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Zum Geburtstag nur das Beste!

Theater Koblenz hat die Premiere seiner Neu-Inszenierung „Don Giovanni“ ins Rokokotheater verlegt

v.l.: OB Rene Pöltl, Rosa Grünstein, Katharina Simmert und Nikolaus Friedrich

Schwetzingen. Die Schwetzinger Mozartgesellschaft feiert ihren 50. und Leopold Mozart, Vater ihres Namensgebers, feiert gar seinen 300. Geburtstag. Zwei Jubiläen, die die Mozartgesellschaft zum Anlass nimmt, sich und Ihren Zuhörern ein besonders vielfältiges Mozartfest zu schenken. Gute alte Bekannte, aber auch viele junge Talente, Alte Musik, aber auch Premieren und eine Uraufführung werden an den drei Festival-Wochenenden zu erleben sein.

Gleich zur Eröffnung am 27. September wird dem Vater des Musikgenies zum Geburtstag gehuldigt. Bella Musica, 30 junge hochbegabte Musiker des Pre-Colleges der Universität Mozarteum Salzburg, begeben sich als Botschafter des europäischen Gedankens und der Musik auf die Europäischen Mozartwege und gastieren in Schwetzingen im Mozartsaal, wo der junge hochbegabte Komponist einst höchstpersönlich vorspielte.
Tags drauf geht es spannend weiter: Wegen Umbau-Arbeiten im eigenen Haus, hat das Theater Koblenz die Premiere seiner Neu-Inszenierung „Don Giovanni“ ins Rokokotheater verlegt. Der Koblenzer Intendant und Regisseur der Oper Markus Dietze durchleuchtet den Mythos Don Giovanni, der vom amoralischen Verbrecher bis heute immer wieder zu einem leidenschaftlichen Verführer idealisiert wird. Begleitend dazu findet zwei Tage vor der Premiere in Kooperation mit der VHS Schwetzingen ein Opern-Talk statt.
Nach 2016 kommt für eine Konzert-Matinee am 29. September mit Schuberts großem Es-Dur-Trio abermals das niederländische Van Baerle Trio aus Amsterdam nach Schwetzingen und komplettiert damit das erste Wochenende.

Am zweiten Festival-Wochenende, vom 4.-6. Oktober spannt sich der Bogen von der Mannheimer Schule bis hin zur obligatorischen Uraufführung.
Flötistin Amelie Möbius, Charlotte von Urff (Oboe) und Hornist Gustav Borggrefe – drei Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung – gestalten gemeinsam mit den Heidelberger Philharmonikern ein Konzert mit Werken von Anton Dimler, Johan Wendling und Franz Danzi, allesamt Mitglieder der Churfürstlichen Hofkapelle Carl Theodors. Mit Begeisterung haben die jungen Musiker die ihnen bisher unbekannten Werke einstudiert, die eigens durch die Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik in Schwetzingen für sie aufbereitet wurden.
Wiener Klassik in C – sowohl Dur als auch moll – entlockt Lisa Smirnova dem Flügel im Jagdsaal. Die Ausnahme-Pianistin, die bereits vor drei Jahren in Schwetzingen einen fulminanten Auftritt hinlegte, präsentiert in Ihrem Solo Recital Mozart, Haydn und Beethoven.
Im Auftrag des Schwetzinger Mozartfestes und auf Anregung des Klarinettisten Nikolaus Friedrich entstand das „Assonanzen-Quintett für Bassettklarinette und Streich-Quartett“ vom Komponisten, und letzten Meisterschüler Bernd Alois Zimmermanns, York Höller, das am Sonntag-Vormittag – eingerahmt von Haydn und Mozart – uraufgeführt wird. Begleitet wird Friedrich vom Minguet Quartett, dass sich durch zahlreiche Uraufführungen zu den Spezialisten für Komponisten des 21. Jahrhunderts zählen darf.

Das Finale und dritte Wochenende des Festes wird am 11. Oktober in der Schlosskapelle durch Gambe und Cembalo eingeläutet: Jakob David Rattinger und Ralf Waldner erkunden mit ihren Instrumenten die Musik, die den jungen Mozart beeinflusst und geprägt hat. Die Wege zu Mozart führen den Zuhörer ins London von Carl Friedrich Abel und Johann Christian Bach, aber auch nach Frankreich zu Marin Marais.
Und zu guter Letzt ein besonderer Höhepunkt, sozusagen ein Festival im Festival. In seinen letzten Lebensjahren schuf Mozart zehn Streichquartette, die bis heute einen Höhepunkt der Gattung bilden. In drei aufeinander folgenden Konzerten am 12. Und 13. Oktober bietet sich nun die äußerst seltene Gelegenheit, diese Meisterwerke chronologisch als geschlossenen Zyklus zu erleben. Zwei empathische Ensembles – das Amaryllis Quartett und das Schumann Quartetthaben sich auf dieses außergewöhnliche Projekt eines Mozart-Streichquartettfestivals eingelassen. Die Aufteilung der Quartette erfolgt zudem nicht konzertweise, sondern quartettweise, sodass in einem Konzert beide Ensembles zu hören sind. Dieses anspruchsvolle Konzertformat mit Musikern von großer Ausstrahlungskraft verspricht ein wahres Mozartfest! 

Der Vorverkauf für das 44. Schwetzinger Mozartfestes läuft bereits, ebenso für das Kinderkonzert „Karneval der Tiere“ am ersten Adventswochenende und das Neujahrskonzert am 1. Januar 2020. Tickets sind erhältlich bei der Schwetzinger Zeitung sowie bei allen bekannten VVK-Stellen und online unter www.reservix.de.

