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Viele „Speyerer“ bei Bischofsweihe in Würzburg

Bischof Dr. Wiesemann und Speyerer Domkapitel übergeben Reliquie des Seligen Paul Josef Nardini und Bischofsstab des verstorbenen Speyerer Weihbischofs Ernst Gutting

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (links), Domdekan Dr. Christoph Kohl und Domkapitular Peter Schappert (leicht verdeckt) übergeben den Bischofsstab des verstorbenen Speyerer Weihbischofs an Dr. Franz Jung (rechts).

Würzburg. Als am Sonntag im voll besetzen Kiliansdom in Würzburg der langjährige Speyerer Generalvikar Dr. Franz Jung zum Bischof geweiht wurde, waren unter den Mitfeiernden auch rund 200 Gläubige und Weggefährten aus dem Bistum Speyer. Neben Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der am Weihegottesdienst als Mitkonsekrator mitwirkte, Weihbischof Otto Georgens und den Mitgliedern des Speyerer Domkapitels waren auch viele Priester, Angehörige, Freunde und Mitarbeitende nach Würzburg gereist, um Dr. Franz Jung bei der Einführung in sein neues Amt als 89. Bischof des Bistums Würzburg persönlich zu begleiten.

„Wir lassen Dr. Franz Jung mit einem weinenden und einem lachenden Auge ziehen“, schrieb der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem Abschiedswort für das Würzburger katholische Sonntagsblatt. „Weinend, da wir ihn, mit seinen vielen von Gott geschenkten Talenten, gehen lassen müssen, und lachend, weil wir wissen, dass er gerade aufgrund dieser Fähigkeiten von Gott in das Amt des Bischofs von Würzburg berufen wurde.“ Er wünsche ihm für seine neue Aufgabe Gottes reichen Segen: „Fest verankert in Gott und im fränkischen Boden und gestützt durch viele Gebete kann das Wirken von Dr. Franz Jung, so meine tiefe Überzeugung, fruchtbar für die Diözese Würzburg werden.“ Bei einem Empfang im Würzburger Burkardushaus überreichten Bischof Wiesemann und das Speyerer Domkapitel an Franz Jung eine Reliquie des Seligen Paul Josef Nardini und den Bischofsstab des verstorbenen Speyerer Weihbischofs Ernst Gutting als Ausdruck der Verbundenheit.

Speyerer Stimmen zur Bischofsweihe in Würzburg

Zu den Mitfeiernden im Kiliansdom zählten auch zahlreiche Mitglieder des Ordens der Ritter zum Heiligen Grab von Jerusalem, dem auch Dr. Franz Jung angehört. „Seine geistlichen Beiträge haben uns immer sehr beeindruckt“, berichtet Dr. Wolfgang Simon von der Komturei Speyer-Kaiserslautern. „Er vereint auf glückliche Weise die Fähigkeit zur Leitung und Organisation mit einer weiten theologischen und geschichtlichen Bildung und einer tiefen Spiritualität.“ Für Bettina Steiger, Mitarbeiterin des Domkapitels, war die Mitfeier des Weihegottesdienstes ein „einmaliges Erlebnis“. Sie hat sich zur Fahrt nach Würzburg entschieden, da sie es wichtig findet, dass an diesem besonderen Tag auch die ehemalige Dienstgemeinschaft des Bistums Speyer dabei ist. Pfarrer Ralf Feix, zuständig für die Berufungspastoral und die Ministrantenseelsorge im Bistum Speyer, versteht seine Teilnahme an der Bischofsweihe als Ausdruck der Dankbarkeit, der Wertschätzung und des Respekts. „Das Berufen-Werden in das Amt des Bischofs ist eine besondere Form der Berufung.“ Franz Jung habe aus seiner Sicht das geistliche Leben immer an erste Stelle gesetzt und dem Bistum Speyer zugleich mit hoher Sachkompetenz gedient.

Christine Lambrich, Dozentin für Pastoraltheologie am Speyerer Priesterseminar, hat die liturgische Gestaltung des Gottesdienstes als sehr stimmig und passend auf die Person von Franz Jung hin empfunden. „Wir sind in den vergangenen Jahren viele Wege miteinander gegangen. Zum Abschiednehmen in Wertschätzung und Dankbarkeit gehört für mich auch, dass ich heute in Würzburg dabei bin.“ Als besonders bewegend hat sie empfunden, dass beim Weihgebet das Evangelienbuch über den Kopf des Kandidaten gehalten wurde. „Es bringt für mich das Behütetsein durch das Evangelium zum Ausdruck.“ Ähnlich hat es Pastor Dr. Jochen Wagner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest, erlebt: „Das Evangelium über dem Kopf verdeutlicht Schatz und Schutz der Botschaft Jesu.“ Die ökumenische Verständigung vollzieht sich nach seiner Erfahrung nicht nur in schriftlichen Dokumenten und Gesprächen, sondern auch im Mitfeiern der Liturgie der jeweils anderen Konfessionen. „Diese Eindrücke eröffnen einen besonderen Zugang und eine neue Welt.“

Vorschlag für Bildunterschrift zum Bild „Übergabe“: Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (links), Domdekan Dr. Christoph Kohl und Domkapitular Peter Schappert (leicht verdeckt) übergeben den Bischofsstab des verstorbenen Speyerer Weihbischofs an Dr. Franz Jung (rechts).