystem, unseren Talenten jedes Jahr die Chance zum schnellen Sprung in eine unserer Damenmannschaften zu geben. Daher ist auch unsere „Zweite" keine Reservemannschaft, da sie eng mit der „Ersten" verknüpft ist. Spielerinnen, die in der zweiten Bundesliga weniger Spielanteile erhalten oder sich schon in den Jugendmannschaften auszeichnen, sind keine Gäste, sondern gesetzte Spielerinnen im Juniorteam.

    Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen!

    Text und Bild: Kurpfalz Bären