Weitere Informationen unter www.mozartgesellschaft-schwetzingen.de

Die Künstler

Freitag, 27.9.2019, 19.30 Uhr Mozartsaal

Bella Musica: 300. Geburtstag Leopold Mozart  

BELLA MUSICA „Junge Botschafter der Europäischen Mozartwege”

Ein innovatives Salzburger Musikvermittlungsprojekt des Jugendsinfonieorchester Salzburg der Universität Mozarteum auf den Spuren von Mozart 

Ziel ist das Zusammenbringen junger Menschen im Sinne des europäischen Gedankens sowie deren Wissenserwerb über das kulturelle Erbe Europas und den sozialen Umgang miteinander. Des Weiteren werden in direktem Erleben an historischen Plätzen Kenntnisse über den Komponisten W. A. Mozart vertieft.

Seit 2017 besteht eine Kooperation mit dem Kulturnetzwerk „Europäische Mozartwege“, die Städte, Regionen und Einrichtungen in jenen zehn europäischen Ländern verbindet, die Mozart auf seinen Reisen besucht hat. BELLA MUSICA ist somit Botschafter-Orchester des internationalen Netzwerks. 2018 wurde eine neue Kooperation mit einer der wichtigsten Musikinstitutionen Italiens vereinbart: Das Conservatorio Santa Cecilia aus Rom ist nun weiterer Partner des Projektes. Jugendliche aus drei Städten (Salzburg, Würzburg und Rom) unternehmen alljährlich Konzertreisen in Gegenden, die der junge W. A. Mozart bei seinen ausgedehnten Italienreisen besuchte. Im August 2019 wird es nach Italien gehen: San Gemini/Terni, Vatikan-City (Petersdom), Rom, Neapel, Assisi, Bologna und Florenz. Weitere Konzerte im September sind in den Mozartstädten Augsburg, Schwetzingen, Kirchheimbolanden und St. Gilgen (Geburtshaus der Mutter von Mozart) fixiert. Organisiert wird das Projekt Bella Musica von der Universität Mozarteum mit den jeweiligen Kooperationspartnern.  

Norbert Brandauer

Künstlerischer Leiter Jugendsinfonieorchester Salzburg (seit 2007)

Lehrauftrag der Universität Mozarteum

Chordirektor des Chorus Juventus der Wiener Sängerknaben (2013-2017)

Internationale Tätigkeit als Referent von Chorleitungskursen, Seminaren und Singwochen in Europa, China und Südafrika

Musikpädagoge am Realgymnasium der Wiener Sängerknaben (2013-2017)

Lehrauftrag an der Universität Wien (2017)  

Stephan David Hummel

Musiker, Komponist

Künstlerischer Leiter gemeinsam mit W. Danzmayr der Chor-Orchesterakademie Salzburg (2011-2017)

Lehrauftrag an der Universität Mozarteum Salzburg

Initiator/Künstlerischer Leiter von Bella Musica

Koordinationsleitung des Internationalen Mozartwettbewerbs der Universität Mozarteum (seit 2014) 

Samstag, 28.9.2019, 19.30 Uhr Rokokotheater

Don Giovanni - Premiere     

Theater Koblenz

Don Giovanni

Dramma giocoso von W. A. Mozart  

Die Figur Don Juans zählt wie Faust und Don Quijote zu den zentralen Mythen der europäischen Kulturgeschichte. Aus den unzähligen Auseinandersetzungen mit diesem Stoff, beginnend mit der ersten Bühnenadaption durch den spanischen Mönch Tirso de Molina im frühen 17. Jahrhundert, ragt Mozarts „Don Giovanni”, 1787 in kongenialer Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo da Ponte entstanden und von E. T. A. Hoffmann als „Oper aller Opern” gepriesen, unvergleichlich hervor.  

Musikalische Leitung Yura Yang
Inszenierung              Markus Dietze
Bühne und Kostüme  Antonia Mautner Markhof
Dramaturgie               Margot Weber
Choreinstudierung     Aki Schmitt
Choreo. Mitarbeit      Steffen Fuchs  

Don Giovanni             Christoph Plessers
Donna Anna               Hana Lee
Don Ottavio               Stefan Cifolelli / Junho Lee
Komtur                       Jongmin Lim
Donna Elvira               Danielle Rohr
Leporello                    Nico Wouterse
Masetto                     Peter Rembold
Zerlina                        Theresa Dittmar / Haruna Yamazaki

