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Hockenheimer Tag der Natur 2019

Warum gibt es den „Hockenheimer Tag der Natur“

Die zahlreichen Angebote des „Hockenheimer Tag der Natur“ locken immer wieder zahlreiche Teilnehmer an.

Beim diesjährigen „Hockenheimer Tag der Natur“ wird erneut eine Kinder-wanderung angeboten.

Hockenheim. Biene, Marienkäfer, Gänseblümchen - die kennt jeder. Gerade jetzt freuen sich viele Menschen über erwachendes Grün, bunte Wiesenblumen und Insektensurren. Bald werden die ersten Maikäfer fliegen. Diese besonderen Eindrücke und interessante Informationen können interessierte Teilnehmer beim 16. „Hockenheimer Tag der Natur“ machen. Er startet am Freitag, 24. Mai 2019, und bietet bis Sonntag, 26. Mai 2019, ein Wochenende mit vielen Erlebnissen rund um den Wald.

Der Startschuss für den „Hockenheimer Tag der Natur“ fällt Freitag, 24. Mai 2019, von 14 bis 16 Uhr am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium. Das Ökomobil macht dort Halt und ermöglicht Einblicke in das Leben am Kraichbach, dem neuen Stadtbiotop am Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Hockenheim. Wer danach Nachtschmetterlinge in der Dunkelheit erleben möchte, hat dazu am Freitagabend, 21.45 Uhr, mit dem Experten Dr. Rolf Mörtter die Gelegenheit dazu. Erforderlich für die Teilnehmer sind festes Schuhwerk und eine Taschenlampe. Der Experte wird die Teilnehmer mit seinem immensen Wissen über die per Leuchtfalle angelockten Insekten begeistern. 

Am Samstagmorgen, 25. Mai 2019, 9.30 Uhr, bieten Horst Eichhorn und Diplom-Biologin Claudia Wein eine Kinderwanderung durch die Natur Hockenheims an. Danach heißt es um 14 Uhr „Mit dem Drahtesel auf den Spuren des Rheins“. Der Diplom-Biologe Uwe Heidenreich und Diplom-Geograph Thomas Kuppinger vermitteln in einer etwa dreistündigen Fahrradexkursion die Natur und Kultur im Hockenheimer Rheinbogen. 

„Für Langschläfer und Nachteulen“ ist am Samstagabend die zweite nächtliche Veranstaltung gedacht. Wolfgang Reinhardt und Fabian Oesterle zeigen um 20 Uhr Eulen und Fledermäuse im Nachtleben. Davor stimmen sie die Teilnehmer im Vereinshaus der Kleintierzüchter mit einer kurzen Einführung ein. Das Mitbringen einer Taschenlampe wird empfohlen. 

Und wer dann früh wieder ausgeschlafen hat, darf sich der vogelkundlichen Wanderung mit Gabi Picke am Sonntagmorgen, 26. Mai 2019, um 6 Uhr, anschließen. Dann wird allen Teilnehmern die Frage beantwortet: „Was singt und ruft zu früher Stunde?“ Ab 14 Uhr geht es dann zur Inventur mit der Hockenheimer Bevölkerung, der Projektgruppe und ihren zahlreichen fachkundigen Mitstreitern. Mit dabei sind vor allem mit das hochkarätige Experten-Team Dr. Dietrich Nährig, Dr. Karl-Friedrich Raqué, Dr. Rolf Borlinghaus und Dr. Karl-Hermann Harms. Sie haben fast alle von Beginn an die Projektgruppe ehrenamtlich unterstützt und den wissbegierigen Besuchern mit ihrem Wissen heimische Flora- und Fauna nähergebracht. Entdecken, finden, bestimmen, nachfragen, staunen - für Groß und Klein lautet die Devise. Becherlupen, Mikroskope, Nachschlagewerke, alles was zum Forschen benötigt wird, steht zur Verfügung und warten auf viele suchende Augen und helfende Hände.  

