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"UFFBASSE"

In Mannheim gab es für die illegalen Spaziergänge im neuen Jahr keine Bühne.

Mannheim. Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen bei den unangemeldeten Montagsspaziergängen im Dezember gegen die Corona-Maßnahmen in Mannheim ging die Strategie der Polizei im neuen Jahr weitesgehend auf.

Trotz der unübersichtlichen Lage im Zentrum von Mannheim hatte die Polizei mit einem Großaufgebot die Lage im Griff. Diesmal war in der Mannheimer Innenstadt die Polizeipräsenz deutlich höher als zuvor. Nicht nur am Hotspot der "Querdenker" am Wasserturm war die Polizei aktiv und verhinderte einen Aufmarsch.

Das übliche Katz und Maus Spiel der Querdenker, sich an verschiedenen Orten zu versammeln, ging ebenfalls nicht auf.

Durch Polizeistreifen in der gesamten Innenstadt wurden kleiner versprengte Gruppen dingfest gemacht und somit verhindert, dass sie sich zu einer größeren Gruppe zusammenschließen konnten, um dann durch die Straßen zu ziehen.

So gelang es der Polizei, diese illegale, nicht angemeldete Demonstration, zu der die „Freien Pfälzer“ aufgerufen hatten, erstmals richtig zu verhindern. Es wurden Personenkontrollen durchgeführt, Platzverweise ausgesprochen. "Sollten diese Personen noch mal in der Mannheimer Innenstadt aufgegriffen werden, so ist mit einer Verhaftung zu rechnen" so die Polizei.

Der einzige größere Zwischenfall ereignete sich in der der Nähe des Nationaltheaters. Hier verhaftete die Polizei mehrere Personen wegen der Teilnahme an einer verbotenen Versammlung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Insgesamt wurden wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ca. 50 Personen verhaftet und 61 Personen angezeigt. Zudem gab es mehrere Anzeigen wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Auch konnte diesmal ein Organisator der verbotenen Versammlung identifiziert werden. Gegen ihn wurde wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz Anzeige erstattet.

Positiv verlief es bei einer angemeldeten Gegen-Demonstration rund um das Mannheimer-Rathaus. Hier haben sich mehr als 1000 Menschen versammelt, um gegen Hetze, Hass und Gewalt ein Zeichen für Solidarität in einer offenen Zivilgesellschaft zu setzen.

Seit den gewalttätigen Spaziergängen in Mannheim hielt die Aktion "Uffbasse" nun schon zum zweiten Mal auf friedliche Art dagegen. Ihre Menschenkette reichte vom Rathaus zum Paradeplatz und wieder zurück.

Der Zulauf der Gesellschaft nimmt weiter zu und war in Mannheim deutlich zu spüren. Jung und Alt stehen mit Schal an Schal geschlossen beieinander. "Es ist ein Sinnbild für die schweigende Mehrheit. Auch sie muss jetzt aufstehen und auf die Straße gehen, um sichtbar zu werden", so die Mannheimer Initiatoren.

Auch die Omas gegen Rechts beteiligten sich zum zweiten Mal an der Aktion und informierten die Passanten, wer und was hinter dieser gewaltbereiten "Querdenker" -Bewegung steckt.

Ein wichtiges Signal mit starker Wirkung. Bundesweit hat diese Mannheimer Initiative "Uffbasse" positives Feedback erhalten. In einigen Städten wird bereits mit Menschenketten nach Mannheimer Vorbild dagegengehalten.

Mit Dank für Text und Bild: Der rote Rabe