Opernchor
Statisterie
Staatsorchester Rheinische Philharmonie  

Sonntag, 29.9.2019, 11 Uhr Jagdsaal

Van Baerle Trio      

Das Van Baerle Trio wurde 2004 von Hannes Minnaar (Klavier), Maria Milstein (Violine) und Gideon den Herder (Violoncello) gegründet. In der Van Baerle Straße in Amsterdam befand sich sowohl die Musikhochschule der Stadt, an der die drei Musiker studierten, als auch das Concertgebouw Amsterdam, bis heute das musikalische Zuhause des Trios. 2011 gewann das Trio das niederländische Vriendenkrans Wettbewerb im Concertgebouw und ist seitdem dort häufig aufgetreten. 2013/14 wurde das Van Baerle Trio vom Concertgebouw zur internationalen Konzertreihe der European Concert Hall Organisation (ECHO) „Rising Stars“ nominiert und trat in einigen der bedeutendsten Sälen Europas auf. Darunter der Musikverein in Wien, das Barbican Centre in London, die Cité de la musique in Paris, L’Auditori in Barcelona und die Kölner Philharmonie. Schon vor dieser Europatournee hatte sich das Van Baerle Trio international einen Namen gemacht: Beim ARD-Musikwettbewerb 2013 in München gewann das Trio den 2. Preis (1. wurde nicht vergeben), 2011 wurde das Trio mit dem 1. Preis beim Kammermusikwettbewerb in Lyon ausgezeichnet. Bei beiden Wettbewerben erhielt das Trio zusätzlich den Publikumspreis und mehrere Sonderpreise. In den Niederlanden wurden die Musiker 2012 mit dem Kersjes-Preis geehrt, der jedes Jahr einem besonders vielversprechenden Ensemble zugedacht wird. Sowohl Hannes Minnaar als auch Maria Milstein sind 2017, bzw. 2018 mit dem Holländischen Musikpreis ausgezeichnet worden. Die erste CD des Trios mit Werken von Saint-Saëns, Loevendie und Ravel (Etcetera Records) wurde von der Presse hoch gelobt und 2013 mit dem Edison Preis ausgezeichnet. 2014 folgte die Aufnahme der beiden Klaviertrios von Felix Mendelssohn-Bartholdy für Challenge Classics. „Eine kleine Sensation“ (FonoForum) ist dabei die Ersteinspielung der 9 Monate früher entstandenen Erstfassung des d-Moll Trios op. 49, das die Musiker bei der Vorbereitung der Aufnahme entdeckten. 2017 kam beim selben Label die erste Auflage einer Gesamteinspielung der Beethoven-Trios auf den Markt, 2018 die zweite und die dritte. Alle Einspielungen wurden von der Presse begeistert aufgenommen. Das Trio wurde anfangs von Dmitri Ferschtman betreut, später folgte auch Unterricht bei u. a. Ferenc Rados und Claus-Christian Schuster. Die Begegnung mit Menahem Pressler im Jahr 2008 war für die drei Musiker eine Quelle der Inspiration. 2014 wurden die Mitglieder des Trios von der Musikhochschule in Amsterdam eingeladen, ihr Können und Wissen als Dozenten an die nächste Generation von Musikern weiterzugeben.

Freitag, 4.10.2019, 20 Uhr Rokokotheater

27. Konzert mit Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung       

Amelie Möbius Querflöte

geboren 2002 in Berlin; erhielt ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren. Ein Jahr später begann sie zusätzlich mit Blockflötenunterricht.  2010 wechselte sie zur Querflöte und wird bis heute am Konservatorium Schwerin von Professorin Anne-Elisabeth Ramsenthaler unterrichtet. Parallel dazu wurde sie bis 2015 am Violoncello unterrichtet. Im Jahr 2016 nahm sie ihr Frühstudium bei der young academy an der Hochschule für Musik und Theater Rostock auf. Sie besucht das Goethe-Musikgymnasium in Schwerin.

Bei allen Wettbewerben von Jugend musiziert erzielt Amelie seit 2012 regelmäßig erste Preis. 2015 gewann sie neben einem ersten Preis in der Solowertung Querflöte den Sonderpreis der Bärenreiter-Urtext-Ausgabe. Zuletzt erzielte sie 2018 den ersten Bundespreis mit Höchstpunktzahl im Fach Querflöte solo und erhielt einen Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben.

Sie nahm 2016 erfolgreich an der Detmolder Sommerakademie unter der Leitung von Professor Hans-Jörg Wegener teil. Sie besuchte in den letzten beiden Jahren Meisterkurse bei den Professorinnen Angela Firkius Andrea Lieberknecht. Mit dem Excellenzförderprogramm der young academy an der Hochschule für Musik und Theater Rostock als „young artists in residence“ des Grandhotels Heiligendamm wurde sie 2016 ausgezeichnet.

Konzerterfahrung konnte Amelie als Solistin sowie Kammermusikerin mit der young academy u.a. im Schloss und Dom zu Schwerin, in der Ländervertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin und bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern sammeln.  Bei der Neubrandenburger Philharmonie wirkte sie als Solistin im Konzertformat „Junge Stars im Konzert“ mit.

Amelie Möbius ist seit September 2018 Stipendiatin der Jürgen Ponto-Stiftung.  

Charlotte von Urff Oboe

geboren 2003 in Freising; erster Blockflötenunterricht mit fünf Jahren. Im Alter von neun Jahren wurde sie bei Carola Sigling an der Städtischen Sing- und Musikschule Freising an der Oboe unterrichtet. Seit 2016 nimmt sie bei Irene Draxinger in München Unterricht.

Bereits seit 2009 nahm Charlotte sowohl solistisch als auch kammermusikalisch regelmäßig an allen Wettbewerben von Jugend musiziert teil. Bereits dreimal wurde sie in verschiedenen Kategorien mit ersten Bundespreisen ausgezeichnet. 2017 erspielte sie sich mit ihrem Duo-Partner Bartholomäus Schlüter (Fagott) einen Sparkassen-Sonderpreis. Der Erfolg der beiden wurde mit einer Radioaufnahme im Rahmen des Radiosalons durch den Bayerischen Rundfunk belohnt. Außerdem durften sie an der Kammermusikwerkstatt des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks teilnehmen. Zuletzt erspielte sie sich beim Bundeswettbewerb 2018 in der Solowertung Oboe einen ersten Preis mit Höchstpunktzahl und erhielt einen Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben.

Charlotte ist seit 2016 Mitglied im Bayerischen Landesjungendorchester und im ATTACCA, dem Jugendorchester des Bayerischen Staatsorchesters, des Weiteren im Schwäbischen Jugendsymphonieorchester und im Freisinger Symphonieorchester. Konzerterfahrung hat sie bei zahlreichen Auftritten mit verschiedenen Kammermusikensembles gesammelt. Im Rahmen des Kammermusikkurses des Bayerischen Landesjugendorchesters wurde ihr Klavierquintett 2016 vom Bayerischen Rundfunk aufgenommen.

Charlotte von Urff erhält seit September 2018 ein Stipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung.

