Digitaler Neujahrsempfang am Freitag, 7. Januar

Landrat Seefeldt hält Neujahrsansprache: „Gemeinsam für eine gute Zukunft aller Generationen einstehen“

Landkreises Südliche Weinstraße. Der Neujahrsempfang des Landkreises Südliche Weinstraße ist gute Tradition. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie gibt es ihn auch im Jahr 2022 nur als digitales Angebot: Am Freitag, 7. Januar 2022 um 18 Uhr sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ein kurzes, aufgezeichnetes Video mit Ansprache des Landrats Dietmar Seefeldt und Beiträgen von Musikern des Kreisjugendorchesters und der Kreismusikschule zu verfolgen. Den Termin hat sich der eine oder die andere bereits für den Kreisempfang im Kalender freigehalten: An diesem Abend hätte eigentlich die Präsenzveranstaltung in Billigheim-Ingenheim stattfinden sollen. 

Das Video wird erreichbar sein über die Webseite des Landkreises www.suedliche-weinstrasse.de und über die SÜW-Facebookseite www.facebook.com/landkreissuew. Es wird nach dem Abend weiter zur Verfügung stehen, so dass Interessierte die Aufzeichnung auch zu einem späteren Zeitpunkt ansehen können. Dank geht an den OK Weinstraße für die Videoaufnahmen.

Landrat Seefeldt blickt in seiner Rede auf das fordernde Jahr 2021 zurück und richtet den Blick hoffnungsvoll voraus. „Wir sind für das kommende Jahr gerüstet“, so der Landrat. Er ruft dazu auf, gemeinsam für eine gute Zukunft aller Generationen einzustehen und betont weiter: „Lassen Sie uns bitte wieder zuversichtlich werden und hoffnungsvoll bleiben. Ich wünsche Ihnen persönlich alle Kraft und den notwendigen Optimismus, die Hürden dieses Jahres zu nehmen.“

Neujahrsempfang 2022  - Ansprache von Landrat Dietmar Seefeldt

Es gilt das gesprochene Wort! 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, hätten Sie geahnt, dass unser traditioneller Neujahrsempfang in diesem Jahr erneut entfallen muss? Ich weiß noch, dass wir mit so viel Hoffnung in das letzte Jahr gestartet sind - und dann kam es doch so, dass wir wieder einmal einige Rückschläge und sogar auch Schicksalsschläge einstecken mussten.

Es ist schade, dass wir uns wieder nicht in „Präsenz“ begegnen, geplant war, dass wir in diesem Jahr in Billigheim zu Gast gewesen wären. Ich hatte mich schon auf die Begegnungen und Gespräche mit Ihnen gefreut. Es bleibt uns leider nichts anderes übrig, als auch den Neujahrsempfang 2022 des Landkreises Südliche Weinstraße digital auszurichten.

Vor diesem Hintergrund freue ich mich, dass auch diesmal einige Akteure des Kreisjugendorchesters und der Kreismusikschule uns mit ihrem musikalischen Talent berühren und der digitalen Veranstaltung einen festlichen Rahmen geben.

Dass wir uns heute nicht real begegnen können, ist sicherlich verschmerzbar. Ein viel größeres Opfer mussten in den vergangenen Wochen vor allen Dingen diejenigen bringen, die unmittelbar von Kontaktbeschränkungen oder gar von der zunehmenden Zahl erkrankter Menschen betroffen waren. Ich denke da insbesondere an all die Pflegekräfte, die Mitarbeitenden in medizinischen Einrichtungen, eingeschlossen unser Gesundheitsamt, aber auch an unsere Gastronomie oder die zahlreichen Kulturschaffenden und Selbstständigen in unserem Landkreis.

Schatten gibt es nur dort, wo auch Licht ist – und deswegen bedanke ich mich bei all jenen, die uns in diesen unruhigen Zeiten immer wieder unterstützend zur Seite stehen. Das gilt insbesondere für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Blaulichtfamilie und ganz besonders gerade in den letzten Wochen wieder unseren Polizistinnen und Polizisten.

