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Erinnerung als Versprechen für die Zukunft

Einzigartiges jüdisches Kulturerbe – 2. Band zu SchUM-Städten legt Zeugnisse aus 1.000 Jahren jüdischen Lebens vor.

Worms. Sie waren von zentraler Bedeutung für die jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa zu Beginn des 11. Jhs, denn sie gelten als Geburtsstätten der aschkenasischen religiösen Kultur – die SchUM-Städte Speyer, Mainz und Worms. Der Verbund der jüdischen Gemeinden der drei rheinischen Städte im Mittelalter, genannt nach den drei Anfangsbuchstaben ihrer Namen Schpira, Uarmaisa und Magenza, prägte Kultur, Religion und Rechtsprechung der mittel- und osteuropäischen jüdischen Diaspora nachhaltig. Der gemeinsame Antrag der drei Städte auf Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes bot Anlass, die Quellen und Materialien ihrer jüdischen Geschichte vorzulegen.

Nun ist nach „Leuchte des Exils“ zu Mainz der 2. Band zu Worms „Warmaisa. Klein Jerusalem am Rhein (ET:26.10.20, Nünnerich Asmus Verlag) erschienen.

Die Bild- und Schriftzeugnisse in diesem Band reichen von der erstmaligen Erwähnung jüdischer Ansiedlung im 9. Jahrhundert bis zum Umgang mit der jüdischen Geschichte in der Nachkriegszeit. Die Quellen berichten von der kulturellen Blüte des Judentums, gelungener Integration und Akkulturation, ebenso wie von den Erfahrungen von Leid, Verfolgung und Vernichtung. Zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern in Worms zählt zweifelsfrei der „Heiliger Sand“ genannte älteste jüdische Friedhof Europas. Einer der berühmtesten Gelehrten und Talmudkommentatoren Rabbi Salomon ben Isaak, genannt Raschi lehrte hier im 11. Jahrhundert. Die Bandbreite der Quellen beleuchtet den Facettenreichtum der jüdischen Geschichte in Worms und zeigt den herausragenden Stellenwert jüdischer Kultur für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt. Ergänzt mit über 100 Abbildungen spricht der Band nicht nur die interessierte Leserschaft an, sondern eignet sich mit Unterrichtsmaterialien auf beigefügter CD hervorragend für den Unterricht.

Die Herausgeber und Bearbeiter*innen

Der Historiker Hans Berkessel ist Mitarbeiter am Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz. Er ist Autor von Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen erschienen als Band 1 der SchUM-Städte 2016 im Nünnerich-Asmus Verlag. 2016 wurde Hans Berkessel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Gerold Bönnen, Prof. Dr., leitet das Stadtarchiv und das jüdische Museum in Worms; er ist Honorarprofessor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg. Bönnen ist u. a. Mitglied der Hessischen Historischen Kommission und der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Leiter der AG der Kommunalarchive in Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Roland Graser, Susanne Heiland, Hans-Georg Herrnleben, Sabine Julier, Ilona Simons, Martin Stettner sind Lehrer*innen in Worms und Bearbeiter*innen der Quellen und Arbeitsmaterialien des Bandes.

Warmaisa - Klein-Jerusalem am Rhein
Zeugnisse jüdischen Lebens in Worms
Hans Berkessel (Hrsg.) in Verbindung mit dem Stadtarchiv Worms, mit einer historischen Einführung von Gerold Bönnen

€ 20,00 (D) / € 20,60 (A)
192 Seiten, 101 Abbildungen
21 x 26 cm
gebunden
Mit beigefügter CD
ISBN: 978-3-96176-053-4

Text und Foto: NA-Verlag

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