Gustav Borggrefe Klavier

2003 geboren; ersten Klavierunterricht erhielt er mit fünf Jahren am Konservatorium Halle bei Siegrun Blume. Von 2013 bis zum letzten Jahr erhielt Gustav Hornunterricht bei seiner Mutter. Seit 2017 wird er von Professor Christian Lampert unterrichtet. Er besucht das Katholische Elisabeth-Gymnasium in Halle. Außerdem ist er ab dem Wintersemester 2018/2019 Jungstudent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

Seit 2015 nahm Gustav regelmäßig an den Landes- und Bundeswettbewerben von Jugend musiziert teil und wurde erfolgreich mit ersten Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erspielte er sich beim Bundes­wettbewerb 2018 im Fach Horn solo einen ersten Preis mit Höchstpunktzahl. Zusätzlich erhielt er den Sonderpreis der Sparkasse für den Sieg in seiner Kategorie. Gustav nahm jährlich erfolgreich am „EnviaM-Wettbewerb“ teil. In diesem Jahr gewann er als Duo Klavier und Violine zusammen mit seinem Bruder Friedrich den ersten Preis in Verbindung mit Konzerten bei der MDR Schultour.

Wertvolle musikalische Anregungen erhielt er durch Meisterkurse bei Professor Wilm Müller in Sondershausen sowie bei Professor Christian Lampert in Lugano (Schweiz) und in Plauen. Gustav wird seit 2016 durch das Landesstipendium des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Er sammelte Konzerterfahrung bei zahlreichen Auftritten in den vergangenen Jahren. Seit 2008 war er Mitglied im Stadtsingchor Halle und 2012 wurde er Mitglied des Kinderchores der Oper Halle, wo er mehrere Solopartien übernahm. 2016 ist er dem Landesjugendorchester Sachsen-Anhalt beigetreten.

Gustav Borggrefe ist seit 2018 Stipendiat der Jürgen-Ponto-Stiftung.  

Dietger Holm ist stellvertretender Generalmusikdirektor und 1. Kapellmeister am Theater und Orchester Heidelberg, in der Spielzeit 2014|15 war er hier kommissarischer GMD. Zuvor war er am Staatstheater Schwerin als Kapellmeister engagiert. Sein Dirigierstudium absolvierte er bei Klauspeter Seibel an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Konzert- und Operndirigate führten ihn u. a. zu den Hamburger Symphonikern, der Mecklenburgischen Staatskapelle, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, zum Konzert Theater Bern, ans Ständetheater Prag und zum Musikkollegium Winterthur. Sein umfangreiches Repertoire von der Frühklassik bis in die Gegenwart umfasst mittlerweile mehr als 60 Musiktheaterwerke. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet in den letzten Jahren zeitgenössisches Musiktheater. Zahlreiche Werke wurden von ihm erst- bzw. uraufgeführt. So leitete er in der vergangenen Spielzeit in Heidelberg u. a. die deutsche Erstaufführung von Louis Andriessens „Writing to Vermeer“, eine Neuproduktion von Salvatore Sciarrinos „Luci mie traditrici“ am Theater Lübeck sowie ein Karlheinz-Stockhausen-Projekt mit Cornelius Meister. Neben seinen Heidelberger Aufgaben − u. a. Mozarts „Idomeneo“ mit Peter Konwitschny − gastiert Dietger Holm in dieser Spielzeit auch an der Oper Halle. In der kommenden Saison wird Dietger Holm am Theater und Orchester Heidelberg u. a. „Die heilige Ente“ von Hans Gál, Beethovens „Fidelio“ und die Wiederaufnahme von Janáčeks „Katja Kabanova“ dirigieren. 

Seit seiner Gründung 1899 prägt das Philharmonische Orchester Heidelberg mit zahlreichen Opernvorstellungen und Konzerten das Musikleben der Stadt Heidelberg. Bereits zweimal, in den Spielzeiten 1994/95 und 2006/07, wurde dem Orchester vom Deutschen Musikverleger-Verband der Preis für das „Beste Konzertprogramm“ verliehen.

Das Orchester zeichnet sich insbesondere durch seine stilistische Flexibilität aus – als Eckpunkte konnte einerseits die Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis, vor allem im Rahmen des Festivals „Winter in Schwetzingen“, andererseits ein zentraler Repertoireschwerpunkt im Bereich der Neuen Musik gelten.

Samstag, 5.10.2019, 19.30 Uhr Jagdsaal

Wiener Klassik in C      

Lisa Smirnova Klavier

„...Die in Moskau geborene, in Österreich lebende Smirnova spielt in der Kategorie von Glenn Gould, jeder andere Vergleich wäre unstatthaft……Ernst, Tiefe, Spritzigkeit, Witz, Charme: Smirnova spielt uns schwindlig vor Vergnügen..."   Wolfram Goertz, Rheinische Post

Die bemerkenswerte Pianistin Lisa Smirnova ist eine der authentischsten Künstlerpersönlichkeiten die heute auf den internationalen Konzertpodien zu hören ist.

Tief verwurzelt in der Musik des Barock und der Klassik, ist sie heute als ausgewiesene Mozartspezialistin bekannt, als eine von Kritikern gewürdigte Interpretin der Klavierwerke von Bach, Händel und Scarlatti, sowie als eine Koryphäe zeitgenössischer Werke.

Prägend für ihren künstlerischen Werdegang waren die Flucht aus dem sowjet-kommunistischen Bildungssystem, die ihr das Studium beim renommierten Klavier-pädagogen Karl-Heinz Kämmerling am Salzburger Mozarteum ermöglichte, sowie spätere Studien bei Maria Curcio und Robert Levin.

