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Offizielle Beauftragung für den Religionsunterricht

31 Frauen und Männer erhalten im Bistum Speyer die Missio Canonica - Fach Religion eine Herzensangelegenheit

31 Frauen und Männer erhalten im Bistum Speyer die Missio Canonica - Fach Religion eine Herzensangelegenheit

Speyer. 31 Frauen und Männer haben am Freitag in Speyer die offizielle kirchliche Beauftragung (Missio canonica) zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichts im Bistum erhalten. In Gesprächen wird deutlich: Für diese Lehrerinnen und Lehrer ist das Fach Religion eine Herzensangelegenheit. Sie schätzen es, Kindern und Jugendlichen Werte zu vermitteln, mit ihnen über religiöse Fragen zu diskutieren und zu der persönlichen Entwicklung der Mädchen und Jungen beizutragen. 

„Religionsunterricht bietet eine gute Basis für Wertevermittlung“, meint Simone Müller-Bleh. Die 46-Jährige unterrichtet an der Südschule im saarländischen St. Ingbert Grundschüler. Das Fach Religion lehre Hilfsbereitschaft, Teilen, Verantwortung zu übernehmen und es könne dazu beitragen, dass sich die Kinder von Gott getragen fühlen. Es biete außerdem Spielraum, über Erlebnisse und Erfahrungen der Kinder nachzudenken, benennt sie weitere Besonderheiten. 

Stefan Moos drückt seine Begeisterung für das Fach so aus: „Ich denke, Religionsunterricht unterscheidet sich von anderen Fächer, weil er lebt.“ Der 27-Jährige arbeitet an der Friedrich-Schiller-Realschule plus in Frankenthal und sieht das Lebendige in den vielen Gesprächen. Die drehen sich um Probleme und Nöte der Schüler bis hin zu kritischen Nachfragen zu Kirche und Glauben. Damit lernten Schüler zu diskutieren, sich eine Meinung zu bilden und ethische Wertebilder zu schaffen und eigneten sich nicht nur reines Faktenwissen an. 

Für Judith Moos ist das Fach Religion nicht nur spannend, sondern auch Grundlage unserer Kultur. Viele Schüler wüssten nicht, warum wir Feste im Jahreskreis feiern, hat die 30-Jährige beobachtet, die am Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler tätig ist. So vermittelt sie im Religionsunterricht auch Hintergrundwissen. Das Fach sei auch wichtig, um sich mit Religion auseinanderzusetzen und Berührungspunkte mit Kirche zu schaffen – zumal in den meisten Elternhäusern keine Religion mehr vermittelt werde. Beim Abitur verfügten die jungen Frauen und Männer über den „Höhepunkt ihres religiösen Wissens“, falls sie sich nicht in diese Richtung weiterbewegen, macht Judith Moos deutlich.  

In die Richtung weiterbewegt hat sich Isabel Lehmann. Als Schülerin begeisterte sie der Religionsunterricht so sehr, dass sie sich für ein Lehramtsstudium mit den Fächern Geschichte und Theologie entschied. Heute arbeitet die 30-Jährige an der berufsbildenden Anna-Freud-Schule, wo unter anderem Erzieher ausgebildet werden. Ihnen gibt sie zum Beispiel mit, wie sie später in ihrem Beruf religiöse Aktivitäten umsetzen können. 

Mit 31 Pädagogen haben dieses Mal vergleichsweise wenige die Missio canonica erhalten. Sonst seien es 50 bis 60, erläutert Birgitta Greif, Studiendirektorin im Kirchendienst und im Bischöflichen Ordinariat zuständig für die Ausbildung von Religionslehrern. Hinter der geringen Zahl in diesem Jahr stecke kein mangelndes Interesse, versichert sie. Grund sei das Ausbildungsende im Studienseminar, das dieses Mal hinter der Missio-Überreichung liege. 

Gut die Hälfte der diesjährigen Missio-Kandidaten ist an Grundschulen tätig, jeweils ein Viertel an Realschulen und Gymnasien, vereinzelte an Förder- und berufsbildenden Schulen. Vier aus dem Kreis sind Religionslehrer im Kirchendienst, das bedeutet, sie sind bei der Diözese angestellt, unterrichten aber an staatlichen Schulen. 

Die Missio-Kandidaten verbrachten einen ganzen Tag in Speyer. Nach der Begrüßung stand eine Domführung auf dem Programm, anschließend das gemeinsame Mittagessen. Dann gaben sich Gratulanten ein Stelldichein, darunter Fachleiter aus den Studienseminaren, Vertreter der Lehrerverbände, der Schulabteilung im Bischöflichen Ordinariat und der staatlichen Schulaufsicht. 

Gemeinsam mit ihren Angehörigen und Freunden feierten die 31 Lehrer in der Kirche des Priesterseminars Gottesdienst, den Domdekan Christoph Kohl zelebrierte. Nachdem sie das Glaubensbekenntnis abgelegt hatten, erhielten sie die Missio canonica. Nach dem Gottesdienst klang der Tag bei Wein und Brezeln aus. 

Text und Foto: Yvette Wagner