Um im Falle eines Waldbrandes besser gewappnet zu sein

Effektives Löschen mittels Helikopter-Flügen angedacht

Stadt Germersheim/Verbandsgemeinde Jockgrim. Wenn im Sommer die Temperaturen in die Höhe klettern, steigt die Waldbrandgefahr. Hier reicht nur ein einzelner Funke, um einen verheerenden Brand auszulösen. Die Feuerwehren waren nach der Hitzewelle am dritten Juni-Wochenende auch hier im Landkreis Germersheim im Einsatz und löschten zahlreiche Brände.

Das Thema Waldbrandgefahr beschäftigt die Bürgermeister Marcus Schaile aus Germersheim und Karl Dieter Wünstel aus Jockgrim. Nicht nur, dass die große Trockenheit aktuell die Gefahr von Bränden enorm erhöht, auch sind zum Teil unsere Wälder mittlerweile aus ökologischen Gründen nicht mehr ohne Weiteres befahrbar und manche Bereiche werden bewusst nicht gepflegt. Diese Thematik wurde im Rahmen der Vorstellung des Aufbaus des Katastrophenschutzes im April dieses Jahres weiter erläutert, wie Bürgermeister Wünstel, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist, berichtet. Mit der Kreiseinheit Vegetationsbrandbekämpfung wurde seitens des Katastrophenschutzes bereits wesentliche Vorarbeit geleistet. Trotzdem bleiben effektive Löschangriffe im Brandfall, insbesondere in unwegsamem Gelände, ein großes Problem.

Bürgermeister Wünstel kontaktierte vor kurzem seinen Kollegen Bürgermeister Marcus Schaile, um sich mit ihm über die Waldbrandgefahr auszutauschen und schlug vor, die Kompetenz der KABS e. V. (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) mit einzubinden. Bürgermeister Schaile, unter anderem stellvertretender Präsident der KABS, hat das große synergetische Potenzial, das hinter den langjährigen Erfahrungen der KABS, unter anderem in Bezug auf die Koordination von Helikoptereinsätzen, sofort erkannt. Beide initiierten ein erstes Gespräch mit Hartwig Rihm, dem Präsidenten der KABS, wo die beiden Bürgermeister die Thematik vortrugen. Daraufhin war schnell klar, dass die Hubschrauber der Fa. Heli Air Alpine, ein Werkzeug für die Feuerwehren sein könnten, um bei einem Waldbrand Unterstützung aus der Luft zu erhalten.

Heli Air verfüge nach Aussage des Bürgermeisters Marcus Schaile über das notwendige Know-how mit Flügen mit Außenlast sowie bereits über Löscherfahrung. Spezielle Anhängevorrichtungen an den Helikoptern können problemlos zwischen 600 und 800 Liter Wasser zum Beispiel aus Tümpeln und sonstigen flachen Gewässern schöpfen, transportieren und über dem Brandgebiet ablassen.

„Der Anfang ist gemacht, die ersten Gespräche haben stattgefunden. Bürgermeister Karl Dieter Wünstel und ich würden es sehr begrüßen, wenn wir möglichst viele Kommunen, Körperschaften, Feuerwehren und Behörden für den Einsatz der Helikopter – als Retter der Wälder - begeistern können. Hierfür ist es zunächst notwendig, dass wir gemeinsam mit Klaus Hoffmann, Leiter GIS bei der KABS und Wolfgang Folger, Geschäftsführer und Pilot von Heli Air Alpine, ein Konzept für die Zusammenarbeit und Durchführung erarbeiten.

Unser Vorhaben ist es, alle Interessenten und Feuerwehren des Kreises einzuladen, um ihnen als Praktiker das Konzept und die technischen Möglichkeiten von Heli Air vorzustellen, aber auch um weitere zukünftige Ziele gemeinsam zu definieren, wie etwa Anzahl der Hubschrauber, Personal, Stationierungsorte oder Standorte der natürlichen und künstlichen Schöpfstellen“, führt Bürgermeister Schaile aus.

„Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir mit Hilfe der Helikopter im Falle eines Waldbrandes noch besser gewappnet sein können. Ein gemeinsames Konzept mit dem Katastrophenschutz des Landkreises wird die Möglichkeiten zur schnellen Brandbekämpfung deutlich erweitern und sicherlich zum Schutz von Leben und Sachwerten beitragen“, so Bürgermeister Wünstel.

Im nächsten Schritt werden die beiden Bürgermeister das Gespräch mit Landrat Dr. Fritz Brechtel suchen, der für den kreisweiten Katastrophenschutz zuständig ist, um mit ihm die Möglichkeiten der effektiven Brandbekämpfung mittels Helikopter-Flügen zu besprechen.

Text: gemeinsame Presseerklärung der Stadt Germersheim und der Verbandsgemeinde Jockgrim Bild: bk