RÜCKSICHTSLOS, UNVERANTWORTLICH, GEFÄHRLICH

Schiffmann, Eckert &Co gingen diesmal mit ihrem eigenen "Law and Order" zu weit.

Landau. Die vom Sinsheimer HNO-Arzt Bodo Schiffmann angemeldete Corona-Leugner-Demo im Zuge seiner VIP Info-Tour am Volkstrauertag in Landau/RLP wurde vom Ordnungsamt der Stadt im Vorfeld verboten.

Die Stadt begründete ihr Verbot damit, dass davon auszugehen sei, dass die Teilnehmer bei diesen Veranstaltungen regelmäßig gegen behördliche Auflagen verstoßen. In mehreren Corona-Leugner-Gruppen wurde dazu aufgerufen sich nicht an Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu halten. Zudem habe der Volkstrauertag zu dieser Entscheidung beigetragen, so das Ordnungsamt.

Gegen dieses Verbot legte Schiffmann beim Verwaltungsgericht (VG) Neustadt an der Weinstraße Einspruch ein. Das Demonstrationsverbot wurde vom VG ebenfalls bestätigt.

Was allerdings so ein Verbot für Schiffmann und seine "Jünger" bedeutet, konnte man in einschlägigen Telegram u.a. Corona-Leugner Gruppen und natürlich auf Schiffmanns Webpräsenz den ganzen Tag verfolgen. Für Landau wurde weiter kräftig mobilisiert.

Allen voran das nicht nur in der Südpfalz bekannte rechtsextreme Frauenbündnis Kandel mit ihren Telegram Gruppen-Ablegern, Kandel-Team 2020, Eltern stehen auf, Friedensinitiative Speyer und Querdenken 6341 Landau.

Schiffmanns erster Stopp am Volkstrauertages war Saarbrücken. Auch hier hatte das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes das Verbot der Versammlungsbehörde einer Kundgebung der "Querdenken"-Bewegung mit Verweis auf das saarländische Sonn- und Feiertagsgesetz bestätigt.

Es kamen dennoch über 500 Teilnehmer; unter ihnen auch wie üblich Rechtsextreme, Reichsbürger, Impfgegner und Esoteriker.

Im Mittelpunkt der Corona-Leugner Bodo Schiffmann und sein Wanderprediger Samuel Eckert, der alles per Video-Livestream auf ihren eigenen Social-Media Kanälen propagandistisch in Szene setzte.

In Landau/RLP setzte gegen 17.00 Uhr das übliche "Katz und Maus Spiel ein. An mehreren Punkten der Stadt versammelten sich die Corona- Leugner. Über ihre Kanäle wurden immer wieder einige Treffpunkte genannt, so auch der Hauptfriedhof in Landau, zu welchem auch Schiffmann in einer schlecht indizierten versteckten Videobotschaft mobilisierte.

Zunächst versammelten sich unter der Beobachtung der Polizei immer wieder einzelne Gruppen, um dann gezielt den Hauptfriedhof als gemeinsamen Treffpunkt ins Visier zu nehmen.

Gegen 18.00 Uhr waren dort bereits gut 300 Querdenker eingetroffen - wie zu erwarten, ohne Abstand, ohne Mund-Nasen-Schutz. Die Polizei forderte per Lautsprecher unter dem Hinweis des Verbotes dieser Veranstaltung die Personen auf, diese aufzulösen. Die Aufforderungen wurden ignoriert.

Als die Ordnungskräfte Personenkontrollen durchführten und Platzverweise aussprachen, kam es vereinzelt zu üblen verbalen Entgleisungen seitens der Schiffmann-Jünger.

Inmitten dieser polizeilichen Maßnahme tauchten Schiffmann und Eckert auf. Die Menge untermalte deren 'Auftritt' mit "Bodo, Bodo" Sprechchören und dem Singen der Nationalhymne.

Schiffmann verlangte nach dem Einsatzleiter der Polizei und versuchte diesem gegenüber zu erklären, er wolle nur kurz auf den Hauptfriedhof, um den Opfern des Faschismus zu Gedenken. Dies wurde ihm verwehrt.

Daraufhin setzte sich die Menge in Bewegung, was die Polizei umgehend stoppte und gegenüber Schiffmann einen Platzverweis aussprach, verbunden mit der Auflage Landau umgehend zu verlassen. Wanderprediger Eckert schlüpfte nun in die "Messias" Rolle von Schiffmann. Auch er wurde des Platzes verwiesen und per Polizeifahrzeug aus der Stadt gebracht.

Die immer noch stattliche Menge an Corona-Leugnern musste nun befürchten, dass ihre verbotene Versammlung geräumt werden würde. Urplötzlich waren vermehrt Eltern mit Kindern in den ersten Reihen zu finden. Mit welch abartigen Mitteln diese "Corona-Leugner" arbeiten ist schon erschreckend - sie missbrauchen ihre Kinder als Schutzschild ob ihres strafbaren Verhaltens.

Nach und nach, löste sich die Menge unter dem Dauerregen auf und mehrere Gruppen suchten sich über verschiedene Richtungen den Weg in die Innenstadt. Ziel diesmal: der Landauer Rathausplatz.

Dort wurden sie unter Androhung von Ordnungsstrafen erneut aufgefordert ihre Versammlung zu beenden; auch hier gab es wieder Platzverweise.Wie die Polizei mitteilte, wurden gegen zwei Personen ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Insgesamt gab es 57 Platzverweise und mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz sowie wegen des Verstoßes gegen die Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes.

Auch gegen Schiffmann und Eckert sowie weitere Organisatoren wird wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz jetzt auch in Rheinland-Pfalz ermittelt.

Was diese Corona-Leugner in Landau/RLP veranstaltet haben, ist an Unverantwortlichkeit gegenüber der Allgemeinheit nicht mehr zu akzeptieren.

Auch nicht im Rahmen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Das ist ein Angriff auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung.

Wer bei den derzeit hohen Inzidenz-Werten den Schutz der Allgemeinheit ignoriert und unterläuft, muss die volle Härte des Gesetzes erfahren.

Auf ihren wirren Demonstrationen werden mögliche Infektionen billigend in Kauf genommen.

Damit tragen die ,Demonstranten' den Virus bewusst in ihre Familien, in die Gesellschaft, an den Arbeitsplatz, in die Schulen und Kindergärten.

Wer diese Gefahr leugnet und mit ihren Veranstaltungen unter Ausnutzung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sogar die Pandemie lächerlich macht, ist eine Gefahr für die gesamte Bevölkerung.

Text und Fotos: Übernommen mit freundlicher Genehmigung von "Roter Rabe blogspot"