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„Wir haben Lust auf Verantwortung“, sagte Dr. Tobias Lindner MdB

Neujahrsempfang der Südpfälzer GRÜNEN mit Cem Özdemir

Edenkoben. Im Gutshof Ziegelhütte war am Sonntagmorgen kaum noch ein Platz zu finden„ „Seit 1998 nehmen ich an diese Neujahrsempfängen teil, aber noch nie hatten wir so viele Gäste“, so begann Dr. Tobias Lindner seine Rede. Er bedankte sich bei allen Helfern, die die Vorbereitungen dafür getroffen hatten, diese Veranstaltung stattfinden zu lassen.

Viele Mitglieder der Partei und zahlreicher Verbände waren erschienen – neben der SPD Landtagsabgeordneten Dr. Katrin Rehak-Nitsche aus Wörth am Rhein auch den Fraktionsvorsitzenden Dr. Bernhard Braun und den Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, Cem Özdemir.

In seiner Rede warf Dr. Tobias Lindner einen Blick nach vorne und einen Blick nach hinten. So dauerte es sehr lange, bis die Regierung nach den Wahlen endlich stand. Und keiner wusste während dieser Zeit: Bin ich eigentlich Koalition oder Opposition? Seine Erwartungen waren niedrig – und auch diese sind leider noch unterboten worden. Ein Beispiel war die Causa Maaßen: Seiner Meinung nach war es so, als hätte man jemanden beim schwarzfahren erwischt und derjenige bekommt dann zur Belohnung noch eine Bahncard 100.

2019 stehen zwei wichtige Wahlen an – zum einen die Europawahl, bei der sich entscheidet, wie es in Europa weitergeht und die Kommunalwahlen. Er betonte, wie erstaunlich befriedigend die „Arbeit im Kleinen“ für ihn ist – vor Ort kann man direkt etwas bewegen.

Auf uns Grüne wird besonders geschaut – ist es nur ein Zwischenhoch? Sind wir so gut, weil die Anderen so schlecht sind? Die Parteienlandschaft ist in Bewegung; die Bürger wollen über Klimawandel, den Wandel in der Gesellschaft, die Globalisierung, Industrie und Landwirtschaft reden.

Die Ausweitung der sicheren Herkunftsländer ist für die Grünen kein Thema – auch wenn diese Haltung für viele unbequem ist, stehen wir dazu. Wir hängen unser Fähnchen nicht in den Wind, sondern machen unsere Arbeit ruhig und gelassen und bleiben auf dem Teppich – auch wenn er fliegt.

Heute wollen wir über all das sprechen – besonders gespannt bin ich darauf, was unser Gast Cem Özdemir dazu zu sagen hat. Er ist mir ein guter Freund, was in der Politik selten ist. Gleichzeitig ist er mir ein wichtiger Ratgeber, aber auch jemand der Rat sucht und ihn annimmt, wenn er davon überzeugt ist.

Cem Özdemir begrüßte die Anwesenden und bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern des Bundeskriminalamtes, die ihn beschützen. „Ich wünschte, wir würden in einer Welt leben, in der das nicht notwendig ist.“ Aber immer wieder wird er bedroht. So wurde ihm erst die Einreise in die Türkei verweigert – als er dann doch dorthin kam, sagte er zu Erdogan ein geflügeltes Wort unseres Dichters Friedrich Schiller: „Gebt Gedankenfreiheit!“

Auch er sprach darüber, das die Regierungsbildung so lange gedauert habe – und über einen, dessen Namen er nicht nennen wolle – der aber für den Autoritätsverlust vieler Eltern gesorgt habe. So meinte sein Sohn als er ermahnt wurde, seine Hausaufgaben zu machen:

„Besser keine Hausaufgaben als schlechte Hausaufgaben“….

Vieles habe sich anders entwickelt als er gehofft habe. So habe er mit Jacques Delors, einem von nur drei Ehrenbürgern Europas, darüber gesprochen, ob der Brexit komme. Der sagte ihm (natürlich auf Englisch):“Spinnst Du?“ Und auch er habe gehofft, das ein Land, das Monty Python hervorgebracht habe, nicht unvernünftig reagiert. Schließlich bräuchten wir den englischen Humor, damit der deutsche Humor ausbalanciert wird.

Zur AFD äußerte er sich folgendermaßen: „In einer Demokratie muß man andere Meinungen aushalten. Eine rote Linie sei aber dann überschritten, wenn die Verbrechen des Nationalsozialismus und die menschenverachtenden Verhaltensweisen einzelner toleriert werden. Es kann nicht sein, das zu jedem Thema sofort eine Verbindung zu Flüchtlingen hergestellt wird, die an allem schuld sein sollen. An den Rändern ist nicht die Zukunft Deutschlands!“ Foto: pem

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