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„Kunst, die aufrüttelt“: Ausstellung „Weltenbrand“

mit Werken von Betty Beier und Francisco Klinger Carvalho noch bis 21. November in der städtischen Galerie Villa Streccius in Landau zu sehen – Begleitprogramm lockt u.a. mit Filmvorführung, Podcast und Exkursion

Bei der Ausstellungseröffnung (v.l.n.r.): Kulturdezernent Dr. Maximilian Ingenthron, Dr. Charlotte Dan, Geschäftsführerin der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, Sabine Haas, städtische Kulturreferentin, Künstler Francisco Klinger Carvalho, Künstlerin Betty Beier, Friedensakademie-Mitarbeiterin Rebecca Froese und Kunsthistorikerin Prof. Dr. Karin Stempel. (Quelle: Karin Hiller/Uni Landau)

Landau. Die Welt brennt: Waldbrände werden weltweit immer häufiger zum Problem. Einerseits liegen die Ursachen im fortschreitenden Klimawandel, andererseits wird gezielt gerodet. Mit den Auswirkungen dieser Umweltzerstörung vor allem im Amazonasgebiet beschäftigt sich die Ausstellung „Weltenbrand“, die jetzt in der städtischen Galerie Villa Streccius in Landau eröffnet wurde. Die Schau mit Werken von Bildhauerin und Malerin Betty Beier sowie Bildhauer Francisco Klinger Carvalho ist noch bis 21. November zu sehen. In Kooperation mit der Friedensakademie und der Universität in Landau wird außerdem ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten.

„Kunst, die aufrüttelt; Kunst, die beeindruckt und zugleich bedrückt: Das können wir diese Tage in der Villa Streccius erleben. Selten wurde Kunst in Landau dem Anspruch, zur Auseinandersetzung anzuregen, so gerecht wie derzeit bei der Ausstellung »Weltenbrand«, die die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen thematisiert,“ unterstreicht Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron. „Eine großartig gelungene Ausstellung der städtischen Kulturabteilung zu einem im wahrsten Wortsinn brandaktuellen Thema,“ findet der Kulturdezernent und spricht eine unbedingte Besuchsempfehlung aus.

Die Kulturreferentin der Stadt Landau, Sabine Haas, fügt hinzu: „Eingebettet ist die Ausstellung in ein spannendes Begleitprogramm, das wir in Zusammenarbeit mit der Künstlerin und dem Künstler gemeinsam mit der Friedensakademie Rheinland-Pfalz und der Universität Koblenz-Landau auf die Beine gestellt haben. Interessierte erwartet neben zwei Podcasts und einem Kino-Film auch ein Planspiel, bei dem sie sich in die Situation brasilianischer Reservatbewohnerinnen und -bewohner versetzen müssen, oder sie können sich bei einer geologischen Exkursion nach Barbelroth auf die Suche nach tropischen Spuren in der Südpfalz machen.“

Betty Beier begleitet seit Mitte der 90er Jahre landschaftsverändernde Prozesse, die durch den Eingriff des Menschen verursacht werden. Dafür reist sie weltweit an betroffene Orte, u. a. Deutschland, Island, China, Alaska, Brasilien und zuletzt Paraguay. Vor Ort nimmt sie einen Abdruck in Größe von 100 auf 100 cm der Bodenoberfläche und hält so in einer Bildskulptur aus Acryl oder Kunstharz eine Erdscholle fest. Entstehungsgeschichten, Fotos und Zeichnungen dokumentieren einschneidende ökologische Entwicklungen und begleiten ihre Erdschollen in der Ausstellung.

Die Arbeiten des multidisziplinären Künstlers Francisco Klinger Carvalho, der in Óbidos am Amazonas geboren wurde und aufgewachsen ist, sind geprägt durch intensive Naturerfahrungen. Viele seiner Werke sind eine kulturelle Neuinterpretation, die hauptsächlich auf dem lateinamerikanischen Einfluss basiert. Die Probleme, mit denen die Gesellschaften konfrontiert sind, werden in ihrer philosophischen, ökologischen, religiösen, künstlerischen und politischen Dimension angegangen.

Die Galerie Villa Streccius am Südring 20 in Landau ist dienstags und mittwochs von 17 bis 20 Uhr sowie donnerstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Ausführliche Infos zum Begleitprogramm, zu Terminen und Anmeldemodalitäten sind online unter www.landau.de/ausstellungen sowie unter www.villa-streccius.de zu finden.

Zum Besuch der Ausstellung ist der Nachweis über eine vollständige Impfung bzw. Genesung oder einen negativen Corona-Test erforderlich.

Text: Stadt Landau in der Pfalz