Warum gibt es den „Hockenheimer Tag der Natur“

Eine Million Tier- und Pflanzenarten werden aussterben, hieß es im kürzlich veröffentlichten UNO-Bericht. Dagegen möchte die Projekt-Gruppe der Lokalen Agenda 21 Hockenheim mit dem „Tag der Natur“ einen kleinen Beitrag leisten. „Wenn ich weiß, was hier lebt, pass ich besser drauf auf“, sagte vor zwei Jahren ein kleiner wissbegieriger Junge, der mit den gefüllten Bechergläsern die allzeit auskunftsbereiten Experten belagerte. Ob jung oder alt, jeder kann und darf dazulernen und viel Neues entdecken. Idealerweise führt es dazu, die Welt, Hockenheim, den Hockenheimer Rheinbogen, die heimische Flora und Fauna mit anderen Augen zu sehen und zu schätzen, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen zu entwickeln. Vielleicht geht es auch so weit, Plastikverpackungen zu meiden, weniger Müll zu verursachen oder ihn nicht arglos in der Natur zu hinterlassen, für Insekten Wasserschalen aufzustellen, die Blätter im Herbst für die Igel im Garten zu belassen.  

Die Bilanz der letzten Tage der Natur spricht eine deutliche Sprache. Im letzten Jahr wurden 345 Arten entdeckt, gezählt und bestimmt. Darunter befanden sich zwölf Arten, die in der Roten Liste (Bedrohte Arten) aufgeführt sind, davon neun Pflanzen- und drei Spinnen-Arten. Fast alle wurden von den Experten während der „Inventur" im Waldgebiet angrenzend an den Hockenheimring erfasst. Darunter zwei Arten der Vorwarnstufe, sechs der Arten gelten als gefährdet (Stufe drei), weitere vier Arten als „stark gefährdet" (Stufe 2). Diese waren bei den Pflanzen der Frühlings-Spark, das Acker-Filzkraut und das Kahle Ferkelkraut sowie bei den Tieren die Heide-Radnetzspinne. Außerdem wurde ein Marien-Prachtkäfer entdeckt. Dieser ist nicht explizit geschützt oder gefährdet, aber sein Vorkommen im Hardtwald war bisher etwas Außergewöhnliches. Er ist deshalb ein Indikator für den Klimawandel. Sein Lebensraum besteht aus abgestorbenem Kiefernholz, welches in den letzten Jahren im Hardtwald verstärkt vorhanden ist. 

Programmübersicht „16. Hockenheimer Tag der Natur“ 

  • Freitag  24. Mai 2019, 21.45 Uhr:

    Nachtfalter-Leuchtabend mit Dr. Rolf Mörtter. 

  • Samstag 25. Mai 2019, 9.30 Uhr:

    Kinderwanderung mit Horst Eichhorn und Diplom-Biologin Claudia Wein. 

  • Samstag, 25. Mai 2019, 14 Uhr:

    Fahrradtour „Mit dem Drahtesel auf den Spuren des Rheins“ – Natur und Kultur im Hockenheimer Rheinbogen, Fahrradexkursion mit Thomas Kuppinger/Uwe Heidenreich (Dauer etwa drei Stunden). 

  • Samstag, 25. Mai 2019, 20 Uhr:

    Nachtexkursion „Für Langschläfer und Nachteulen“ (Eulen/Fledermäuse) mit Wolfgang Reinhardt und Fabian Österle (zuvor Einführung im Vereinshaus der Kleintierzüchter), Taschenlampe mitbringen. 

  • Sonntag, 26. Mai 2019, 6 Uhr:

    Vogelwanderung „Was singt und ruft zu früher Stund“ mit Gabi Picke. Fernglas falls vorhanden mitnehmen. 

  • Sonntag, 26. Mai 2019, 14 Uhr:

    Inventur – Wissbegierige Besucher treffen auf Experten. Suchen, Finden, Erfassen mit  dem Expertenteam. 

Treffpunkt aller Veranstaltungen ist beim Parkplatz des Vereins der Kleintierzüchter (Hofweg 2, 68766 Hockenheim, falls nicht anders angegeben). Fragen und Anmeldungen sind im Büro der Lokalen Agenda 21 Hockenheim bei Elke Schollenberger, Telefon 06205 21-209, E-Mail e.schollenberger@hockenheim.de, möglich.

 Text und Foto: Stadtverwaltung Hockenheim