Bereits im Alter von 20 Jahren debütierte Lisa Smirnova in der Carnegie Hall in New York, nur wenig später in der Suntory Hall in Tokyo. Danach folgten Auftritte in der Wigmore Hall in London, dem Concertgebouw in Amsterdam und im Wiener Konzerthaus, und im Sommer 1996 das Debüt bei den Salzburger Festspielen. Seither konzertiert sie auf den internationalen Konzertpodien in Europa, Asien und USA, und hat mit namhaften Dirigenten wie Manfred Honeck, Ivor Bolton, Carlos Kalmar, Andrey Boreyko und Andres Mustonen musiziert.

Aus dem stetig wachsenden Wunsch, ein umfassendes, historisch informiertes Klangbild auf modernem Flügel in einer den klassischen Werken angemessenen Besetzung besser gestalten zu können, gründete Lisa Smirnova 2007 das New Classic Ensemble Vienna, mit dem sie seitdem viele ihrer künstlerischen Projekte realisiert.

Die Aufnahmen von Lisa Smirnova werden von der Kritik gepriesen, einen Höhepunkt bildet die Einspielung der acht Londoner Suiten von Georg Friedrich Händel (2012, ECM New Series). Auch ihre Zusammenarbeit mit Benjamin Schmid brachten ihr höchstes Lob ein (z.B. Erstaufnahme der Bachschen Sonaten und Partiten für Violine mit der Klavierbegleitung von Robert Schumann, 1995/2011 MDG, oder die Einspielung wichtiger Werke von Shostakovich, Prokofiev und Weill auf Ondine, 2015). Lisa Smirnova lebt heute in Wien und Düsseldorf. 

Sonntag, 6.10.2019, 11 Uhr Jagdsaal

Minguet Quartett & Nikolaus Friedrich / Uraufführung York Höller    

Minguet Quartett

Ulrich Isfort, Violine
Annette Reisinger, Violine
Aroa Sorin, Viola
Matthias Diener, Violoncello 

Das Minguet Quartett - gegründet 1988 - zählt heute zu den international gefragtesten Streichquartetten und gastiert in allen großen Konzertsälen der Welt, wobei seine so leidenschaftlichen wie intelligenten Interpretationen für begeisternde Hörerfahrungen sorgen – „denn die Klang- und Ausdrucksfreude, mit der das Ensemble die Werke zur Sprache bringt, belebt noch das kleinste Detail“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Namenspatron ist Pablo Minguet, ein spanischer Philosoph des 18. Jahrhunderts, der sich in seinen Schriften darum bemühte, dem breiten Volk Zugang zu den Schönen Künsten zu verschaffen: Das Minguet Quartett fühlt sich dieser Idee auf seinen Konzertreisen mehr denn je verpflichtet.

In der Saison 2018/19 wird das Minguet Quartett u.a. beim Beethovenfest Bonn, Mozartfest Würzburg, bei Pour l’Art&Le Lutrin Lausanne, der Fundacion Beethoven Santiago de Chile, im SouthBank Center London, Lincoln Center New York und im Konzerthaus Wien gastieren. 2017/18 war das Ensemble erfolgreich bei den Schwetzinger Festspielen, den Festivals Musica Strasbourg, EuroArt Prag, Melos-Ethos Bratislava und Mosel Musikfestival sowie in renommierten Konzerthäusern wie der Library of Congress Washington DC, BOZAR MUSIC Brüssel, dem Brucknerhaus Linz und der Elbphilharmonie Hamburg zu Gast, gefolgt von Konzertreisen nach Österreich, Großbritannien und in die USA. 2018 war das Minguet Quartett Dozenten-Ensemble in residence an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Vorangegangene Spielzeiten führten das Ensemble in die Kölner und Berliner Philharmonie, die Staatsoper Berlin, das Konzerthaus Berlin, die Alte Oper Frankfurt, das Muziekgebouw Amsterdam, The University of Hong Kong, zum Mozartfest Würzburg, Festival d'Automne Paris, Tongyeong International Music Festival Korea sowie zu weiteren Festivals und in große Konzertsäle innerhalb Europas, in Japan, Mittel- und Südamerika, Kanada und den USA.

Das Minguet Quartett konzentriert sich auf die klassisch-romantische Literatur sowie die Musik der Moderne gleichermaßen und engagiert sich durch zahlreiche Uraufführungen für Kompositionen des 21. Jahrhunderts. Begegnungen mit bedeutenden Komponisten unserer Zeit inspirieren die vier Musiker zu immer neuen Programmideen. Die erstmalige Gesamtaufnahme der Streichquartette von Wolfgang Rihm, Peter Ruzicka und Jörg Widmann zählen zu den bedeutendsten Projekten. Ein Höhepunkt der letzten Jahre war die Aufführung von Karlheinz Stockhausens Helikopter-Streichquartett im Rahmen eines Konzeptes des Dirigenten Kent Nagano.

2010 wurde das Minguet Quartett mit dem ECHO Klassik sowie 2015 mit dem renommierten französischen Diapason d'Or des Jahres ausgezeichnet.  

Nikolaus Friedrich ist nicht nur der künstlerische Leiter des Schwetzinger Mozartfestes, er ist auch Solo-Klarinettist im Orchester des Nationaltheaters Mannheim und widmet sich daneben intensiv dem Ensemble-Spiel mit verschiedenen, international renommierten Kammermusikformationen. Seit einigen Jahren ist es Tradition, dass er zusammen mit einer Quartettformation die Uraufführung der im Rahmen des Schwetzinger Mozartfestes vergebenen Auftragskomposition gestaltet.

