„Ich geh mit meiner Laterne“ St. Martin hoch zu Ross.

Trotz Corona - Christliches Brauchtum aus dem Mittelalter auch 2021 gepflegt

Von Franz Gabath

Böhl-Iggelheim. Wie in all den letzten Jahren wurde, unter großen Anteilnahme der Bevölkerung, an der katholischen Kirchenge St. Simon und Judas Thaddäus in Iggelheim der Martinstag gefeiert. In diesem Jahr hatten sich die Iggelheimer Kitas zu einem gemeinsamen Martinsfest geeinigt. Die Coronapandemie machte eine Anmeldung nötig, um die erforderlichen Hygienebestimmungen gut einhalten zu können. Der Zuspruch war überwältigend. Über 400 Anmeldungen lagen vor. Der Platz vor der Katholischen Kirche bot genügend Platz, um die vielen Kindern, mit ihren teils selbstgebastelten Laternen, sowie deren  Eltern und Großeltern, mit genügend Abstand aufnehmen zu können.Das Wetter war winterlich, aber doch angenehm.

Nach einer kurzen Einführung mit einem Gebet durch Kaplan Moritz Fuchs wurde das Martinsspiel aufgeführt. Dieses Mal nicht die klassische Mantelteilung, sondern die Überlieferung, nach der sich Martin in einem Gänsestall versteckt habe, als ihn die Bevölkerung zum Bischof machen wollte, weil er sich dieser Berufung entziehen wollte. Hier verriet ihn das Geschnatter des Federviehs.

So wurde Martin also Bischof von Tours, wo er am 11. November 397 starb. Daher rührt der Brauch am Martinstag eine Gans zu verspeisen. „Die Gänse haben Martin verraten, jetzt müssen sie im Kochtopf braten“ heißt ein alter überlieferter Spruch. 

Angeführt von St. Martin  hoch zu Ross und der Kapelle des Musikvereins Iggelheim,zogen dann die Kinder mit ihren brennenden Laternen durch den Ort. Feuerwehr und Polizei sicherten den Zugweg.

Danach wurde auf dem Platz am Pfarrzentrum von der Feuerwehr ein imposantes Martinsfeuer entzündet. Jedes Kind erhielt zur Stärkung eine kostenlose Brezel.

Zu moderaten Preisen wurden Kinderpunsch, Glühwein und Waffeln angeboten. So wurde der St. Martinstag auch dieses Jahr wieder zu einem kleinen Familienfest.

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