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Eisenkeil stürzt aus Domgewölbe

Sicherungselement wird selbst zum Sicherheitsrisiko

Der 6 mal 7 Zentimeter große und 329 Gramm schwere Eisenkeil

Speyer. Am Dienstagmorgen gegen 7:30 Uhr, am Ende der Frühmesse, schlug ein Eisenkeil auf dem Boden des Speyerer Doms ein. Der Keil hat sich, nach dem ersten Urteil von Dombaumeisterin Hedwig Drabik, wohl in großer Höhe aus dem letzten romanischen Gurtbogen über dem Mittelschiff gelöst. Der 6 mal 7 Zentimeter große und 329 Gramm schwere Eisenkeil prallte kurz vor den Stufen zum Pfarraltar auf den Boden, einige Meter neben den Opferkerzenständern. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Eine erste Maßnahme war die Sperrung des Bereichs.

Dombaumeisterin Hedwig Drabik erklärt: „In einem Bogen stützen sich die Steine idealerweise gegenseitig, wenn es jedoch, etwa bei Temperaturschwankungen oder Bauwerksbewegungen zu Spannungen kommt, können  Lücken entstehen. An dieser Stelle steht das Gebäude bedingt durch die Baunaht zwischen romanischem und im Barock wiederaufgebaufbauten Teil ohnehin unter besonderer Spannung. Keile wie dieser wurden wohl im Rahmen von Sicherungsmaßnahmen der Barockzeit eingesetzt, damit der Kraftschluss wiederhergestellt wird. Sie sind daher auch normalerweise nicht sichtbar.“ Zusammen mit einem Experten wurde der Gurtbogen und die daran anschließenden Pfeilerrücklagen und Säulenvorlagen direkt nach dem Zwischenfall mit einem Fernglas optisch begutachtet. Nachfolgend werden in jedem Fall Untersuchungen mit Hilfe eines Hubsteigers notwendig, der bereits angefordert wurde.

Text und Bild: Bischöfliche Pressestelle