Stadt Schwetzingen: Aus dem Gemeinderat am 22. Juni 2022

Sanierung und Neunutzung des Rothackerschen Hauses - Gemeinderat beschließt Umplanungsentwurf

Schwetzingen.Der Gemeinderat stimmte dem von der Stadtverwaltung erstellten Umplanungsentwurf zu Sanierung und Umbau des Rothackerschen Hauses (mit großer Mehrheit) zu und beauftragte gleichzeitig Oberbürgermeister Dr. René Pöltl und die Verwaltung mit der weiteren Umsetzung des Projektes. Die Räte bewilligten zudem ein Investitionsvolumen von 11.500.0000 EUR für den Umbau.

Insgesamt 2 Mio. EUR der gesamten Investitionskosten werden im Rahmen des Förderprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ durch den Bund und rund 520.000 EUR im Rahmen der Tourismusförderung des Landes Baden-Württemberg übernommen. Der Gemeinderat beauftragte die Stadt auch mit der Prüfung, inwieweit der Parkplatz „Alter Messplatz“ in die Sanierung und Neunutzung des Rothackerschen Hauses gestalterisch miteinbezogen und – auch unter ökologischen Gesichtspunkten - umgestaltet werden kann.

Zur Vorgeschichte:

Das Rothackersche Haus befindet sich im Eigentum der Stadt Schwetzingen und steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 2019 fasst der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung und Neunutzung des leerstehenden Gebäudes. An dieser zentralen innerstädtischen Lage sollte mit dem städtischen Museum, der Tourist-Information, einer Gastronomie sowie Kunst- und Veranstaltungsräumen eine Anlaufstelle für die Bevölkerung und Touristen geschaffen werden. In einer europaweiten Ausschreibung erhielt die Architektengemeinschaft fischerarchitekten / rebuild.ing aus Aachen/ Reilingen den Zuschlag zur weiteren Projektabwicklung. Im Frühjahr 2021 stellten die Generalplaner im Gemeinderat den Vorentwurf zum Umbau vor.

Angesichts einer enormen Baukostenentwicklung und extremen Preissteigerungen bei Baumaterialien, sprachen sich die Fraktionen zu Beginn des Jahres 2022 für eine Überarbeitung des Planungsentwurfs aus. Zwischenzeitlich ging man von einer Baukostensteigerung von ursprünglich 16,5 Mio. EUR auf nun ca. 21 Mio. EUR aus.

Vor diesem Hintergrund ist die Stadtverwaltung in Abstimmung mit den Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen zu dem Schluss gekommen, dass die Baukosten massiv gesenkt werden müssen, um eine Umsetzung und die Finanzierung des Projektes zu gewährleisten. Hierzu wurde es erforderlich, die Sanierung und Erweiterung des Rothackerschen Hauses räumlich und funktional auf ein Mindestmaß zu beschränken. Der Schwerpunkt der Maßnahme wird dafür auf Sanierung und Nutzbarmachung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes gelegt. Lediglich zur funktionalen Gebäudeerschließung erfolgt eine maßvolle Erweiterung.

Das bedeutet, dass in das neue Rothackersche Haus statt wie bisher geplant auf rund 2.000 m² auf nunmehr nur 885 m² die Tourist-Information, das städtische Museum mit der historisch-stadtgeschichtlichen Dauerausstellung, einer Dauerausstellung zu den Themen Spargel und Musikfestivals, einer Wechselausstellungsfläche sowie einem Museumspädagogikraum im Dachgeschoss integriert werden. Verzichtet wird auf die Gastronomie sowie den Vollausbau des Keller- und Dachgeschosses. Reduziert wird bei den Büroflächen für das Kulturamt und bei der technischen Gebäudeausstattung für Dauer- und Wechselausstellungsflächen sowie der Lüftungsanlage.

(Abstimmungsergebnis: 17 Ja, 2 Nein)

Erweiterung der Bewohnerparkzone 2

Die Bewohnerparkzone 2 wird um die Mühlenstraße 1a – 29 (nur ungerade Hausnummern) erweitert. Die Bewirtschaftungszeit wird auf werktags 9 bis 21 Uhr festgelegt. Verkehrsteilnehmende können in diesem Zeitraum mit Parkscheibe maximal zwei Stunden parken. Bewohner*innen der Parkzone 2 mit entsprechendem Parkausweis unbeschränkt. Für die erforderliche Beschilderung bewilligte der Gemeinderat überplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von 2000 EUR.

Der Erweiterung ging ein Bürgerantrag von dort wohnhaften Schwetzinger*innen voraus. Diese hatten eine Erweiterung beantragt, da in diesem Bereich vermehrt Dauerparker*innen (Beschäftigte in Geschäften und Büros in der Innenstadt) parken und Bewohner*innen tagsüber daher oft keinen Parkplatz in Wohnungsnähe finden. Der Technische Ausschuss hatte sich in seiner Sitzung am 4. Mai 2022 daher mehrheitlich für die Erweiterung ausgesprochen.

Neue Straßennamen im Baugebiet „Schwetzinger Höfe“

Die Straßen im Baugebiet „Schwetzinger Höfe“ werden im Zuge der Baumaßnahmen in ihren Verläufen neu geordnet. Die neu zu errichtende Straße soll im östlichen Bereich den Straßennamen „Pfaudlerstraße“ weiterführen und im südwestlichen Teil des Gebietes in „Fredericksburger Straße“ benannt werden. Damit ist – nach Spoleto, Lunéville und Pápa - auch nach der amerikanischen Partnerstadt Fredericksburg eine Straße in Schwetzingen benannt.

(Abstimmungsergebnis: 14 Ja, 6 Nein)

Wechsel im Gemeinsamen Gutachterausschuss Bezirk Schwetzingen

Die Große Kreisstadt Schwetzingen wählt Reiner Haas als Vertreter der Gemeinde Brühl in das Gesamtgremium des gemeinsamen Gutachterausschusses. Er tritt sein Amt als Nachrücker für den zum 30.04.2022 ausgeschiedenen Ingo Schwien an, der bisher zweiter stellvertretender Vorsitzender war. Als neuen zweiten Stellvertretenden Vorsitzenden wählt die Große Kreisstadt Schwetzingen Andreas Emmerich (Gutachter aus Neulußheim).

Soweit nicht anders beschrieben, erfolgten die Beschlüsse einstimmig. Die komplette Sitzung sowie die Vorlagen und Beschlüsse sind auch im Internet unter http://ratsinfo.schwetzingen.de nachzulesen.

Text: Stadt Schwetzingen  Bild: pem