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„Feiern dass es mächtig kracht – eben Bessem Fasenacht“

Schwungvolle Mädchenbeine und Pointenregen aus der Bütt bei den Igg´lemer Bessem.

Böhl-Iggelheim. Mit viel Schwung gestalteten die Akteure die erste der drei restlos ausverkauften Prunksitzungen in der 61. Kampagne seit dem Bestehen der Karnevalsabteilung „Igg´lemer Bessem“ im TSV Iggelheim. Und die Bessem hatten die Närrinnen und Narren von Anbeginn an auf ihrer Seite. Denn mit, auf die Bessem umgetextete rheinische Fastnachtsweise „Ja wenn der Einmarsch erklingt“ stimmten Kurt Hauck und Dominik Wittmann das närrische Auditorium auf über eine fünfstündige Fahrt durch Gott Jokus Reich ein. Das im Refrain „Bessem ahoi“ war an diesem Abend vielhundertmal zu hören. Und immer wieder begleitete der Hofmusiker der Bessem, Roland Richter, die Narrenschau musikalisch auf der langen Reise und animierte zwischen den Vorträgen mit schmissigen Weisen zum Schunkeln und mitsingen, so dass es die Besucher oft nicht auf den Sitzen hielt. Auch auf den Stühlen wurde geschunkelt und getanzt.

Besonders stolz zeigte sich Präsident Kurt Hauck, bei seinen Begrüßungsworten, dass nur „Eigengewächse“ die über fünfstündige Narrenschau, gestalteten. „Wir brauchen keine teuren Akteure von außerhalb verpflichten, wir haben genügend närrisches Potential in den eigenen Reihen“, betonte der Urfastnachter. „Wir sind unsere eigenen Büttenstars und haben hervorragende Garden und Tanzmariechen“ unterstrich Kurt Hauck, der dieses Jahr zum 7. Mal das Bessemzepter als Präsident schwingt. Viele der Bessemakteure sind während der Kampagne bei befreundeten Vereinen gern gesehene Gastredner und Gastgruppen

Die Bessem werden in der Kampagne 2017/2018 von Prinzessin Isabella I. regiert und repräsentiert. Nach den Begrüßungsworten ihrer Lieblichkeit entführten die Minibessem mit ihrer schwungvollen Reise durch Hollys Wunderland die begeisterten Narren und Närrinnen und tanzten sich damit fulminant in die Herzen der farbenfroh kostümierten Gäste, in der prächtig geschmückten Narhalla des TSV Iggelheim in der Jahnstraße, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Mini-Bessem waren sofort „Die“ Lieblinge des applausfreudigen Publikums. Hier wird der Grundstock für die anderen Garden gelegt. Ein Beweis für die gute, zukunftsweisende Jugendarbeit bei den Bessem, wie ,Präsident Kurt Hauck mit Nachdruck betont.

Überhaupt sind die Garden die Glanzpunkte in der Igglemer Fastnacht. Ob Mini-, Midi-Bessem, Juniorengarde, Rehbachnixen, Jugendschautanzgruppe und nicht zuletzt die Schautanzgruppe bietet ein sehr hohes anspruchsvolles tänzerisches Niveau. Dies trifft auch auf die Tanzmariechen zu..  Die Jüngste der jungen Tanzakrobatinnen, Mila Ziegler, sprang spontan in die Herzen der Narren und Närrinnen im Saal. Ihre akrobatische Darbietung wurden immer wieder spontan mit Beifallsstürmen bedacht.

Die jungen Akteure der Jugend- und Juniorenschautanzgruppe entführten das Publikum an eine amerikanische High School. Die Schautanzgruppe hatte sich um Modeschöpfer Harald Glöckler geschart.   Eine Vorführung mit viel Schwung, Rhythmus mit der die flotte Musik auf der Bühne umgesetzt wurde. „Jule & Frieds ist eine Formation aus den Büttenassen der Bessem. Sie luden zu einer Kreuzfahrt auf die MS Bessem. Und den Gästen wurde ein breiter Querschnitt durch die Schlagermusik mit allen bekannten Größen aus diesem Metier geboten. Rauschender Szenenapplaus und die Forderung nach Zugaben waren nicht zu überhören und die Zugabe wurde gerne gewährt. Wie bei all den Schautanzvorführungen sind die ausgefeilte Choreografie und die aufwendigen Kostüme besonders zu erwähnen.

Nur gut, dass Sitzungspräsidentin Christina Schön-Konstantinidis,  unterstützt von Vize-Sitzungspräsident Dominik Wittmann, während der gesamten Veranstaltung, den Überblick. behielt. Souverän führten Christina und Dominik witzig und schlagfertig durch den mehr als vergnüglichen Abend.

