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Der Domhügel von der Antike bis zum Mittelalter

Wissenschaftliches Forum des Dombauvereins lädt am 18. Oktober zu Vortrag über den Domhügel

Speyer. Als langjähriger Bodendenkmalpfleger und früherer Leiter der Außenstelle Speyer der Direktion Landesarchäologie (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz) widmet sich Professor Helmut Bernhard besonders der frühen Geschichte der Pfalz. Im Wissenschaftlichen Forum des Dombauvereins wird er über den „Domhügel von der Antike bis zum Mittelalter“ berichten. Der Vortrag findet am Donnerstag, 18. Oktober, 19 Uhr, im Vortragssaal der Volksbank Kur- und Rheinpfalz Speyer, Bahnhofstraße 19, statt.

Die Topographie der Speyerer Niederterrasse zeigt eine deutlich herausgehobene Nordost-Spitze, die schon seit den vorrömischen Metallzeiten besiedelt wurde. Die besondere Lagegunst wurde dann in der frührömischen Zeit seit etwa 8 v. Chr. durch Militäranlagen genutzt. Zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. begann eine Umwandlung in zivile Wohnbereiche der nunmehrigen Civitashauptstadt Noviomagus. Auf der Südseite des späteren Domes befand sich zivile Wohnhausbebauung seit dem 1. Jahrhundert auf der Nordseite wurden Wohnhäuser hingegen erst im 3. Jahrhundert errichtet.  

Unter Valentinian I. wurde die verkleinerte Reststadt ummauert und mit einer Militärgarnison besetzt. Die zivile antike Bebauung ist im südlicheren Bereich bis zum Ende des 5. Jahrhunderts nachweisbar. Die Umwidmung zu einem sakralen, christlichen Umfeld könnte im 6. Jahrhundert erfolgt sein. Hinweise auf christliche Kultausübung in Räumlichkeiten der spätantiken Festungsstadt – wohl im frühen 5. Jahrhundert – im „Domhügelbereich“ gibt ein Tragaltar, der 1927 auf der Nordseite des Doms geborgen wurde. Für die Frage nach der Lage einer spätmerowingischen bis frühkarolingischen Bischofskirche gibt die rund 30 m lange St. Stephanskirche auf der Südseite der Domhügelspitze einige Hinweise.

Text: is; Foto: Domhügel mit Streifenhausbebauung 2.-3- Jahrhundert nach Christus © H. Bernhard