Damit wir in diesem noch jungen neuen Jahr nicht wieder ähnliche Rückschläge erleben müssen, lade ich Sie herzlich ein, sich in diesem Jahr stets Ihren aktuellen Impfschutz zu holen. Verpassen Sie bitte keine Auffrischungsimpfung und vielleicht lassen sich die, die bislang noch gezweifelt haben oder ängstlich sind, von stichhaltigen Argumenten, Fakten, und Erfahrungen überzeugen. Lassen Sie sich bitte impfen, tun Sie es für sich, und Ihre Nächsten - wir alle danken es Ihnen!

Dass wir eine Solidargemeinschaft sind und im Ernstfall tatsächlich zusammenstehen, das hat leider auf traurige Weise die verheerende Katastrophe im Ahrtal gezeigt. Unzählige Privatinitiativen und sehr viele Organisationen machen sich noch heute auf den Weg in die Krisenregion, um tatkräftig mitanzupacken. Andere haben vielleicht etwas gespendet und auch dazu beigetragen, dass die Aktion „Weinregion für Weinregion, Südpfalz hilft dem Ahrtal“ mittlerweile die stolze Spendensumme von mehr als einer halben Million Euro überschritten hat. Hierfür gebührt Ihnen allen mein Dank und mein Respekt.

Der Klimaschutzmanager für den Landkreis Südliche Weinstraße arbeitet derzeit am sog. Klimaschutzkonzept. Ein Baustein darin ist das gemeinsam mit der Energieagentur und der Uni Landau erstellte und im letzten Jahr gestartete Klimaschutzportal der Südlichen Weinstraße. Es stellt erstmals gesammelte Energie- und Klimadaten zur Verfügung. Schauen Sie mal rein und lassen sich über Möglichkeiten zum Klimaschutz mit Fördermöglichkeiten inspirieren. Im Übrigen können Sie sich über dieses Portal direkt für den Klimaschutz in unserer Region beteiligen, indem Sie zum Beispiel Ihre Vorschläge für noch mehr Klimaschutz in SÜW direkt einbringen.

In puncto Energiewende ist mir ganz persönlich eines besonders wichtig: Lassen sie uns gemeinsam daran arbeiten, schnellstmöglich noch mehr Solaranlagen auf die südpfälzischen Dächer zu bringen. Das ist in meinen Augen ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe und wünsche mir, dass in diesem Zusammenhang noch bestehende bürokratische Hürden und komplizierte Antragsverfahren schnell abgebaut werden.

Lassen Sie mich zum Thema Umwelt- und Klimaschutz noch einige Aktivitäten im zurückliegenden Jahr zumindest stichwortartig benennen: 

  1. Zusammen mit Landau und dem Landkreis Germersheim setzen wir uns auch weiterhin südpfalzweit für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Germersheim und Landau ein.
  2. Gegen die Ölförderung in Offenbach hat der Kreistag eine Resolution verabschiedet. 
  3. Das Fischsterben in der Queich durch Verunreinigungen hat uns schwer getroffen, leider konnte die Ursache hierfür nicht festgestellt werden. Wir arbeiten daran, dass künftig solche Verursacher hoffentlich ermittelt werden können.
  4. Noch immer verhalten sich Menschen rücksichtlos gegenüber der Natur, weshalb wir dankbar dafür sind, dass sich viele Gemeinden und private Initiativen beim World-Clean-Up-Day beteiligt haben.
  5. Unsere Naturschutz-Organisationen, wie bspw. die Südpfalz-Biotope des NVS (NaturStiftung Südpfalz) leisten eine großartige und unterstützenswerte Arbeit. Auch hier können Sie sich selber beteiligen – nämlich im Rahmen der Aktion „Me(h)r machen mit“.

