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Aufruf zur Wahl und Einsatz für Demokratie

Kirchenpräsident und Bischof: Mit der Stimmabgabe die bestmögliche Ordnung unterstützen

Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsident Christian Schad

Speyer.  Zur Teilnahme an den Kommunal- und Europawahlen am 26. Mai haben Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Karl-Heinz Wiesemann in einer gemeinsamen Erklärung die Christen in der Pfalz und der Saarpfalz aufgerufen. Es gelte „die Gestaltungsmöglichkeiten, die sich uns als Einzelne und als Kirchen bieten“, zu nutzen und mit der Stimmabgabe die Demokratie zu stärken. Schad und Wiesemann erinnern daran, dass sich mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik und der Gründung der Europäischen Union eine stabile politische Struktur und Kultur entwickelt habe, die Versöhnung möglich gemacht, den Frieden gesichert und die Freiheit bewahrt habe.

Für Christen sei Europa ein lebendiger Ausdruck des Grundsatzes einer Einheit in Vielfalt, der auch für die Ökumene leitend sei. Europa stelle in Zeiten von Abschottung und Ausgrenzung eine starke Antwort auf Populismus und Extremismus dar. „Wir sind nach Europa gerufen: einem demokratischen Europa mit christlichen Wurzeln, das die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellt und damit nicht nur eine Wirtschaftsunion, sondern vor allem eine Werteunion ist“, erklären Bischof und Kirchenpräsident.

Zugleich verweisen sie auf das am Vortag unter dem Titel „Vertrauen in die Demokratie stärken“ veröffentlichte gemeinsame Wort der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Text thematisiert die Gefahr einer Vertrauenskrise der Demokratie in Deutschland und Europa und richtet sich gegen ein Erstarken populistischer sowie anti-demokratischer Kräfte. In dem ökumenischen Papier werde deutlich hervorgehoben, dass Demokratie auf Sittlichkeit und Anstand aller Beteiligten baue, vom Politiker über Medien- und Verbandsvertreter bis zu jedem einzelnen Bürger. Schad und Wiesemann unterstreichen die im gemeinsamen Wort geäußerte Auffassung, dass die freiheitliche Demokratie zwar keine perfekte Ordnung sei, sich aber als die bestmögliche erwiesen habe, da sie lern- und kritikfähig sei.

Dankbar zeigen sich Bischof und Kirchenpräsident für das Engagement gerade der jungen Generation. Als Beispiel verweisen sie dabei auf den gemeinsamen „Marsch für Demokratie“, zu dem die Evangelische Jugend der Pfalz (EJ) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) auf das Hambacher Schloss eingeladen hatten. Unter dem Titel „Wir lieben unsere Demokratie“, nannten die jungen Christen als Gründe für ihren Einsatz für die Demokratie, dass „sie für Schwache und Benachteiligte eintritt und Menschen, die auf der Flucht sind, Asyl gewährt, den Schutz der freien Meinungsäußerung sichert und ein Gegengewicht ist gegen Hass, Intoleranz und Gewalt“. Beide Jugendverbände unterstützen die Demonstrationen von Schülern „Fridays for future“ und sehen darin ein starkes Signal für eine veränderte Wirtschafts- und Klimapolitik, die den Schutz der Umwelt und die nachhaltige Sicherung der Lebensgrundlagen an erste Stelle setzt.

In beiden Kirchen spielen nach Angaben von Bischof und Kirchenpräsident Angebote der politischen Bildung eine wichtige Rolle. Sie bieten Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Themen, von Fragen der Ethik angesichts globaler Bedrohungen wie Klimawandel und Artensterben bis hin zur Auseinandersetzung mit nationalen und populistischen Strömungen in der gegenwärtigen Politik. So veranstaltet der Caritasverband im Rahmen des Projekts „Zusammenhalt durch Teilhabe – gelegte Demokratie“ zum Beispiel Argumentationstrainings gegen rechtsextreme Parolen. Die Evangelische Arbeitsstelle Frieden und Umwelt fördert die Auseinandersetzung mit friedensethischen Fragen unter anderem durch die Friedensbildung an Schulen und die Unterstützung von Friedensgruppen und Bildungsangebote in Kirchengemeinden.

Der gemeinsame Wahlaufruf zu den Kommunal- und Europawahlen am 26. Mai 2019 ist unter www.evkirchepfalz.de und www.bistum-speyer.de veröffentlicht. 

Hinweis:
Das Gemeinsame Wort „Vertrauen in die Demokratie stärken“ ist als Broschüre in der Reihe „Gemeinsame Texte“ (Nr. 26) erschienen und kann unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen https://www.dbk-shop.de/de/deutsche-bischofskonferenz/gemeinsame-texte/vertrauen-demokratie-staerken sowie auf www.ekd.de unter https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/gemeinsame_texte_26_demokratie_2019.pdf heruntergeladen oder bestellt werden.

Text und Foto: is/lk