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Stefanie Seiler den Rücken gestärkt - Speyer kann mehr

98 von 101 abgegebenen Stimmen für Stefanie Seiler als OB-Kandidatin bei der Mitgliederversammlung

Speyer. In einem mehr als gut gefüllten Saal im "Stage Center" fand gestern Abend die Wahl von Stefanie Seiler zur OB-Kandidatin der SPD für Speyer statt.

Fraktionsvorsitzender Walter Feiniler betonte, daß sich die Partei frühzeitig auf den Weg gemacht habe, um den besten Kandidaten/die beste Kandidatin für die Wahl zu finden. In seiner Küche trafen sie sich bereits vor über einem Jahr. Speyer sei einzigartig - einerseits eine beschützende Heimat, andererseits eine weltoffene Stadt, die liebens- und lebenswert ist. Aber die Stadt steht am Scheideweg; der Draht nach Mainz muß gepflegt werden, damit Speyer nach vorne kommt. Speyer ist voll mit Menschen, die gute Ideen haben - wer sie ernst nimmt, kann nur gewinnen. Die SPD möchte an diesem Abend ein Zeichen der Stärke und der Geschlossenheit senden - das sieht man auch an dem großen Zuspruch der Mitglieder. 

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte in ihrer Rede, wie gerne sie nach Speyer gekommen sei, um Steffi zu unterstützen. Die beiden kennen sich schon lange. Sie sah Parallelen zu der OB-Wahl in Ludwigshafen am vergangenen Sonntag, die von der SPD Kandidatin fulminant gewonnen wurde. Steffi sei eine tolle, dynamische, junge Frau, die ihren Weg konsequent gehe. Malu Dreyer selbst ist mit 34 Jahren Bürgermeisterin in Bad Kreuznach geworden - und damit zu einer Zeit, in der es nicht selbstverständlich war, daß junge Frauen in der Politik waren. Sie sei sehr stolz darauf, daß Steffi sich bereit erklärt hat, um den Posten zu kandidieren. Frischer Wind und junges Denken; das ist toll für Speyer. Steffi habe trotz ihres Alters bereits einen reichen Schatz an Erfahrungen, aus denen sie schöpfen kann und bekommt Schwung aus der Partei mit. Dabei sei sie immer authentisch und ehrlich. Auch mit Kritik könne sie umgehen - aber nicht mit anonymen Äußerungen. Wie solle man so aufeinander zugehen und Brücken bauen? Große Herausforderungen kommen auf die Kandidatin zu - so wurde bei der Erstellung eines Mietspiegels für Rheinland-Pfalz festgestellt, daß in Speyer die Mietpreise am höchsten sind. Malu Dreyer versprach zum Abschluß ihrer Rede, noch öfter nach Speyer zu kommen, um Steffi zu unterstützen und wünschte ihr alles Gute.

Dann stellte sich Stefanie Seiler an das Rednerpult und begann mit einer Frage: " Was treibt mich an? Warum möchte ich OB werden? Ich habe schon früh gelernt, daß ich es als Frau und Arbeiterkind nicht leicht haben werde. Noch immer spielen Geschlecht, Alter, Religion und soziale Herkunft eine Rolle in der Gesellschaft. Zusammenarbeit und Gemeinschaftsgefühl sind elementar für eine funktionierende Stadt. Wir brauchen nicht noch mehr Investoren, die teure Wohnungen schaffen. Bezahlbarer Wohnraum ist das Gebot der Stunde; dazu braucht es auch eine verbindliche Sozialquote bei der Wohnraumvergabe. Die Stelle eines Stadtbaudirektors wird dringend gebraucht - dazu müssen nicht noch 1000 Gutachten erstellt werden. Das Verkehrsdilemma in Speyer halte weiter an und die Menschen leiden darunter. Auch die Postgalerie brauche Unterstützung, ebenso wie die Bildung junger Menschen. Jedes Kind, das auf Grund seiner sozialen Herkunft auf der Strecke bleibt, sei eines zu viel. Ebenso wäre es nicht gut, daß im Unterbau der Verwaltung so viele Stellen eingespart wurden - das ginge auf Kosten der Sicherheit, der Sauberkeit etc. Ich möchte einen Städtischen Integrationsbetrieb auf die Beine stellen. Ich trete an, weil Speyer mehr kann."

Nach minutenlangem Applaus ging es dann zur Wahl. 105 Mitglieder waren stimmberechtigt - 101 Stimmen wurden abgegeben, die alle gültig waren. Davon entfielen 98 auf Stefanie Seiler, es gab eine Neinstimme und drei Enthaltungen. Damit steht die Kandidatin der SPD für die Wahl des Oberbürgermeisters/der Oberbürgermeisterin von Speyer am 27.05.2018 fest. Foto: pem

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