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Die Erinnerung wieder sichtbar machen

Mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger reinigen Stolpersteine im Landauer Stadtgebiet – Bürgermeister Dr. Ingenthron: Aktion soll im kommenden Jahr wiederholt werden

Landaus Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron beim Reinigen eines Stolpersteins in der Langstraße.

Landau. Mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger aus Landau und der Region sind dem Aufruf von Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron gefolgt und haben rund um den 8. Mai die Stolpersteine im Stadtgebiet gereinigt. „Zum Jahrestag der Kapitulation Nazideutschlands und damit des Endes der NS-Tyrannei am 8. Mai 1945 hatten wir dazu aufgerufen, die in Landau verlegten 271 Stolpersteine zu säubern und auf Hochglanz zu polieren“, fasst Dr. Ingenthron zusammen, der auch selbst zu Schwamm und Politur griff und 29 Stolpersteine reinigte.

„Mit der Aktion wollten wir die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit in unserer Stadt wieder deutlich sichtbar machen und damit stärker im kollektiven Gedächtnis verankern“, erläutert der Bürgermeister. „Und mit großer Freude kann ich sagen, dass sich für sämtliche Stolpersteine Freiwillige zu deren Reinigung gemeldet haben.“ Besonders freue ihn, dass viele junge Menschen sich bereit erklärt hätten, einen oder mehrere Stolpersteine zu reinigen, so Dr. Ingenthron weiter. „Nicht wenige hatten bislang kaum oder keine engeren Berührungspunkte zur Aktion Stolpersteine oder zu unserem Archiv und Museum, das das Projekt in unserer Stadt gemeinsam mit der Stolperstein-Initiative betreut. Das heißt, dass wir auch das Interesse an dem Thema bei einem wachsenden Personenkreis haben wecken können. Von ganzem Herzen danke ich allen Helferinnen und Helfern für dieses großartige Zeichen der Solidarität, des bürgerschaftlichen Engagements und der gelebten Erinnerungskultur.“

Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer koordinierte das Projekt und stellte den Helferinnen und Helfern auch – soweit vorliegend – Biografien der früheren Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens zur Verfügung.

Aufgrund der positiven Resonanz soll die Aktion zum Reinigen der Stolpersteine im kommenden Jahr wiederholt werden. In den vergangenen Jahren hatte es rund um den 27. Januar –  dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und zugleich Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus – Aufrufe gegeben, die Stolpersteine zu reinigen, u.a. von der Linksjugend und vom Verein für Toleranz und Menschlichkeit. Die städtische Aktion soll dieses bürgerschaftliche Engagement nun ergänzen.

Text und Bild: Stadtverwaltung Landau in der Pfalz

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