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Sport-Nachrichten

Miriam - eine berührende Geschichte aus dem JSV-Familienleben

Gerade während der Coronazeit stellte sich heraus, wer echte Freunde sind

Miriam - ein starkes und tapferes Mädchen

Miriam in Aktion bei ihrem Lieblingshobby

Miriam ganz stolz mit dem Pokal der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Frauen 2019

Speyer. „Freunde kann niemand trennen, Freunde sind nie allein, weil sie eines im Leben kennen, für einander da zu sein“ dieses Lieblingslied von JSV-Mitglied Miriam Ritter wurde in der Coronazeit für die gesamte JSV-Familie mit Leben gefüllt.

Miriam lebt in einer Gruppe der Lebenshilfe Speyer und ist seit 2012 begeisterte Judoka und der größte Fan der JSV-Bundesliga-Teams. Sie kommt zweimal wöchentlich ins Judotraining. Kein Bundesligakampftag findet statt ohne Miriam. Sogar weite Fahrten nach München und Mönchengladbach sind ihr nicht zu viel und sie überrascht die Teams immer wieder durch ihre treue Fan-Unterstützung. 2013 war Miriam für Special Olympic Rheinland-Pfalz Botschafterin für die Landesspiele und durfte das olympische Feuer auf der Bühne anzünden.

Für alle Sportler war der Corona-Lockdown ein Schock, aber für Miriam besonders. Da sie als Risikopatientin in einer Einrichtung lebt, durfte sie das Haus bald nicht mehr verlassen und auch keinen Besuch bekommen. Selbst der Kontakt zu den Eltern ging nur über Telefon. Miriam litt sehr über den fehlenden Kontakt zu ihrer JSV-Familie.

So schrieb sie an Ostern in die JSV-Geschäftsstelle: „Liebe Gerlinde. Mir geht es gut und ich wünsche euch ein frohes Osterfest mit Gottes Segen. Ich würde sehr gerne mit meinen Eltern Ostern feiern, aber ich bin in Quarantäne und ich vermisse meine Eltern, Dich, den Judomaxx und meine Freunde sehr arg und bete zu Gott, ihm kann ich alles sagen, was auf meinem Herzen liegt. Genau so kann ich mit euch reden, darum fühle ich mich im Judoverein frei und beschützt und mir macht das Judo sehr viel Spaß genau wie bei der Judo-Bundesliga zugucken und anfeuern. … Gemeinsam sind wir stark und ich hoffe, dass wir uns gesund wiedersehen können. Euer JSV-Fan Miriam

Dieser Brief berührte in der JSV-Familie viele und löste eine Flut von Briefen, Bildern von Judokindern aus. Eine Mutter bastelte kreative und persönliche Osterkarten für alle unsere JSV-Freunde in der Lebenshilfe, Osternester wurden abgegeben.  Alle zeigten Miriam, das sie nicht vergessen wird. Eine Videobotschaft von unseren Interreg-Partnern aus Luxemburg motivierte Miriam dann zu einem neuen Hobby: Sie drehte selbst eine Videobotschaft, die über unser Interreg-Projekt publiziert wurde. Darauf erhielt Miriam in den ersten drei Monaten täglich Videonachrichten von ihrer Trainingsgruppe, den Trainern, Bundesligaathleten und Eltern.

Aus Speyer, Köln, Sindelfingen, Moosbach, Luxemburg und München kamen Motivationsgrüße, Trainingstipps, persönliche Fitnessanleitungen und Fitnessgeräte. Leon und Ilian (8 und 11 Jahre), französische Judoka, schickten per Video eine Einladung zum Training nach Metz und freuten sich, Miriam als Mitglied der großen internationalen Judofamilie durch das Video kennen gelernt zu haben. Miriam war nun beschäftigt, mit Fitnessübungen und dem Dreh von kreativen Dankvideos.

Als das Judotraining dann Online startete, war Miriam regelmäßig mit dabei, kein Termin wurde verpasst. Sie freute sich über die Möglichkeit mit den Trainern und Judofreunden per Internet zu erzählen und gemeinsam zu trainieren. Nachdem das Training in der Halle wieder starten durfte, kamen allerdings wieder die Tränen. Auch wenn alle anderen inzwischen fast normal im Judomaxx trainieren dürfen, Miriam darf immer noch nicht in das Training kommen. Immerhin darf sie sich nun über Besuche der JSV-Freunde und Familie in der Einrichtung freuen.

Einen Traum wollen ihr die JSV-Freunde im nächsten Jahr erfüllen: Im Rahmen eines Bundesliga-Kampftages möchte sie den Judofreunden zeigen, dass sie in der Coronazeit Judo nicht verlernt hat und auch den Mut hat in der Bundesliga zu kämpfen. Und die Fahrt nach Metz zum Judotraining der französischen Partner wird auf jeden Fall umgesetzt. Die digitalen Möglichkeiten trugen dazu bei, das JSV-Freunde wirklich nicht zu trennen sind. Das sie füreinander da sind, haben sie in diesem Fall eindrucksvoll bewiesen.                                                               

Text und Bild: Gerlinde Görgen


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