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Sport-Nachrichten

„Silberne Sterne des Sports“: RG Speyer beim Bundesfinale in Berlin dabei

„Kleiner Stern in Silber“ für FC Ente Bagdad/Vitesse Mayence aus Mainz und FC Kirchweiler aus der Eifel / Preisgelder in Höhe von 6.500 Euro vergeben

„Silberne Sterne des Sports“: RG Speyer beim Bundesfinale in Berlin dabei

Mainz/Speyer. Die Rudergesellschaft Speyer 1883 hat mit ihrer Initiative „GRIT“ den „Großen Stern in Silber“ 2020 in Rheinland-Pfalz gewonnen und sich damit fürs Bundesfinale qualifiziert. Die Volksbanken Raiffeisenbanken in Rheinland-Pfalz und der Landessportbund haben wieder ein halbes Dutzend Sportvereine ausgezeichnet und ihnen damit Dank und Anerkennung für sportlich und gesellschaftlich wichtige Initiativen mit Vorbildcharakter gezollt.

In diesem Jahr stand der bundesweite Wettbewerb „Sterne des Sports“ ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Zur Eindämmung des Coronavirus mussten bereits in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche Preisverleihungen für die „Sterne des Sports“ in Bronze auf Ortsebene abgesagt werden. Auch die feierliche Preisverleihung der „Sterne des Sports“ in Silber, die üblicherweise im festlichen Rahmen in der Mainzer Staatskanzlei stattfindet, wurde abgesagt. Die Übergabe der Preise erfolgt deshalb in den nächsten Tagen bei den Vereinen und ihren Partnerbanken vor Ort.

Träger des „Großen Stern des Sports“ in Silber 2020 und damit Landessieger ist nach der Entscheidung der Jury die Rudergesellschaft Speyer 1883 mit ihrer Initiative „GRIT“. Als Landessieger hat sich der Verein damit fürs Bundesfinale in Berlin qualifiziert. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Bewerbung wurde eingereicht bei der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz eG. Hintergrund: 135 Jahre lang war die Rudergesellschaft Speyer 1883 ein von Männern dominierter Verein. Dann kam 2018 das Umdenken und die Initiative „GRIT – mit Hartnäckigkeit und Leidenschaft sind Mädchen erfolgreich". GRIT basiert auf der Annahme, dass Menschen, die durch (sportliche) Herausforderungen, (Selbst-)Coaching und gesellschaftliches Engagement Selbstbewusstsein entwickeln, ihr Leben erfolgreicher gestalten als andere. Die These geht auf die amerikanische Neurowissenschaftlerin und Psychologin Angela Duckworth zurück. Für den Verein bot sich mit GRIT die Chance, seine Strukturen zu erneuern, mehr Mädchen und Frauen für das Rudern zu begeistern und an sich zu binden. Das Konzept ging auf: Heute ist der ganze Verein vielfältiger und erfolgreicher geworden. Die beteiligten Mädchen trauen sich mehr zu, haben bessere Noten und sind sozial engagiert.

Über einen „Kleinen Stern in Silber“ und 1.500 Euro Preisgeld kann sich die Vereinsführung vom FC Ente Bagdad / Vitesse Mayence als Zweitplatzierter freuen. Hass, Rassismus und Antisemitismus kontern die Mainzer mit ihrer Initiative „Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt". Mit Sorge beobachten sie, dass rechtsradikale Anschläge zunehmen und der Antisemitismus wächst. Mit diversen Aktionen engagiert sich der Verein dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Im Januar gab es ein Erinnerungsfußballturnier mit Gruppen, die in der NS-Diktatur verfolgt wurden – Juden, Sinti und Roma sowie Homosexuelle. Regelmäßig organisiert der Verein Gedenkreisen nach Auschwitz/Birkenau und zuletzt auch nach Israel. Das Credo des Vereins: Wenn andere die Erinnerungsarbeit mit Füßen treten, müssen Sportvereine aufstehen und ihre Stimme erheben.

Ebenfalls ein „Kleiner Stern in Silber“ und ein Preisgeld von 1.000 Euro ging an den FC Kirchweiler. „Wir sind der FC Kirchweiler – auf dem Weg zur Vision 2025“ heißt die Devise, die der junge Vorstand ausgegeben hat. Er sucht nach Wegen, wie er die Zukunft des Vereins in eine positive Richtung lenken und auf Herausforderungen wie den demografischen Wandel oder die Corona-Krise reagieren kann. Alle im Ort sind eingeladen, gemeinsam eine „Vision 2025“ zu entwickeln – das Jahr, in dem der Verein sein hundertjähriges Bestehen feiert. Im Herbst 2019 gab es beim FC Kirchweiler die erste Zukunftskonferenz. In diesem Herbst will man die Ziele für die „Vision 2025" bei einer Folgekonferenz endgültig definieren. Die Initiative wird vom Förderprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung „MITEINANDER REDEN. Gespräche gestalten – Gemeinsam handeln" finanziell unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

