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Wie zufrieden sind Speyerer Jugendliche mit den Busverbindungen?

Speyer. Weniger überfüllte Busse, eine bessere Taktung und günstigere Bustickets – das wünschen sich Jugendliche in Speyer. Mehr als tausend Jugendliche hatten an einer Onlineumfrage des Jugendstadtrat Speyer zu den Speyerer Busverbindungen teilgenommen. Diese wurde nun ausführlich ausgewertet, wurde bereits im Jugendhilfeausschuss vorgestellt und soll nun auch in anderen Gremien eingebracht werden. Der Jugendstadtrat appelliert an die Stadt, ihre Ergebnisse bei der Ausarbeitung des neuen Nahverkehrsplan zu berücksichtigen.

Mit einer Onlineumfrage wollte der Jugendstadtrat Speyer herausfinden, wie Jugendliche in Speyer die Busverbindungen nutzen, wie zufrieden sie sind und wo Verbesserungsbedarf herrscht. Über tausend Jugendliche nahmen im Zeitraum vom 30. 11. 2020 bis zum 15. 12. 2020 teil – eine starke Beteiligung, die eindeutige Ergebnisse ermöglichte. Auch der Anteil an Jugendlichen, die teilweise lange, persönliche Kommentare schrieben, war groß und zeigte die Dringlichkeit des Themas. Die Umfrage war nicht nur auf regelmäßige Busfahrer*innen beschränkt, außerdem sollten die Teilnehmer*innen entsprechend eines normalen Alltags außerhalb der Pandemie antworten.
„Allgemein wurde deutlich, dass der Bus vor allem für den Schulweg ein viel genutztes Verkehrsmittel von Jugendlichen darstellt. Viele Jugendliche sind auf den Busverkehr angewiesen“, so Annabell Hack, Jugendstadträtin. „Drei Viertel der Teilnehmer*innen würden den Bus sogar gerne noch öfter nutzen“. Wenn der Bus selten oder nie genutzt wird, liegt das laut den Teilnehmer*innen neben persönlichen oft auch an logistischen Gründen, wie Überfüllung, keiner passenden Buslinie und ungünstigen Fahrzeiten, aber auch an den Kosten. Positiv hat sich herausgestellt, das die Busse im großen und ganzen relativ pünktlich sind. Trotzdem ist die Zufriedenheit mit den Busverbindungen zur Schulzeit sehr niedrig. „Hauptprobleme sind für die Teilnehmer*innen die Überfüllung, die Taktung, die Fahrzeiten und die Kosten“, so Ayla Schellenberger, Jugendstadtrat. Besonders zu Stoßzeiten vor und nach der Schule sind laut der Umfrage die Busse sehr überfüllt, was als unangenehm und unsicher empfunden wird. Ungünstige Fahrzeiten und teils große Umwege führen für einige Teilnehmer*innen zu langen Warte- und Fahrzeiten. Generell werden die Bustickets als zu teuer empfunden.

„Lösbar wäre die auffallend große Überfüllung vor und nach der Schule zum Beispiel durch mehr oder größere Busse zu Stoßzeiten“, so Alexander Martirosyan, Jugendstadtrat. „Eine Anpassung der Busfahrzeiten an die Unterrichtszeiten sowie direktere Verbindungen – insbesondere zu den Schulen – würde ebenfalls die Situation verbessern. Auch eine engere Taktung würde das Erreichen von Anschlüssen ermöglichen und den Busverkehr wirklich zu einer alternativen Verkehrsmöglichkeit machen.“ „Allen Jugendlichen sollte ein möglichst unkomplizierter Schulweg gewährleistet werden – und viele sind eben auf einen funktionierenden Busverkehr angewiesen“, fügt Lenya Misselwitz, Jugendstadträtin, hinzu.

Besonders unter der Woche zwischen 15 und 18 Uhr wünschten sich die Jugendlichen mehr Busse, sowie am Wochenende sowohl nachmittags, als auch abends bis mitternachts. Außerdem wurden sich in der Umfrage wettergerechte Bushaltestellen gewünscht. „Günstigere Tickets würde besonders Jugendliche ohne Maxx-Tickets entlasten und dafür sorgen, dass keine Jugendlichen vom sozialen und kulturellen Leben ausgeschlossen sind.“, so Linnea Brand, Jugendstadträtin, zu den Kosten. „Gerade für Oberstufen- und Berufsschüler*innen, aber auch Auszubildende wäre das wichtig, da sie keinen Anspruch auf ein kostenloses Maxx-Ticket haben.“ Die gesamte Auswertung sowie eine Kurzfassung sind auf der Webseite des Jugendstadtrat Speyer (www.jsr-speyer.de) zu finden.

Die Unzufriedenheit der Jugendlichen gerade mit den Schulbusverbindungen hat wenige überrascht, der Busverkehr war auch in vorherigen Jugendstadträten bereits ein Thema. Der Zeitpunkt für die Umfrage wurde nicht zufällig gewählt: Noch in diesem Jahr sollen die Eckpunkte für den neuen Nahverkehrsplan festgelegt werden, der nach der Neuausschreibung des Busverkehrs gilt. Dies geschieht nur alle zehn Jahre, daher wollte der Jugendstadtrat die Chance nutzen, um nachhaltig positive Veränderungen für Jugendliche zu erreichen. „Bereits bei der letzten Neuausschreibung hatte der damalige Jugendstadtrat eine ähnliche Umfrage durchgeführt“, erzählt Henrike Misske, Jugendstadträtin. „Dadurch waren Probleme wie Überfüllung und ungünstige Fahrzeiten sowie der Wunsch nach mehr Bussen bereits bekannt. Spürbar verändert hat sich jedoch im Zeitraum zwischen den beiden Umfragen nichts – das soll diesmal anders laufen.“ In den entsprechenden Gremien soll die Umfrage nun vorgestellt werden und die Ergebnisse eingebracht werden. „Bereits jetzt haben die Jugendstadträt*innen viel Zeit, Mühe und Motivation in das Projekt gesteckt, die Arbeit ist aber natürlich noch nicht zu Ende“, findet Ellinor Friesen, Jugendstadträtin. „Jetzt soll aus den Umfrageergebnissen und den daraus resultierenden Forderungen möglichst eine politische Umsetzung folgen“. In ihrem Fazit appelliert der Jugendstadtrat an die Stadt, den über tausend Jugendlichen Gehör zu schenken und gemeinsam die Busverbindungen zu verbessern. 

Text: Jugendstadtrat Speyer