Nun zu den Künsten: Wenn die Kulturtage Südliche Weinstraße und der Umweltpreis zusammenkommen, dann entsteht „natürlich kunst“. So hieß unsere beeindruckende Ausstellung, die im November im Kreishaus SÜW zu sehen war. Kinder und Jugendliche hatten unter der Anleitung von Kunststudierenden der Uni Landau außergewöhnliche Objekte zum Themenfeld Kunst und Naturschutz geschaffen. Es freut mich, dass wir trotz Pandemie damit einen von mehreren kulturellen Höhepunkten an unserer Südlichen Weinstraße erleben durften. Erinnern möchte ich an unsere Ausstellung „Unsere Heimat. Schätze des Landes Rheinland-Pfalz“, die wir im September mit Marlies Meyring als Kulturbotschafterin für den Trifels und mir als Kulturbotschafter für den Wald sehen durften. Der Künstler Thomas Baumgärtel war Gast beim Impfzentrum – Sie haben die Impfbanane an der Außenwand neben dem Eingang vielleicht gesehen? – und wiederum Studierende der Uni Landau stellten beim Impfzentrum in Landau Bilder aus. Erwähnen möchte ich noch andere Initiativen wie beispielsweise den Skulpturengarten in Schweigen-Rechtenbach oder das erstmals ausgetragene internationale Klavierfestival in Hainfeld. Danke an alle, die in diesen für Kunstschaffende nicht einfachen Zeiten unterstützen. Besonders bewegt hat mich zudem, dass wir mit der Kunstankaufsaktion für Krankenhäuser sowohl Künstlerinnen und Künstler als auch den Menschen, die dort arbeiten oder sich leider krankheitsbedingt aufhalten, etwas Gutes tun konnten.

Zu guter Letzt bin ich froh, dass der Wild- und Wanderpark in Silz eine so gute Entwicklung nimmt. Inzwischen ist auch die Gaststätte wieder Eigentum des Landkreises. Und dank vielleicht auch Ihres Besuchs ist es gelungen, den Park auf eine wirtschaftlich gute Basis zu stellen. Der Wild- und Wanderpark ist und bleibt dadurch ein besonderer Besuchermagnet und ein tolles Ziel für Jung und Alt aus der ganzen Region. Kommen Sie doch einfach mal vorbei.

Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich möchte natürlich den Blick nach vorne richten. Ich bin froh und dankbar, dass wir in diesen schwierigen Zeiten mehrheitlich einen Haushalt für das Jahr 2022 verabschiedet haben, der viele wichtige Eckpunkte einer zukunftsweisenden Agenda auf solide Beine stellt.

So werden wir unseren Breitband-Ausbau noch weiter forcieren, die Schulen mit Luftreinigungsgeräten ausstatten und uns auch beim Bau neuer Kitas beteiligen. Wir denken in unserem Handeln stets an die Menschen in unserer Region und fördern Projekte, die von Solidarität und Gemeinsinn geprägt sind. Als Beispiele seien genannt die Aktion „Silberruf“, die im Rahmen des Netzwerks „Gut Leben im Alter“ vor Kurzem an den Start ging. Es wird bereits gut angenommen, etliche Ehrenamtliche haben sich gemeldet und schenken älteren Menschen ihre Zeit und ihr Ohr. Es geht dabei nicht vorrangig um Beratung, sondern ganz einfach ums Zuhören. Was es dafür natürlich braucht, ist etwas Überwindung und der Griff zum Telefonhörer. Wenn Sie ältere Personen kennen, für die dieses Angebot passend wäre, bitte: Erzählen Sie von der Aktion Silberruf, bitte nehmen Sie gegebenenfalls die Scheu davor, einfach mal anzurufen. Wir wissen doch selber alle, wie wichtig es ist, dass jemand einfach nur mal zuhört.

Natürlich sind wir auch für die jüngeren Generationen da: Für junge Menschen und Familien haben wir das Netz unserer Jugend- und Familienberatungsstellen in allen Verbandgemeinden im letzten Jahr ausgebaut. Wir haben hierfür Partner vor Ort gefunden. Die Beratung direkt bei den Menschen ist besonders wichtig. Wir schaffen dadurch ein Hilfeangebot, dass frühzeitig Unterstützung bietet und somit unter Umständen schwerwiegendere Folgen verhindert. Meine Bitte: Nutzen Sie das Angebot, gehen Sie mit Ihren Sorgen und Fragen hin – und vor allem erzählen Sie weiter, dass es diese Anlaufstellen gibt.

Wir sind also für das kommende Jahr gerüstet! Lassen Sie uns gemeinsam für eine gute Zukunft aller Generationen einstehen und lassen Sie uns bitte wieder zuversichtlich werden und hoffnungsvoll bleiben. Ich wünsche Ihnen persönlich alle Kraft und den notwendigen Optimismus, die Hürden dieses Jahres zu nehmen. In diesem Sinne: Ihnen alles Gute, insbesondere Gesundheit und viele glückliche Erlebnisse!

Dietmar Seefeldt

Landrat