„Die ´Sterne des Sports` werden seit 2004 jährlich an Vereine verliehen, die sich gesellschaftlich besonders engagieren“, macht Sportminister Lewentz deutlich. „In Rheinland-Pfalz können wir auf eine ausgeprägte Vereinsstruktur bauen und unterstützen diese Auszeichnung für Sportvereine ausdrücklich. Es ist beachtlich, wie die Vielfalt des Sports mit diesem Wettbewerb immer wieder dokumentiert wird.“ Der Gewinn liege nicht nur bei denjenigen, die die Auszeichnung erhielten, „sondern bei uns allen – weil die ausgezeichneten Vereine sich mit außergewöhnlichem Engagement für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft einsetzen“.

Das kann Christof Palm, kommissarischer Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes RLP, nur unterstreichen. „Gerade der Breitensport bietet Möglichkeiten für die gesamte Gesellschaft.“ Das Alter, die Herkunft oder der soziale Status spielten hier keine Rolle. „Häufig steht der Leistungssport medial im Fokus und wird wesentlich stärker bezuschusst, deshalb ist die Förderung des Breitensports und ein Preis wie die Sterne des Sports umso wichtiger“, betont Palm. „Sportvereine halten unsere Gesellschaft zusammen, bauen Brücken und schaffen soziale Strukturen, die auch außerhalb von Familie oder Schule funktionieren.“ Gerade in der Corona-Zeit hätten Vereine durch ihr vielfältiges soziales Engagement gezeigt, dass Verein mehr ist als nur Sport. „Verein steht für Gemeinschaft, für Solidarität, für Miteinander“, weiß Christof Palm. „Großes Engagement des Einzelnen und das Zusammenwirken als Team oder Gruppe ist im Breitensport etwas ganz Besonderes, es zählt das ‚Wir‘ – das verdient Anerkennung und deshalb unterstützen wir die Sterne des Sports nach Kräften.“

Von der neunköpfigen Fachjury um LSB-Vizepräsident Walter Desch mit Förderpreisen und jeweils 500 Euro Preisgeld bedacht wurden die LLG Hunsrück, die Turngemeinde Oberlahnstein 1878 und die Vereinigte Turnerschaft Zweibrücken. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 6.500 Euro vergeben.

Die „Sterne des Sports“ sind eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie zeichnen Sportvereine und ihre vielen ehrenamtlichen Helfer für ihr gesellschaftliches Engagement aus. Mit ihren Angeboten fördern sie Kinder und Jugendliche, tragen zum Schutz der Gesundheit bei, unterstützen Familien oder dienen einem besseren Miteinander. Es sind große Leistungen, die immer noch viel zu wenig öffentliche Anerkennung finden. Die „Sterne des Sports“ würdigen diese. Alle Nominierten für die „Sterne des Sports“ in Silber sind Preisträger des „Großen Stern des Sports“ in Bronze und haben sich somit über einen Sieg auf lokaler Ebene für den Wettbewerb auf Landesebene qualifiziert.

„Sterne des Sports" in Silber 2020 für Rheinland-Pfalz

Rudergesellschaft Speyer 1883 e.V.

135 Jahre lang ist die Rudergesellschaft Speyer 1883 ein Männer dominierter Verein gewesen. Dann kam 2018 das Umdenken und die Initiative „GRIT – mit Hartnäckigkeit und Leidenschaft sind Mädchen erfolgreich". GRIT basiert auf der Annahme, dass Menschen, die durch (sportliche) Herausforderungen, (Selbst-) Coaching und gesellschaftliches Engagement Selbstbewusstsein entwickeln, ihr Leben erfolgreicher gestalten als andere. Die These von der motivierten Beharrlichkeit (GRIT) geht auf die amerikanische Neurowissenschaftlerin und Psychologin Angela Duckworth zurück. Für den Verein bot sich mit GRIT die Chance, seine Strukturen zu erneuern, mehr Mädchen und Frauen für das Rudern zu begeistern und an sich zu binden. Das Konzept ging auf: Durch die Kooperation ist der ganze Verein vielfältiger und erfolgreicher geworden. Die beteiligten Mädchen trauen sich mehr zu, haben bessere Noten und sind sozial engagiert. Die Bewerbung für die „Sterne des Sports" 2020 ging an die Vereinigte VR Bank KurRheinpfalz eG.

Landessportbund Rheinland-Pfalz, Presse