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Kampagne gegen Littering

Schreiben der CDU-Fraktion/ Mitglieder im Ausschuß für Stadtentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit

Frau Beigeordnete Irmgard Münch-Weinmann

Maximilianstraße 100

67346 Speyer

Sehr geehrte Frau Beigeordnete,

wir bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des ASUN zu setzen:

Die Verwaltung wird beauftragt, eine breit angelegte Anti-Littering-Kampagne für das Stadtgebiet von Speyer zu prüfen.

Begründung:

Der Prüfantrag versteht sich als Weiterführung und Ergänzung zu unserem Antrag vom 15.10.2020 (Littering - elektronische Müllerfassung), in der Sitzung des Stadtrates v. 29.10.2020 einstimmig in die Fachausschüsse verwiesen.

„Littering“, das bewusste oder unbewusste Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfall im öffentlichen Raum hat in den letzten Jahren zugenommen. Dies belegt u.a. eine Langzeitstudie „Wahrnehmung von Sauberkeit und Ursachen von Littering“ der Berliner Humboldt-Universität von 2018 https://tinyurl.com/ft5ufe7.

Sauberkeit ist ein Wohlfühlfaktor, trägt zur Wahrnehmung von Sicherheit und Stadtsauberkeit bei und prägt die Lebensqualität.

Das Littering-Phänomen führt zu nicht nur zu ästhetischen (Störung des Erscheinungsbildes unserer Stadt) und wirtschaftlichen (Mehraufwand der Stadtreinigung), sondern auch zu ökologischen Schäden (bspw. Eintrag von Mikroplastik).

Die Ursachen des Litterings sind vielfältig:

  • veränderte Konsum- und Ernährungsgewohnheiten
  • Bequemlichkeit, Individualismus
  • schwindende Rücksichtnahme im öffentlichen Raum
  • verändertes Freizeitverhalten.

Auch in Speyer ist eine zunehmende „Vermüllung“ durch achtlos weggeworfene Gegenstände auf öffentlichen Plätzen, Straßen, Grünstreifen etc. zu bemerken. Ebenso nehmen die illegalen Abfallablagerungen wie Sperrmüll, Reifen, Elektronikschrott, Hausmüll usw. von Jahr zu Jahr zu und beeinflussen das Stadtbild negativ.

Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht.

Städte wie Stuttgart, Berlin, Aachen etc. aber auch europäische Länder wie die Schweiz und Österreich haben mittels „Anti-Littering-Kampagnen“ Bewusstsein für dieses Problem in der Bevölkerung hervorgerufen.

Es ist wichtig und leider unverzichtbar (und wird es bleiben), achtlos weggeworfene Einwegverpackungen, Zigarettenkippen und alle denkbaren Konsumüberbleibsel zu erfassen, zu entsorgen und die Verursacher wilden Mülls zu identifizieren und zu sanktionieren.

Ein großer Teil dieser reaktiven Maßnahmen wäre aber obsolet, wenn dieser Müll erst gar nicht in der Landschaft landet, weil im präventiven Bereich stärkere Anstrengungen unternommen würden. Dabei spielt die Bewusstseinsbildung eine zentrale Rolle.

Eine konkret auf Speyer zugeschnittene Kampagne mit starkem Lokal-Kolorit, die sich an die Speyerer Bürger wendet, könnte dem Einzelnen das Ausmaß des Problems vor Augen führen, sensibilisieren und entsprechendes Bewusstsein schaffen.

Präventive mögliche Handlungsbausteine in denen Bürger aktiv unterstützen könnten, wären

  • Einbindung von Vereinen (z.B. Sportvereine, Stadtteilvereine), Schulen, Kindergärten;
  • Implementierung des Themas in schon vorhandene Aktionen wie „Dreck weg Tag“;
  • Einbindung von Fast-Food- Restaurantketten, Eiscafes etc.;
  • Benennung eines Botschafters für eine stadtweite Anti-Littering-Kampagne (ähnlich wie beim Stadtradeln) etc..

Ausgewiesene Orte wie z.B. öffentliche Plätze, Gebiete am Rhein, Woogbachtal, die Umgebung von Tankstellen sollten „Hot-Spots“ für solch eine Kampagne sein.

Im direkten Sachzusammenhang erinnern wir hiermit auch an unseren Antrag vom 23.03.2013 „kreative Müllkörbe im öffentlichen Raum“, Vorlage 1024/2013, hier in Anlage nochmals beigeschlossen.

Der Antrag wurde in der Ratssitzung v. 07.03.2013 einstimmig beschlossen, „versandete“ dann aber unseres Wissens nach ergebnisfrei in der Verwaltung.

Auch dieser Antrag fußte auf dem grundlegenden Gedanken der Umweltbewußtseinsbildung und Bürgerbeteiligung, ist heute so aktuell wie 2013 und könnte in der hier zur Prüfung beantragten AntiLittering-Kampagne voll implementiert werden.

gez.

Sylvia Holzhäuser                 Frank Hoffmann                  Jörg Zehfuß

Mitglied im ASUN Stadtrat, Mitglied im ASUN Stadtrat, Mitglied im ASUN