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Nachrichten aus der Region

Zwischen Skepsis und Hoffnung

Hohes Interesse an Info-Veranstaltung zur „Luca-App“

Rhein-Neckar-Kreis. Eine verlässliche Kontaktnachverfolgung, mit der Infektionsketten unterbrochen werden können, ist ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Corona-Pandemie – ein Instrument, das auch der Rhein-Neckar-Kreis und die Stadt Heidelberg nutzen: Sie setzen auf die „Luca-App“, die zu diesem Zweck entwickelt wurde. Doch wie hoch sind die Kosten für Nutzer und Anbieter? Ist die App barrierefrei? Wie wird hier der Datenschutz gewährleistet? Und wie sollen eigentlich Kunden registriert werden, die selbst gar kein Handy haben? – Fragen wie diese bewegten die über 200 Teilnehmenden einer Online-Veranstaltung der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und des Gesundheitsamtes des Rhein-Neckar-Kreises am Montag, 19. April, die die Sachverhalte klären sollte.

„Die App löst natürlich nicht alle aktuellen Probleme. Dennoch ist sie ein wichtiger Meilenstein für unser Gesundheitsamt und unsere Unternehmen, um eine schnelle Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen und den Bürokratieaufwand für Gewerbetreibende zu reduzieren. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, wie viele Betriebe, Bürgerinnen und Bürger das kostenlose und freiwillige Angebot tatsächlich nutzen“, so Landrat Stefan Dallinger, der die Info-Veranstaltung zur „Luca-App“ gemeinsam mit Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner eröffnete.

Das Interesse an der Veranstaltung war enorm: Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, der Großteil davon aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe und dem Kulturbereich, aber auch aus Ämtern, Vereinen und Krankenhäusern, waren dabei. Viele zeigten Interesse und Skepsis zugleich – verbunden mit der Hoffnung, dass mit der Nutzung zumindest eine baldige Öffnungsstrategie in Aussicht gestellt wird.

Den zahlreichen Fragen stellte sich Harald Fladischer von der neXenio GmbH, der die App mit entwickelt hat. Aber auch Vertreter von Unternehmen aus dem Rhein-Neckar-Kreis, die die App bereits testweise eingesetzt hatten, berichteten hier von ihren Erfahrungen: Bernd Niebel, Inhaber eines Modehauses aus Heidelberg mit Filialstandorten im Rhein-Neckar-Kreis, und Robert Nürnberger, Geschäftsführer der Welde Brauhaus GmbH aus Schwetzingen, erklärten, dass es mit dem Download alleine noch nicht getan sei: Viele Details müssen beim Einsatz der App beachtet werden, die aber, so die einhellige Meinung, besser funktioniert, als Kontaktformulare auszufüllen. Der Vorteil: es wird an Ort und Stelle Personal eingespart, das lästige Ausfüllen und Aufbewahren der Zettel unterbleibt. Trotzdem müsse Personal geschult werden, der Zeitaufwand sei somit auch am Anfang gegeben. „Aber wenn es dann läuft, kann der Ablauf reibungsfreier gestaltet werden“ so Nürnberger.

„Die App ist ein wichtiger Baustein, um Infektionsketten viel schneller und effektiver nachverfolgen zu können. Betroffene können dadurch direkt die notwendigen Informationen von ihrem Gesundheitsamt erhalten. Das alles funktioniert digital. Dadurch kann in Zukunft eine Zettelwirtschaft in Restaurants, Geschäften oder Theatern vermieden werden. Deswegen ist es wichtig, dass viele Bürger, Betriebe und Einrichtungen diese digitalen Möglichkeiten nutzen“, so das Fazit von Oberbürgermeister Prof. Dr. Würzner.

Das enorme Interesse an der Veranstaltung führte dazu, dass nicht jede der zahlreichen Fragen im vorgegebenen Zeitrahmen vollständig beantwortet werden konnte. Die noch offenen Fragen werden nun an neXenio weitergeleitet, damit das Unternehmen den FAQ-Bereich der „Luca-App“ entsprechend ergänzen kann.

Über die Luca-App

Die Luca-App wurde entwickelt, um Gesundheitsämter zu entlasten und für Betriebe und Gäste einen datenschutzkonformen und sicheren Weg zum Austausch erforderlicher Daten zu bieten. Durch die einheitliche Datenbasis können Quellcluster und größere Ausbruchsgeschehen datenschutzkonform identifiziert und Infektionsketten schnell unterbrochen werden. Sobald eine Datenanfrage vom Gesundheitsamt beantwortet wird und eine Risikobewertung stattfindet, werden die Nutzerinnen und Nutzer über die Luca-App sofort digital benachrichtigt.

Betriebe können sich unter https://www.luca-app.de/mein-luca/ registrieren. Es besteht auch das Angebot, Fragen, Wünsche und Anregungen direkt an locations(at)nospamluca-app.de zu richten. „luca“ bietet außerdem regelmäßige Webinare an, in denen für Betriebe auf die Funktionsweise, Best-Practice-Beispiele und Fragen zur App eingegangen wird. Sie finden in der Regel dienstags und donnerstags, 11 – 12 Uhr nach entsprechender Anmeldung statt (unter www.luca-app.de).

Text: Rhein-Neckar-Kreis; Foto: Stadt Landau