York Höller studierte 1963-70 in Köln an der Musikhochschule Komposition (bei Bernd Alois Zimmermann und Herbert Eimert), Klavier (bei Alfons Kontarsky) und Orchesterleitung, daneben Musikwissenschaft und Philosophie an der Universität, und legte 1967 sein Schulmusikexamen ab. Wichtige Impulse verdankte er auch den Darmstädter Ferienkursen, zumal den Analyseseminaren von Pierre Boulez. Nach kurzer Tätigkeit als Solorepetitor am Stadttheater Bonn erhielt er 1971, auf Einladung Karlheinz Stockhausens, erstmals die Chance, im elektronischen Studio des WDR Köln eigene Arbeiten zu realisieren. In den folgenden Jahren wurde er rasch international bekannt durch Kompositionen, die instrumental-vokale und elektronische bzw. computergenerierte Klänge in lebendiger, fantasievoller Synthese präsentierten. Einige dieser Werke hat Höller, auf Einladung von Pierre Boulez, ab Mitte der siebziger Jahre im Pariser Forschungsinstitut IRCAM realisiert.

Paris wurde ihm, dem „Grenzgänger“ zwischen Deutschland und Frankreich, der zunehmend auch Elemente der französischen Musikästhetik assimilierte, zur zweiten Heimat, und hier, an der Grand Opéra, wurde 1989 seine Oper DER MEISTER UND MARGARITA (nach Michail Bulgakow) mit großem Erfolg uraufgeführt. Nach 14jähriger Lehrtätigkeit als Dozent für Analyse und Musiktheorie an der Kölner Musikhochschule übernahm er 1990-1999 die künstlerische Leitung des neu eingerichteten WDR-Studios für elektronische Musik. 1993 wurde er zum Professor für Komposition an die „Hanns Eisler“-Musikhochschule in Berlin berufen, 1995 wechselte er in gleicher Funktion, als Nachfolger Hans Werner Henzes, an die Kölner Musikhochschule. Höller erhielt zahlreiche internationale Kompositionsaufträge, Stipendien (Cité des Arts Paris, Villa Massimo Rom) und Auszeichnungen (Bernd Alois Zimmermann-Preis der Stadt Köln, Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, Preis des Internationalen Komponistenforums der UNESCO, Rolf Liebermann-Preis für Opernkomponisten) und wurde von Universitäten und Hochschulen in Europa und Amerika zu Vorträgen und Kompositionskursen eingeladen. 1986 ernannte ihn der französische Kulturminister zum Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres de la République Française, seit 1991 ist er Mitglied der Berliner Akademie der Künste, seit 2006 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Unter den Komponisten der mittleren Generation in Europa ist Höller gewiß einer der eigenständigsten und eigenwilligsten — ein Künstler, der sich nie durch Schulen und ästhetische Dogmen hat vereinnahmen lassen. Früh setzte er sich kritisch mit der seriellen Musik, mit aleatorischen und stochastischen Kompositionsmodellen auseinander, nahm Anregungen philosophischer und naturwissenschaftlicher Denkansätze, aus der Informations- und Gestalttheorie auf und entwickelte daraus sein Konzept der „Gestalt-Komposition“, die auch der indischen Raga- und arabischen Maqam-Technik, vor allem aber der mittelalterlichen Isorhythmie wichtige Inspirationsmomente verdankt. Sie dient als syntaktische Basis einer höchst persönlichen Musiksprache, die subjektiven Impuls und rationale Kontrolle, Konstruktion und Klangsinnlichkeit in eins zu setzen sucht. Seine Bulgakow-Oper, aber auch seine großen Orchester- und Ensemblewerke entwerfen eine subtile Balance von minutiös durchrationalisierter Struktur und hoch expressiver Diktion, die Farbenrausch, dramatische Gestik, emotionale Emphase nicht scheut. „Für mich“, so Höller, „antwortet das Streben nach Schönheit, in des Wortes weitester Bedeutung, keiner Ideologie, sondern einer immensen Herausforderung (wenn man sich nicht mit den Klischees postmoderner Neotonalität zufrieden geben will) — eine Utopie, an der zu arbeiten es in einer Zeit wie der unseren besonderer Anstrengung bedarf.“ 

Freitag, 11.10.2019, 19.30 Uhr Schlosskapelle

Wege zu Mozart – Die Gambe in Mozarts Spiegel     

Jakob David Rattinger Gambe

Als „frech“ bezeichnete Ihn das Fonoforum - Norman Lebrecht lässt sich zu einem „Rattingers play could hardly be bettered“ hinreißen, und die österreichische Kronenzeitung feierte den Künstler gar mit den Worten: „Der Musiker übersetzt den spontanen Charakter, den Barockmusik einst gehabt haben muss, umwerfend selbstbewusst für die Gegenwart.“

Der in Bayern lebende Gambist Jakob Rattinger ist ein Musiker mit Leidenschaft: Einfühlsam, virtuos und zugleich stürmisch affektreich, weiß er die Grenzen der Gambe gekonnt auszuloten. Bei seinen Auftritten begeistert er Publikum und Presse gleichermaßen.

So schwärmt der schweizerische Radiosender DRS 2: Berückend schön singt Rattinger auf seiner Gambe, um im nächsten Augenblick in höllischem Tempo, einem Rockmusiker gleich, über die Saiten zu fetzen.

Objektiviert werden diese Einschätzungen durch diverse Auszeichnungen, die den Einspielungen des Gambisten zuteilwurden.

Internationale Aufmerksamkeit erlangt Rattinger durch solistische Konzerte bei den Innsbrucker Festwochen, den Thüringer Bachwochen, bei den Prager Symphonikern - Konzertzyklus Alte Musik oder den Dresdner Meisterkonzert. Als Kammermusiker und Continuist konzertiert er regelmäßig mit verschiedenen Orchestern und Spezialensembles der Alten Musik.
Ein großes Anliegen ist dem Künstler, seinem Instrument einen rechtmäßigen Platz in der Konzertwelt zu sichern und die Gambe als ein vollwertiges Instrument in unserer heutigen Zeit zu positionieren.
Intensive Beschäftigungen mit dem Instrumentenbau sowie dem historischen und musikwissenschaftlichem Umfeld der Gambe und die daraus gewonnenen Erkenntnisse, implementiert der Musiker ganz selbstverständlich in seine Interpretationen.

