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„Ole, ola – die Bessem sin wieder da“

Schwungvolle Mädchenbeine und Pointenregen aus der Bütt bei den Igg´lemer Bessem.

Böhl-Iggelheim. Mit viel Schwung, Temperament und Witz gestalteten die Akteure die erste der drei restlos ausverkauften Prunksitzungen in der 63. Kampagne seit dem Bestehen der Karnevalsabteilung „Igg´lemer Bessem“ im TSV Iggelheim. Und die Bessem hatten die Närrinnen und Narren von Anbeginn an auf ihrer Seite. Denn mit, auf die Bessem umgetextete rheinische Fastnachtsweise „Ja wenn der Einmarsch erklingt“ stimmten Präsident Kurt Hauck und André Daub   das närrische Auditorium auf über eine fünfstündige Fahrt durch Gott Jokus Reich ein. Das im Refrain „Bessem ahoi“ war an diesem Abend vielhundertmal zu hören und wurde  vielstimmig zusammen mit dem Publikum gesungen. Und immer wieder begleitete der Hofmusiker der Bessem, Roland Richter, die Narrenschau musikalisch auf der langen Reise und animierte zwischen den Vorträgen mit schmissigen Weisen zum Schunkeln und mitsingen, so dass es die Besucher oft nicht auf den Sitzen hielt. Auch auf den Stühlen wurde geschunkelt und getanzt. 

Besonders stolz zeigte sich Präsident Kurt Hauck, bei seinen Begrüßungsworten, dass nur „Eigengewächse“ die über fünfstündige Narrenschau, gestalteten. „Wir brauchen keine teuren Akteure von außerhalb verpflichten, wir haben genügend närrisches Potential in den eigenen Reihen“, betonte der Urfastnachter. „Wir sind unsere eigenen Büttenstars und haben hervorragende Garden und Tanzmariechen“ unterstrich Kurt Hauck, der dieses Jahr zum 9. Mal das Bessemzepter als Präsident schwingt. Viele der Bessemakteure sind während der Kampagne bei befreundeten Vereinen gern gesehene Gastredner und Gastgruppen.

Die Bessem werden in der Kampagne 2019/2020 von Prinzessin Kelly I. aus dem Hause Hammer regiert und repräsentiert. Nach den Begrüßungsworten ihrer Lieblichkeit betraten die Minibessem die Bühne.Prinzessinnen und Elfen begeisterte Narren und Närrinnen und die Minis tanzten sich damit fulminant in die Herzen der farbenfroh kostümierten Gäste, in der prächtig geschmückten Narhalla des TSV Iggelheim in der Jahnstraße, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Mini-Bessem waren sofort „Die“ Lieblinge des applausfreudigen Publikums. Hier wird der Grundstock für die anderen Garden gelegt. Ein Beweis für die gute, zukunftsweisende Jugendarbeit bei den Bessem, wie Präsident Kurt Hauck mit Nachdruck immer wieder betont. Nach jedem Tanz werden nicht nur die Akteure, sondern auch die engagierten Trainerinnen vorgestellt und mit dem verdienten Applaus bedacht.

Überhaupt sind die Garden leuchtende Glanzpunkte in der Igglemer Fastnacht. Ob Mini-, Midi-Bessem, Jugend- und Juniorengarde, Rehbachnixen, Jugendschautanzgruppe und nicht zuletzt die Schautanzgruppe bieten ein sehr hohes anspruchsvolles tänzerisches Niveau. Dies trifft auch auf die Tanzmariechen zu.  Ejona Krasniqi und Emily Speckmann-Daub sprangen sofort in die Herzen der Narren und Närrinnen im Saal. Ihre akrobatische Darbietung wurden immer wieder spontan mit Beifallsstürmen bedacht.

Die jungen Akteure der Jugend- und Juniorenschautanzgruppe wirbelten über die Bühne und in die Herzen der Narren. Die Freunde um Harry Potter bevölkerten die Bessem Bühne – zeigten ihre Kreativität und Explosivität mit viel Niveau.Hier gebietet es sich auch den enormen Einfallsreichtum der Tänze in Bezug auf Choreographie und Kostüme zu erwähnen.

„Jule & Frieds“ ist eine Formation aus den Büttenassen der Bessem, der Name verrät es schon, unter der Regie der letztjährigen Prinzessin Jule I. Die Bessem Bühne verwandelte sich zu Disco. Und man  hatte sich illustre Gäste aus der Schlagerszene eingeladen die  sich bei den Bessem die Klinke in die Hand gaben.  Eine Darbietung – beim Publikum Begeisterung pur. Eine Truppe, die in weitem Umkreis ihresgleichen sucht. Eine Novität  - der Einfallsreichtum bei den Bessem ist schon verblüffend – die gewaltige Frauenpower beim Auftritt einer nur aus illustren Damen bestehenden Truppe.

