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Caritas bildet Führungskräfte-Nachwuchs selbst aus

Erstes Schulungsprogramm „Förderung und Entwicklung von Nachwuchsführungskräften (FEN)" des Caritasverbandes für die Diözese Speyer abgeschlossen – bei 12 Teilnehmern zehn Frauen

Von links: Frank Schreieck, Katja Stopfer, Melanie Backenstrass, Stefanie Kreutz, Katrin Klehr, Marlen Bauer, Demet Hatip, Anna Dax, Katharina Amend, Franz Rinck, Beate Czodrowski, Dietmar Gehring, Annette Martin und Oliver Weckbach

Nach zwei Jahren intensiver Weiterbildung haben zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes für die Diözese Speyer (DiCV Speyer) und der CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer zum Abschluss des Schulungsprogramms „Förderung und Entwicklung von Nachwuchsführungskräften" (FEN)ihre Zertifikate erhalten. Caritasdirektor Vinzenz du Bellier und Caritasvorsitzender Karl-Ludwig Hundemer überreichten diese bei der Abschlussfeier in der Zentrale des DiCV Speyer. Das Projekt sei als Erfolg zu bewerten, denn drei Viertel der Teilnehmer kamen bereits im Laufe der Qualifizierung in Führungspositionen, zogen der Caritasdirektor und der Caritasvorsitzende positiv Bilanz. Eine Wiederholung steht bereits fest: Im Jahr 2018 wird die zweite Auflage von FEN starten.

 

„Sie haben sich verändert", bescheinigte Vinzenz du Bellier den TeilnehmerInnen. „Mehr Selbstbewusstsein, mehr Verantwortung, mehr strategisches Denken und mehr Zufriedenheit" hätten die zwölf FEN-AbsolventInnen in den zwei Jahren erworben. Du Bellier und Hundemer würdigten die Leistung jedes Einzelnen und hoben den Praxisbezug und die Qualität der Projektarbeiten hervor, deren Planung, Durchführung und Auswertung Bestandteil der Qualifizierung waren. Die Ergebnisse sollen verbandsweit auch in anderen Einrichtungen genutzt werden.

 

Wie das FEN-Projekt entstand und umgesetzt wurde, schilderten die Projektleiter Dietmar Gehring als verantwortlicher Personalentwickler, und Franz Rinck vom Referat für Fort- und Weiterbildung. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung hat der DiCV Speyer erkannt, dass in den kommenden Jahren ein großer Bedarf an Führungskräften bestehen wird, da altersbedingt viele Mitarbeiter in Führungspositionen ausscheiden werden. So sind derzeit 37 Prozent der Mitarbeiter im Alter zwischen 53 und 59 Jahren, während bei den Einrichtungsleitungen die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen sogar 45,5 Prozent beträgt. Eine interne Projektgruppe unter Leitung von Dietmar Gehring hatte ein Konzept zur Förderung und Entwicklung von Nachwuchsführungskräften entwickelt sowie ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren.

 

Im ersten Halbjahr 2015 fand ein Infotag mit 24 Teilnehmern statt, nach dem interessierte Mitarbeiter sich bewerben konnten. Die Bewerber durchliefen ein Auswahlverfahren mit einem abschließenden Assessment-Center. Mit zwölf TeilnehmerInnen startete das Projekt im September 2015 mit einer Laufzeit von zwei Jahren. In dieser Zeit absolvierten die Teilnehmer acht Module zu Führungsthemen. Es ging um Arbeitsrecht, strategische Unternehmensführung, Gestaltung von Veränderungsprozessen und Zeit- und Selbstmanagement. Dazu gab es mehrere Reflexionstage sowie zwei Hospitationen in Einrichtungen der Caritas und auch außerhalb, etwa im Bischöflichen Ordinariat. Zudem hatten sie die Aufgabe, zu einem selbstgewählten Thema ein Projekt zu erarbeiten, das sie auch bei der Abschlussfeier präsentierten.

 

Das Fazit der Projektleiter Gehring und Rinck fällt sehr positiv aus. „Dank des FEN-Projekts konnte ein Pool an Nachwuchsführungskräften aufgebaut werden, die sich nicht als Einzelkämpfer, sondern als Teil eines Netzwerks sehen", freute sich Gehring „Aufgrund der hohen Bewerberzahl von zehn Frauen konnte auch die Frauenquote in Führungspositionen erhöht werden", betonte Rinck.

 

Bei der Abschlussfeier stellten die Teilnehmer ihre Projektarbeiten detailliert vor. Um sozialraumorientierte Vernetzung in der Altenhilfe im Dekanat Speyer ging es in der Arbeit von Marlen Bauer. „Den Abschied vor Augen", so hatte Katrin Klehr ihr Projekt zur palliativen Begleitung in der letzten Lebensphase überschrieben. Frank Schreieck führte seinen acht Minuten langen Filmbeitrag für die Öffentlichkeitsarbeit für das Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus vor, wo er selbst arbeitet.

 

Beate Czodrowski hatte ihre Projektarbeit unter dem Motto „Partizipation von Kunden bei der Weiterentwicklung der Angebote im Caritas-Zentrum und im Caritas-Förderzentrum St. Martin in Ludwigshafen" gewidmet. Um die Themen „Menschenwürde und Scham" ging es Stefanie Kreutz in ihrer Projektarbeit. Einen Leitfaden zur pädagogischen Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen im stationären Bereich des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus hat Oliver Weckbach erarbeitet.

 

Wie man Struktur wertvoll leben und Arbeit gemeinsam wertschätzen kann, war das Thema von Anna Dax. Annette Martin hatte unter dem Titel „Startklar" ein Unterstützungsprogramm für neue MitarbeiterInnen im Bereich Migration und Integration entwickelt. Melanie Backenstraß hatte sich unter dem Motto „Caritas im Gespräch" mit der Ausschreibung für Festnetz, Datennetz und Mobilfunk befasst. Katharina Amend stellte in ihrer Projektarbeit „WERTvolles Leben im Caritas-Altenzentrum St. Hedwig" vor. Um die Nachsorge für MitarbeiterInnnen, die berufliche Extremerlebnisse verkraften müssen, ging es Katja Stopfer. Ein Einarbeitungskonzept für neue MitarbeiterInnen in der Leistungsabrechnung hat Demet Hatip unter dem Titel „Durchstarten" entwickelt.

Mit Dank und originellen Geschenken verabschiedeten sich die Teilnehmer von ihren Projektleitern. In Anlehnung an Hollywood verlieh die Gruppe Dietmar Gehring, der an diesem Tag selbst in den Ruhestand verabschiedet wurde, den Oskar für alles, was er für das FEN-Projekt geleistet hat.

 

Text und Bilder: Caritasverband für die Diözese Speyer / Christine Kraus