Und dann gibt es da noch das Herrenballett. Grazile Herren, die gemeinsam aber doch locker über 1Tonnen Lebendgewicht auf die Waage bringen, erzählten tänzerisch von der Zeit als sie noch jung waren und brachten die Musik der 1970-iger Jahre anmutig, flott auf die  Bühne Das Herrenballet, auch privat eine verschworene Gemeinschaft, hat sich zu einem wahren Kracher entwickelt. Stürmisch gefeiert und zur Zugabe gezwungen zeigten die grazilen Herren ihr übergroßes Talent und ihr Können.  Eine Formation, die schwergewichtige Grazie ausstrahlt.

 Groß ist der Fundus von Büttenrednern, solo oder im Duett auftretend, bei den Bessem. Das ungleiche Paar bestehend aus Lisa Theobald, in den verschiedensten Rollen bei den Bessem aktiv und Kelly Hammer verkörperten Oma und Enkelin in hinreisendem Dialog.

Die Toilettenfrauen Anette Jandura und Kerstin Hammer erzählten aus ihrem bewegten Leben mit ihrem Ehegatten und aus ihrem Berufsleben mit Waschlappen und Toilettenbürste.

Heike Reichert und Sven Jandura, alias Gisbert und Claudine träumten als gestresste Beamte von der Gemeindeverwaltung vom besseren Leben. Gisbert kam von einer Dienstreise nach Jamaika zurück – verrückt und umwerfend Kostüme und Dialoge der Beiden.  Das Duo hatte ebenso die Lacher auf ihrer Seite wie „Das alte Igglemer Ehepaar“, verkörpert von Susi und Alex Holtkamp, die wie gewohnt mit vielen Lebensweisheiten aufwarteten.

 „Nibbel“, André Daub, ein Garant für beste fastnachtliche Unterhaltung hatte von Reisen mit Flugzeug, Bus und Auto Kurioses zu berichten. Und sein Yoga-Kurs mit Mitgliedern des Elferrates sucht wohl seinesgleichen. Jürgen Eschenbacher toppte als „Armer Deiwel“ sein gelungenes Büttendebut aus den letztjährigen Prunksitzungen auf der närrischen „Bessem-Bühne“ noch in diesem Jahr. Er gab aufschlussreiche Einblicke in das Familienleben eines „armen Deiwel“.

Den Schlusspunkt unter den ersten Teil der Prunksitzung setzte die Band „no milk“.  Die Musiker sangen vom „Riesling aus de Palz“, „wir sin die Bessem“, und dass es annerschdwu annerscht ist – awer net so wie in de Palz“.

Pfälzer Lieder, Eigenkompositionen, originelle Texte und vor allem jede Menge Schwung verbreiteten die „Frühschoppler“. Diese Musikformation verkörpert echten Igglemer Fastnachtsgeist.  Und auf ihre Prinzessin  hatten sie eigens ein Lied geschrieben zu dessen Vortrag sie Isabella I. in ihre Mitte holten. Begeistert begleitete Isabella den Auftritt „ihrer Frühschoppler“ wie sie die fidele Truppe um Präsident Kurt Hauck, den alle Welt nur Kutte nennt, bezeichnet. Und so sangen und machten die Frühschoppler „so richtig Party heut“.

 „Ich bin ein Dorfkind“ eine Hommage der Frühschöppler an ihre Heimatgemeinde, ist ebenso ein Fastnachtsschlager der Frühschoppler, wie ihr eigener komponierter und getexteter Song vom Pälzer mit Leib und Seel. Es wird immer lauthals mit gesungen und bei den Frühschopplern hält es Niemanden im Saal auf den Sitzen. Wenn sie auch mit ihrem Helikopter diese Jahr nicht zum lieben Gott flogen, so landen sie doch punktgenau in den Herzen ihres Publikums, aus Iggelheim oder der Umgebung. Denn bei dem Ruf der den Prunksitzungen der Bessem vorauseilt sind nicht nur einheimische Narren und Närrinnen zu gegen.

Die Frühschoppler setzten den musikalischen Schlusspunkt unter eine fulminante Prunksitzung. Erst nach vielen Zugaben  fiel der Vorhang und ein großer Teil der zufriedenen und froh gestimmten Besucher blieben noch in froher Runde sitzen mit dem festen Vorsatz nächstes Jahr wieder zu kommen.

Text und Bilder: Franz Gabath 

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