Nur gut, dass Sitzungspräsidentin Christina Schön-Konstantinidis, unterstützt von Vize-Sitzungspräsident Dominik Wittmann, während der gesamten Veranstaltung, den Überblick. behielt. Souverän führten Christina und Dominik witzig und schlagfertig durch den mehr als vergnüglichen Abend.

Und dann gibt es da noch das Herrenballett. Grazile Herren, die gemeinsam aber doch locker über 1 Tonne Lebendgewicht auf die Waage bringen, erzählten tänzerisch vom Flug nach Mallorca – wohin denn sonst? Stürmisch gefeiert und zur Zugabe gezwungen zeigten die agilen Herren ihr übergroßes Talent und  Können.  Eine Formation die schwergewichtige Grazie ausstrahlt. 

Groß ist der Fundus von Büttenrednern, meist im Duett auftretend, bei den Bessem.

.Eine Novität auch die Zauberschau von Christina Schön-Konstantinidis und Dominik Wittmann. Zum Schreien mit welch „verblüffenden Tricks“ die Beiden das Publikum in Erstaunen versetzten. Sie hatten sich dabei ein „Opfer“ aus dem Publikum geholt.

Das ungleiche Paar bestehend aus Lisa Theobald, in den verschiedensten Rollen bei den Bessem aktiv und Kelly Hammer, verkörperten zwei alte Damen welche noch Heiratsgedanken haben, aber die Realität beim Arztbesuch vor Augen geführt bekamen. Die Prinzessin Kelly trat hier mit Lisa im Prinzessinnenkleid auf.

Die Toilettenfrauen, sich selbst als „Butzbixe“ bezeichnend, Anette Jandura und Kerstin Hammer, erzählten aus ihrem bewegten Leben mit ihrem Ehegatten und aus ihrem Berufsleben mit Waschlappen und Toilettenbürste.

Heike Reichert und Sven Jandura, alias Claudine und Gisbert, träumten als gestresste Beamte von der Gemeindeverwaltung vom besseren Leben. Gisbert,als Brückenbeauftragter hatte schon die Brücken in Speyer und Ludwigshafen sperren lassen. Das Gleiche gedachte er mit der Brücke nach Böhl zu tun. Diese Anspielung an den anderen Ortsteil durfte nicht fehlen. Verrückt und umwerfend Kostüme und Dialoge der Beiden. Das Duo hatte ebenso die Lacher auf ihrer Seite - wie alle Akteure.

Ein Institution bei den Bessem ist „Das alte Igglemer Ehepaar“, verkörpert von Susi und Alex Holtkamp, die wie gewohnt mit vielen Lebensweisheiten aufwarteten. 22 Jahre ein Garant für beste Stimmung weit über die Grenzen Iggelheims hinaus. Leider gedenken beide die „Fastnachtskarriere“ zu beenden – was allgemein bedauert wird. Ihr Vortrag war mit den Höhepunkten der vergangenen Jahre angereichert.

 „Nibbel“, André Daub, ein Garant für beste fastnachtliche Unterhaltung breitete in diesem Jahr sein Familienleben vor den Narren aus.

Den Schlusspunkt unter den ersten Teil der Prunksitzung setzte die Band „no milk“.  Die Musiker um André Daub sangen vom „Riesling aus de Palz“, vom „Sternenhimmel“, „wir sin die Bessem“, und dass es annerschdwu annerscht ist – awer net so wie in de Palz“  - wieder ein Superauftritt – auf den Stühlen hielt es da Niemanden mehr. Und es zog ihnen fast „die Schuhe aus“ wie „no milk“ sang.

Pfälzer Lieder, Eigenkompositionen, originelle Texte und vor allem jede Menge Schwung verbreiteten die „Frühschoppler“. Diese Musikformation um Präsident Kurt Hauck, verkörpert echten Igglemer Fastnachtsgeist. Und so sangen und machten die Frühschoppler „so richtig Party heut“.

 „Ich bin ein Dorfkind“ eine Hommage der Frühschöppler an ihre Heimatgemeinde, ist ebenso ein Fastnachtsschlager der Frühschoppler, wie ihr eigener komponierter und getexteter Song vom Pälzer mit Leib und Seel. Es wird immer lauthals mit gesungen und bei den Frühschopplern hält es Niemanden im Saal auf den Sitzen. Wenn sie auch mit ihrem Helikopter diese Jahr nicht zum lieben Gott flogen, so landen sie doch punktgenau in den Herzen ihres Publikums, aus Iggelheim oder der Umgebung. Denn bei dem Ruf der den Prunksitzungen der Bessem vorauseilt sind nicht nur einheimische Narren und Närrinnen zu gegen.

Die Frühschoppler setzten den musikalischen Schlusspunkt unter eine fulminante Prunksitzung. Erst nach vielen Zugaben  fiel der Vorhang und ein großer Teil der zufriedenen und froh gestimmten Besucher blieben noch in froher Runde sitzen mit dem festen Vorsatz nächstes Jahr wieder zu kommen. 

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Text und Bilder: Franz Gabath