Zum Hauptinhalt springen

Fernunterricht an der PGRS - ein erstes Fazit

Seit nunmehr vier Wochen lernen auch die Schülerinnen und Schüler der Peter-Gärtner-Realschule plus Böhl-Iggelheim von zu Hause aus. Wie fühlt es sich an für sie und für ihre Eltern, Lehrerinnen und Lehrer?

Jena Jellinek hat an ihrem Arbeitsplatz (fast) alles, was sie zum Lernen braucht. (Foto: Lena Jellinek)

Sophia Dietz beim Online-Kochen (Foto: Inge Dietz)

Miley Wagner (links) und Kadira Durakovska lernen in der Betreuung. (Foto: Svitlana Weisenburger)

Mohammed Yasin Gazal nimmt in der Betreuungsgruppe an einer Big-Blue- Button-Unterrichtsstunde teil. (Foto: Anne Weiler)

Böhl-Iggelheim. Montagmorgen, 8:10 Uhr. Für die Klasse 7b beginnt der Unterricht nach Stundenplan. Zwei Stunden Biologie zum Thema Blutbestandteile. Im Unterschied zum ersten Lockdown, als der Kontakt zum Lernstoff noch überwiegend über Arbeitsblätter lief, haben sich mittlerweile Lernplattformen etabliert. Also heißt es nun: Rechner hochfahren, Link anklicken und dem virtuellen Klassenraum betreten. Gerne noch im Schlafanzug, denn die Kamera bleibt aus. Sie lenkt ab und stört den Datenfluss. Die Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse genießen diese „gechillte“ Atmosphäre zu Hause ohne den Stress in überfüllten Bussen und Bahnen.

Hat man es sich dann vor dem Bildschirm eingerichtet, ist in Big Blue Button, der Lernplattform des Landes Rheinland-Pfalz, vieles möglich, was einen Unterricht abwechslungsreich gestalten kann. Lernvideos werden gezeigt, in Gruppenräumen diskutiert, oder einfache Umfragen durchgeführt. Magdalena Hellstern, Konrektorin der PGRS plus berichtet, dass die anfängliche Berührungsangst sich bei vielen schnell gelegt habe. Besonders Schülerinnen und Schüler, die in der Schule eher zurückhaltend sind, haben hier mehr und mehr den Mut, sich zu beteiligen und wer das Mikrofon nicht nutzen möchte, kann seinen Beitrag auch im Chat äußern.

Lehrerin Carmen Fischer berichtet von ihren Erfahrungen im Wahlpflichtfach Hauswirtschaft und Sozialwesen. In Zeiten des Fernunterrichts war es den beteiligten Lehrerinnen wichtig, der Fachpraxis ausreichend Raum zu geben. Also kocht man „online“. Zu Hause werden anhand der hochgeladenen Rezepte die Vorräte geprüft und die fehlenden Lebensmittel eingekauft. Zur vereinbarten Stunde sind alle an ihren mobilen Endgeräten und schalten sich zur Videokonferenz. Hierbei sehen sie die jeweilige Lehrerin live beim Kochen und kochen größtenteils parallel mit, sehr zur Freude der Familien. Motivation und Spaßfaktor seien auf beiden Seiten der Kamera hoch.

Mirko Buhl, zweiter Konrektor der PGRS plus, hat in den letzten Monaten die digitale Aufrüstung der Peter-Gärtner-Realschule plus vorangetrieben und freut sich über Kompetenzzuwachs im digitalen Bereich, bei allen Beteiligten.

Doch auch wenn viele Lernende es „cool“ finden, auf einem ganz neuen Weg mit ihren Lehrkräften zu kommunizieren, gibt es die andere Seite des Fernunterrichts.

Am Anfang bremsten technische Probleme bei den Lernplattformen, die mittlerweile behoben sind, die Lehrenden und Lernenden aus und noch immer zeigen sich Schüler und Eltern „genervt von schlechtem Internet“. Lena Jellinek aus der Klasse 6b versteht nach eigenen Angaben den Lernstoff besser, wenn sie ihn in der Schule erklärt bekommt.

Allgemein bekannt sind auch Betreuungsprobleme und die hohe Belastung der Eltern, die zu Hause mit den Kindern lernen. Ebenso die psychische Belastung, insbesondere der jüngeren Kinder. Lisa Engl, Lehrerin einer fünften Klasse, hält dabei den regelmäßigen Austausch mit den Eltern für sehr wichtig, weil nur sie die Belastung ihrer Kinder richtig einschätzen können.

Für berufstätige Eltern, die keine Möglichkeit haben, ihre Kinder während der Schulzeit zu betreuen, gibt es an der PGRS plus derzeit zwei Gruppen zur Notbetreuung. Mit Schullaptops nehmen die zumeist jüngeren Schülerinnen und Schüler an den Online-Stunden teil, damit auch sie ihre Ergebnisse über die Schulapp Sdui an ihre Lehrerinnen und Lehrer schicken können, die ihrerseits übrigens noch immer wie selbstverständlich mit privaten Endgeräten arbeiten.

Je länger der Lockdown dauert, desto mehr Mitglieder der Schulgemeinschaft äußern ihre Empfindung, die nur allzu menschlich ist und die Sophia Kling aus der Klasse 7a auf den Punkt bringt: „Ich würde gerne wieder in die Schule gehen. In der Schule macht es mehr Spaß!“

Und neben der Aufforderung, doch bitte gesund zu bleiben, hört und liest man auf den vielschichtigen Kommunikationswegen immer häufiger die Parole: „Haltet durch!“

Anne Weiler, Peter-Gärtner-Realschule plus