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Ein Fach, wo Himmel und Erde sich berühren können

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst hat weiteren Lehrerinnen und Lehrern das Recht auf Unterricht im Schulfach Religion erteilt.

v.l.: Kirchenrat Thomas Niederberger, Pfarrer Rainer Huy und Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst mit den neuen Religionslehrerinnen und -lehrern

Landau. 32 Lehrerinnen und vier Lehrer haben die Bevollmächtigung zur Erteilung des Religionsunterrichtes erhalten. Bei der Urkundenübergabe in Landau wandte sich Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst mit Worten des Dankes und der Ermutigung an die jungen Lehrkräfte. Der Religionsunterricht sei wertvoll auf dem Weg persönlicher Entwicklung und leiste einen wichtigen Beitrag zum Freiheits- und Demokratieverständnis junger Menschen. „Mit unserem Religionsunterricht erreichen wir täglich Tausende von Kindern und Jugendlichen in ihrer je eigenen Suchbewegung nach Identität, nach Position, nach Orientierung“, sagte die Kirchenpräsidentin.

Religionsunterricht sei ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche erleben könnten, dass sie als ganzer Mensch, als eigene Persönlichkeit wahrgenommen würden und ihre Individualität Raum haben dürfe. „Mit allem, was dazu gehört. Nicht nur dem Schönwetter-Gesicht, sondern auch mit ihrer manchmal so gepeinigten Seele“, betonte Wüst. Die Lehrerinnen und Lehrer seien Profis für ein Fach, wo Himmel und Erde sich berühren könnten. Die jungen Menschen hätten in ihnen ein glaubwürdiges Gegenüber mit einem echten Interesse an ihren Fragen und Zweifeln. Schließlich habe niemand die Wahrheit gepachtet und alle seien gemeinsam auf der Suche.

Mit einem Gottesdienst und der Überreichung der Urkunden endete ein intensiver Studientag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich aus jungen Lehrkräften aller Schularten zusammen. Sie befassten sich schwerpunktmäßig mit der inhaltlich-didaktischen Gestaltung des Religionsunterrichts. Thomas Niederberger, Leiter des Amtes für Religionsunterricht in der Landeskirche, schätzt den Erfahrungsaustausch über die Grenzen der Schularten hinweg. Die Kirche verpflichte sich, die Religionslehrer*innen bei ihrer Arbeit durch Beratung, Fortbildung und geistliche Begleitung zu unterstützen.

Hintergrund: Der Religionsunterricht ist in Deutschland laut Grundgesetz ordentliches Lehrfach und damit staatliche Aufgabe. Zugleich gehört er in den Verantwortungsbereich der Kirchen, die nach Maßgabe ihrer Grundsätze über die Ziele und Inhalte des Unterrichtsfachs Religion entscheiden. So beteiligt sich nach dem Willen des Grundgesetzes die Kirche in der Gesellschaft an der Gestaltung von Schule und Bildung.

Mehr zum Thema: http://www.religionsunterricht-pfalz.de/

Text: lk;  Foto: lk/Jahn.