Dies spiegelt sich besonders in den eigenen CD Produktionen des Künstlers wider.

Doch damit nicht genug: Sein Wissen gab Rattinger im Rahmen seiner Tätigkeiten in den Fächern Historische Aufführungspraxis und Viola da Gamba an der Musikhochschule Regensburg sowie am Konservatorium Graz sowie bei regelmäßigen Seminaren an seine Studenten und viele Musikbegeisterte weiter.

Seine künstlerischen Erfolge basieren auf dem Fundament von Studien an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, am Konservatorium Wien, an der Schola Cantorum Basiliensis sowie an der Hochschule für Musik in Nürnberg.

Als Kulturschaffender baute Rattinger die Reihe „Barocktage Schobenhausen“ auf, die sich im Freistaat Bayern überregionaler Bekanntheit erfreut.   

Ralf Waldner Cembalo

In Ellwangen an der Jagst geboren, studierte Ralf Waldner Cembalo und historische Aufführungspraxis in Leipzig, Nürnberg und Hannover.

Dabei zählten Zvi Meniker (historische Tasteninstrumente), Oscar Milani (Cembalo und Fortepiano), Peter Thalheimer (Aufführungspraxis) und Bernward Lohr (Generalbass) zu seinen Lehrern.

2006 schloß er seine Studien an der Hochschule für Musik Nürnberg mit dem Solistenexamen ab. Seitdem verfolgt Ralf Waldner eine internationale Konzerttätigkeit als freischaffender Cembalist und Hammerflügelspieler. Sein umfangreiches Repertoire erstreckt sich von früher Tastenmusik über die Werke Bachs und Scarlattis, sowie Musik der französischen Clavecinisten bis hin zu Uraufführungen von zeitgenössischen Cembalowerken, die speziell für ihn komponiert wurden. Darüber hinaus gilt sein besonderes Interesse dem Clavichord und dessen mannigfaltiger Literatur.

Als gesuchter Kammermusikpartner konzertiert er regelmäßig mit renommierten Ensembles und Klangkörpern wie Musica Alta Ripa, L´Arpa Festante, dem Ensemble Arte Mandoline und der Staatsphilharmonie Nürnberg.

Rundfunkaufnahmen entstanden beim WDR, SWR und BR; CD- Produktionen erschienen u.a. bei den Labels Deutsche Harmonia Mundi, TYXart und MDG.

Ralf Waldner wurde zum Wintersemester 2018/2019 zum Professor für Cembalo an die Musikhochschule Würzburg berufen. Neben seiner Professur in Würzburg ist er Dozent an der Hochschule für Musik Nürnberg und unterrichtet regelmäßig im Rahmen von internationalen Meisterkursen.   

Samstag, 12.10., 19 Uhr / Sonntag, 13.10.2019 11 & 17 Uhr Jagdsaal

Mozart-Streichquartettfestival  

Amaryllis Quartett

Gustav Frielinghaus, Violine

Lena Sandoz, Violine

Tomoko Akasaka, Viola

Yves Sandoz, Violoncello 

„Aufregend frisch und auf kluge Weise unkonventionell“ (BNN) und mit „staunenswert makelloser Technik“ (SZ) begeistert das Amaryllis Quartett in seinen Konzerten regelmäßig Publikum und Presse und gehört damit zu den interessantesten Streichquartetten seiner Generation.

In seinen Konzertprogrammen ebenso wie bei seinen Einspielungen ist es dem Amaryllis Quartett ein Anliegen, Klassiker der Quartettliteratur auf ungewöhnliche Weise mit Neuem zu kombinieren und dadurch neue Hörwelten zu eröffnen. Die Uraufführung von Werken zeitgenössischer Komponisten wie Johannes Fischer, David Philip Hefti oder Lin Yang nimmt dabei einen ebenso wichtigen Platz ein wie die Wiederentdeckung heute vergessener Meisterwerke, etwa der Streichquartette des ungarischen Komponisten Géza Frid. Die vier Musiker, die bei Walter Levin in Basel, später dann beim Alban Berg Quartett in Köln und bei Günter Pichler in Madrid ausgebildet wurden, gewannen zahlreiche internationale Preise, darunter den Finalisten-Preis beim Premio Paolo Borciani 2011 in Reggio Emilia und nur vier Wochen später den ersten Preis und den Monash University Grand Prize bei der 6th International Chamber Music Competition in Melbourne. Im Jahr 2012 wurde ihnen außerdem der Kammermusikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung verliehen.

Konzertreisen führten das Amaryllis Quartett u.a. in die Alte Oper Frankfurt, die Tonhalle Zürich, den Wiener Musikverein, das Teatro della Pergola Firenze, das Gran Teatro La Fenice di Venezia und in die Dai-ichi Seimei Hall Tokio. Regelmäßig gastiert es auf Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Schwetzinger SWR Festspielen, dem Heidelberger Frühling, dem Rheingau Musik Festival und dem Lucerne Festival.

