Peter und Paul im Dom zu Speyer

Am Mittwoch, den 29. Juni, wird in einem Kapitelsamt mit Vesper den Aposteln Petrus und Paulus gedacht

Unter den Altären in der Krypta ist auch einer dem Apostel Petrus geweiht © Domkapitel / Andreas Glettner

Speyer. Das Fest zu Ehren der beiden Apostel Peter und Paul hat eine lange Tradition und war bis in das 19. Jahrhundert auch ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Petrus als Fels der Kirche und erster Papst bildet eine wichtige Grundlage für die katholische Kirche: „[…] Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelsreichs geben […]“ (Mt 16, 18-19). Am Mittwoch, 29. Juni, findet am Gedenktag der beiden Apostel um 18 Uhr ein Kapitelsamt mit Vesper mit Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer im Dom zu Speyer statt. Musikalisch begleitet wird das Fest von Kantorengesängen und der Paulus-Messe von Heino Schubert.

Zum Hintergrund: Zwei wichtige Säulen der katholischen Kirche

Peter und Paul ist ein Hochfest zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus. Es findet jedes Jahr am 29. Juni statt. An diesem Tag wurden die Reliquien der Apostel aus ihren Gräbern in die Sebastians-Katakombe gebracht, wo sie im Geheimen verehrt wurden. Der römische Kaiser Valerian hatte nämlich im Jahr 257 im Zuge der Christenverfolgungen verboten, die Apostel an ihren Gräbern zu verehren. Denn Petrus und Paulus stellen zwei wichtige Säulen der katholischen Kirche dar.

Petrus, ein Fischer aus Bethsaida in Galiläa, wurde als einer der ersten zu Jesus Jüngern berufen. Er gilt als Gründer und Oberhaupt der Kirche Roms und wird dementsprechend als der erste Papst angesehen. In den Evangelien wird Petrus zudem als einer der ersten Zeugen der Auferstehung Jesu Christi genannt. Daraufhin verkündete er gemeinsam mit den anderen Jüngern die frohe Botschaft in der ganzen Welt. Er starb in Rom unter Kaiser Nero den Märtyrertod, vermutlich im Jahr 64 oder 67.

Paulus ist für seinen Wandel vom Christenverfolger zum Apostel bekannt. Das Damaskuserlebnis erzählt von seiner Begegnung mit dem auferstandenen Christus während einer Reise nach Damaskus. Vor diesem Erlebnis wird Paulus in der Apostelgeschichte stets Saulus genannt. Nach seiner Bekehrung – vom Saulus zum Paulus – war Paulus als Missionar tätig. Er starb im Jahre 67 vermutlich ebenfalls den Märtyrertod. Die Überlieferung besagt, dass er unter der Regierung Neros an der Via Laurentina mit dem Schwert enthauptet wurde.

Die älteste Feier des Festes Peter und Paul wird auf 354 n. Chr. datiert. Die Bedeutung von Peter und Paul für die Ostkirchen zeigt sich heute daran, dass der Feiertag das Ende des Apostelfastens markiert, welches eine Woche nach Pfingsten beginnt. Rund um Peter und Paul existieren viele Bauernregeln, welche die Bedeutung des Festes im Jahr der Landwirte zeigen. Da ab dem späten Juni die Ernte vieler Früchte und Getreide ansteht, verweisen die Regeln auf die Wichtigkeit des guten Wetters.

Text: Bistum Speyer