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Konzert mit dem Speyerer Kammerorchester

Am Samstag, den 23. November in der Dreifaltigkeitskirche, der Eintritt ist frei.

Speyerer Kammerorchester

Speyer. Das Speyerer Kammerorchester gestaltet am Samstag, 23.11.2019 um 19.00 Uhr unter seinem künstlerischen Leiter Matthias Metzger zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Konzert in der Dreifaltigkeitskirche, der Eintritt ist frei. Diesmal steht das Programm unter dem Motto „Very British!“. Vier englische Komponisten werden mit Musik für Streichorchester vorgestellt.

Der bekannteste unter ihnen dürfte Georg Friedrich Händel sein, einer der berühmtesten Komponisten des Barockzeitalters, hierzulande vor allem Chorsängerinnen und -sängern durch sein Oratorium „Der Messias“ (mit dem populären „Halleluja!“) ein Begriff. In Deutschland geboren, ließ sich Händel nach einem längeren Italienaufenthalt in England nieder und erhielt dort 1727 die englische Staatsbürgerschaft. Den Engländern gilt er bis heute als einer der ihren, immerhin lebte und wirkte er fast 50 Jahre auf der Insel und wurde in der Westminster Abbey in London begraben.

100 Jahre vor dem Tode Händels wurde Henry Purcell geboren. Typisch britisch begann er seine musikalische Ausbildung in einem englischen Knabenchor, später war vor allem als Organist tätig. Leider wurde er nur 36 Jahre alt, gilt aber dennoch als einer der bedeutendsten englischen Komponisten. Er prägte vor allem die barocke Vokalmusik, darunter die englischsprachige Oper, schrieb aber auch zahlreiche Streicherfantasien und Orchestersuiten. Letztere sind Zusammenfassungen seiner Instrumentalstücke für die Schauspielbühne.

Neben einer Suite von Purcell wird das Speyer Kammerorchester auch Suiten von Peter Warlock und Charles Parry musizieren. Diese im 19. Jahrhundert geborenen Komponisten haben stilistisch ganz eigene Wege beschritten. Warlock hat aus der zeitlichen Distanz von etwa 300 Jahren auf sehr kreative Art Tänze der Renaissance „neu komponiert“. Es werden also ältere mit neueren Stilelementen kombiniert oder auch alte Stilistiken quasi neu interpretiert.

Parry dagegen hat im romantischen, typisch britischen Stil seiner Zeit komponiert - das Orchesterwerk „An English Suite“ besteht aus sieben Sätzen, die zwar in keinem übergeordneten Zusammenhang stehen, aber in ihrer Abfolge ein äußerst stimmungsvolles Ganzes bilden. Heiterkeit, Leichtigkeit und Eleganz überwiegen und kommen besonders ausgeprägt in den Sätzen Prelude, Minuet und Pastoral zur Geltung. Die Saraband sorgt mit ihrem strengerem Charakter für einen ernsten Gegenpol. In der ruhigen Air wird man durch entsprechend typische melodische Wendungen an alte irische oder schottische Volkslieder erinnert. Die lustige Caprice und der ausgelassene Kehraus Frolic machen ihrem Namen alle Ehre.

Text und Bild: D. Wolf-Hauß