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Stauferstele im nörlichen Domgarten enthüllt

Die Gedenksäule geht auf eine Initiative des „Komitees der Stauferfreunde“ zurück.

Staufer Stele im nördlichen Domgarten in Speyer

Speyer. Nach Verlegung der ersten Stolpersteine am 12. Mai weist seit einigen Tagen ein weiteres Denkmal darauf hin, dass der Erinnerungskultur in Speyer große Bedeutung beigemessen wird. Auf der Wiese zwischen nördlicher Domseite und der im Gedenken an Gefallene des Ersten und Zweiten Weltkrieges erbauten Antikenhalle wurde eine Stauferstele enthüllt, die an historische Bezüge der Stadt zu dem mittelalterlichen Herrschergeschlecht erinnert. Die Gedenksäule geht auf eine Initiative des „Komitees der Stauferfreunde“ zurück. Es setzt sich dafür ein, dass die Stelen überall dort das Andenken an die Staufischen Herrscher bewahren, wo es einen herausragenden Bezug zum Adelsgeschlecht gibt. Im Speyerer Dom liegen Stauferkönig Philipp von Schwaben (1177 bis 1208), seine Mutter Beatrix (1145 bis 1184) und deren ebenfalls 1184 im Kindesalter verstorbene Tochter Agnes begraben. Einschließlich der Teilnahme an zahlreichen Hoftagen sind 69 Aufenthalte Staufischer Monarchen in Speyer nachgewiesen.

Auf Gestaltung, Platzwahl und Enthüllungszeitpunkt haben sich Stadt, Stauferkomitee und Domkapitel als Besitzer des Geländes nach mehreren Abstimmungsgesprächen geeinigt. Einbezogen waren zudem Bistumsarchiv und Stadtarchiv. Der Stadtrat hat der Errichtung am 15. November 2017 zugestimmt. Wie ihre 35 Vorgänger in Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Österreich und Tschechien wurde die Speyerer Stele über Spenden finanziert. Mit der Ausrichtung eines Empfangs vor der Enthüllung und dem Gießen des Fundamentes durch den Baubetriebshof sind der Stadt vergleichsweise geringe Kosten entstanden.

Gestiftet hat die vom Stuttgarter Bildhauermeister Markus Wolf aus witterungsbeständigem Jura-Travertin geschaffene Säule Luise Layher, Tochter von Eberhard Layher, dem Gründer der Technikmuseen Sinsheim und Speyer. Der Sockel trägt die Inschrift: „Gestiftet von Luise Layher im Andenken an ihre Eltern Eberhard Layher (1921 bis 2012) und Margot Layher (1928 bis 2009).

Den oberen Rand der Stele schließt ein goldenes Band ab, das die Reichskrone symbolisiert. Auf vier Seiten der knapp drei Meter hohen Säule mit achteckigem Grundriss sind die Wappen Reichsadler, Stadt Speyer, Stauferlöwen und Bistum Speyer angebracht. Unter jedem Wappen informieren kurze Inschriften über historische Ereignisse und ihren Bezug zu Speyer.

Am Empfang im Historischen Ratssaal nahmen circa 100 Repräsentanten aus Bildung, Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur und Adel teil. Anwesend waren ferner Mitglieder von Traditionsverbänden, vom Komitee der Stauferfreunde, Familienangehörige von Luise Layher sowie frühere Stifter und Mitstifter. Zu den von Oberbürgermeister Hansjörg Eger namentlich begrüßten Ehrengästen gehörten Dieter Hundt, ehemaliger Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände und der Astronaut Ulf Merbold. Während Eger die „Europäische Dimension“ des Projektes hervorhob, brachte die Stifterin ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass die Namen ihrer Eltern in unmittelbarer Nähe des von ihnen verehrten Domes einen dauerhaften Platz gefunden haben.

Als Festredner knüpfte Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel bei seinem Plädoyer für ein geeintes Europa in Frieden und Wohlstand an ein Zitat aus der Broschüre des Stauferkomitees an. Dort heißt es: „Hätte es wenigstens noch zwei, drei weitere Generationen von Staufern auf dem Kaiserthron gegeben, die Vereinigten Staaten von Europa wären wohl schon im 14. Jahrhundert Wirklichkeit geworden und all das sinnlose Brudermorden der folgenden Jahrhunderte wäre der Menschheit erspart geblieben.“ Vor Enthüllung der Stele mit Verlesung der Inschriften dankte Dr. Gerhard Raff als Sprecher des Komitees der Stifterin für die finanzielle Realisierung des Projektes und der Stadt für die vorbildliche Zusammenarbeit. Text: mey; Foto: pem

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