Außerdem rief das Quartett seine eigene Konzertreihe im Konzertsaal Solothurn ins Leben und gestaltet unter dem Motto „amaryllis 3x3“ einen Zyklus in der Laeiszhalle Hamburg, im Lübecker Kolosseum und im Bremer Sendesaal. Zu den Kammermusikpartnern des Amaryllis Quartetts zählen Barbara Westphal, Dimitri Ashkenazy, François Benda, Patrick Demenga, Volker Jacobsen, Paul Katz, Jens-Peter Maintz, Gustav Rivinius, Gerhard Schulz und Michael Tree. Die 2011 erschienene CD „White“ mit Werken von Haydn und Webern wurde 2012 mit dem ECHO Klassik für die beste Kammermusikeinspielung des Jahres ausgezeichnet. Sie bildete den Auftakt zu der von der Presse hochgelobten "Farbenreihe“, in der Werke verschiedener Epochen miteinander in Beziehung gesetzt werden. Die soeben erschienene Einspielung „Yellow“ mit Werken von Mozart und Schönberg schließt diese Reihe ab.

Neben seiner Konzerttätigkeit ist das Quartett auch sehr daran interessiert, seine Erfahrung weiterzugeben. So unterrichten die Musiker bei verschiedenen Meisterkursen; mehrere Mitglieder des Quartetts haben ihre eigenen Kammermusikklassen an deutschen Hochschulen.

Seit April 2016 ist Tomoko Akasaka Bratschistin des Amaryllis Quartetts. Lena Eckels entschied sich nach 10 intensiven und erlebnisreichen gemeinsamen Jahren, andere Wege zu gehen. Tomoko Akasaka lebt in Berlin und ist u.a. Preisträgerin des 53. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in München.  

Schumann Quartett

Erik Schumann, Violine
Ken Schumann, Violine
Liisa Randalu, Viola
Mark Schumann, Violoncello 

Das Schumann Quartett ist dort angekommen, wo alles möglich ist, weil man auf Sicherheiten verzichtet. Das schließt auch das Publikum mit ein, das sich Abend für Abend auf alles gefasst machen muss: „So wirklich entwickelt sich ein Werk nur live“, sagen sie, „das ist ‚the real thing‘, weil wir vorher selbst nie wissen, was passiert. Spätestens auf der Bühne fällt jede Imitation weg, man wird automatisch ehrlich zu sich selbst. Dann kann man in der Musik eine Verbindung mit dem Publikum herstellen, kommunizieren.“

Ein Highlight der 18/19 Saison ist weiterhin die bereits im Dezember 2016 begonnene, drei Jahre währende Residenz bei der Chamber Music Society des Lincoln Centers, in New York City. Des Weiteren wird das Quartett in Israel und zweimal in den USA auf Tour gehen, zu Gast bei Festivals in Deutschland, Österreich, Frankreich, den Niederlanden und Bulgarien sein und Konzerte in den großen Musikmetropolen London, Amsterdam, Wien, Hamburg und Berlin spielen. Sie sind Artiste Étoile bei den Oraniensteiner Konzerten und freuen sich auf ihre alljährlichen zwei Konzerte im Rahmen ihrer langjährigen Residenz im Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf.

Ihr aktuelles Album „Intermezzo“ (2018 | Schumann, Reimann mit Anna-Lucia Richter und Mendelssohn Bartholdy) erfreut sich national und international bester Resonanz und wird als würdiger Nachfolger ihres preisgekrönten LANDSCAPES-Albums gefeiert, in dem sie den eigenen Wurzeln nachspürten und Werke von Haydn, Bartók, Takemitsu und Pärt kombinierten. Letzteres wurde unter anderem mit 5 Diapasons sowie dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2017 ausgezeichnet und war Editor’s choice beim BBC Music Magazine. Für ihr vorhergehendes Album mit Werken von Mozart, Ives und Verdi wurde dem Schumann Quartett bereits als BEST NEWCOMER 2016 der BBC Music Magazine Award in London verliehen.

Seit ihrer frühesten Kindheit spielen die drei Brüder Mark, Erik und Ken Schumann zusammen. 2012 ist die in Tallinn geborene und in Karlsruhe aufgewachsene Liisa Randalu als Bratschistin dazu gekommen. Immer wieder bemerken Außenstehende, wie stark die Bindung zwischen ihnen ist. Die Vier genießen die nonverbale Kommunikation, „ein Blick, und ich weiß, wie er/sie die Musik in dem Moment spielen möchte“. Unterschiedliche Persönlichkeiten treten deutlicher hervor, gleichzeitig entsteht in jedem musikalischen Werk ein gemeinsamer Raum, findet eine geistige Metamorphose statt. Vielleicht sind diese Offenheit und Neugierde die entscheidenden Einflüsse von Lehrern wie Eberhard Feltz, dem Alban Berg Quartett oder Partnern wie Menahem Pressler.

Lehrer, musikalische Partner, Preise, Veröffentlichungen – gerne werden Stufen konstruiert um herzuleiten, warum viele das Schumann Quartett heute zu den besten überhaupt zählen. Die Vier fassen solche Daten eher als Begegnungen auf, als Bestätigung für ihren Weg. Sie empfinden die musikalische Entwicklung der letzten zwei Jahre als Quantensprung. „Wir haben Lust darauf, es bis zum Äußersten zu treiben, zu probieren, wie die Spannung und unsere gemeinsame Spontaneität trägt“, sagt Ken Schumann, der mittlere der drei Schumann Brüder. Versuche, ihnen einen Klang, eine Position, eine Spielweise zuzuordnen, hebeln sie charmant aus, lassen allein die Konzerte für sich sprechen. Und Kritiker geben ihnen recht: „Feuer und Energie. Das Schumann Quartett spielt umwerfend gut [...] zweifellos eine der allerbesten Formationen der jetzigen Quartettblüte, […] blitzende Virtuosität und Überraschungsbereitschaft“ (Harald Eggebrecht in der SZ). Ausreichend Raum für nächste Abenteuer, also. Text und Foto: Stadt Schwetzingen