Rettungshubschrauber-Standort Leonberg muss bleiben

FDP-Berichterstatter Christian Jung plädiert im Petitionsausschuss des Landtags für Erhalt des Rettungshubschrauber-Standorts in Leonberg

Die FDP-Landtagsabgeordneten Hans Dieter Scheerer, Christian Jung und Erik Schweickert beim Besuch der Rettungshubschrauber-Station in Leonberg, 16. Mai 2022. (Foto: Wolfgang Vogt)

Leonberg/Bretten/Stuttgart. Der AK-Leiter und Sprecher für Petitionen der FDP/DVP-Landtagsfraktion Christian Jung MdL (Wahlkreis Bretten) hat sich als Berichterstatter der Petition 17/00619 am 2. Juni 2022 im Petitionsausschuss des Landtags in Stuttgart für den Erhalt des seit 1985 bestehenden Rettungshubschrauber-Standorts in Leonberg (Landkreis Böblingen) ausgesprochen. „Nach intensiver Prüfung und einem Vor-Ort-Termin Mitte Mai in Leonberg mit Besichtigung des Standortes der Deutschen Luftrettung am Leonberger Krankenhaus, komme ich zu dem Ergebnis, dass der Rettungshubschrauber Christoph 41 weiter in Leonberg stationiert sein sollte. Leider sah dies die Ausschussmehrheit anders“, sagte Jung. Der Leonberg Standort hat ebenso eine große Bedeutung für Rettungseinsätze in Nordbaden und dem Landkreis Karlsruhe, wo er regelmäßig zum Beispiel das Krankenhaus in Bruchsal anfliegt.

In Baden-Württemberg gibt es aktuell acht Standorte, an denen Luftrettungsmittel vorgehalten werden. Diese sind: Villingen-Schwenningen, Ulm, Leonberg, Baden Airpark, Friedrichshafen, Stuttgart, Mannheim, Freiburg. Die Gutachter des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München, die im Auftrag des baden-württembergischen Innenministeriums tätig waren, empfehlen seit 2018 die Verlegung von drei Standorten, die Schaffung zweier zusätzlicher Luftrettungsstandorte sowie die Schaffung eines 24-Stunden Betriebs an einem Standort im nördlichen Baden-Württemberg. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Rettungshubschrauber Christoph 41 aus Leonberg zu einem Standort auf der Achse Tübingen/Reutlingen verlegt werden soll. 

In seiner Berichterstattung und als Begründung für seine von der Mehrheit des Ausschusses abgelehnten Argumente führte Christian Jung weiter aus: „Gegen diese Verlegungs-Vorschläge richtete sich die Petition von engagierten und sachkundigen Persönlichkeiten aus dem Rettungswesen, des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr. Nach der ausführlichen und umfassenden Diskussion mit den Regierungsvertretern, den Gutachtern, den Petenten, den Vertretern des Leonberger Gemeinderates mit Oberbürgermeister Martin Georg Cohn und den Bürgerinnen und Bürgern sowie nach dem Besuch der Rettungsstation Leonberg, komme ich zu der Einschätzung, dass der Petition abzuhelfen und der Standort Leonberg für den Rettungshubschrauber Christoph 41 zu erhalten ist.

Ich bin davon überzeugt, dass die Prämissen und die Datenlage des Gutachtens, welche 2018 getroffen und verwendet wurden, nicht mehr zu halten sind. Diese haben sich, beispielsweise durch die Einführung der Voralarmierungszeit in Baden-Württemberg, gravierend geändert. Auch wurden die Wetterbedingungen in Leonberg und in Richtung Schwäbische Alb nicht ausreichend und mit dem notwendigen Praxisbezug in die Überlegungen mit einbezogen. Die Dauer bei der Suche eines neuen Standortes, das Genehmigungsverfahren und die Bauphase wurden ebenfalls nicht berücksichtigt.  

Ich bin der Meinung, dass das Gutachten überarbeitet und eine zweite Meinung eingeholt werden sollte. 

Des Weiteren sollte geprüft werden, mit welchen Möglichkeiten die bestehenden Rettungshubschrauberstandorte erhalten und das Ziel der flächendeckenden Versorgung durch Luftrettung in Baden-Württemberg erreicht werden kann. Zudem sollen in die weitere Prüfung Fragen zur Wirtschaftlichkeit mit aufgenommen werden, gegebenenfalls auch von Alternativvorschlägen wie zum Beispiel einem zusätzlichen Standort im Kreis Tübingen/Reutlingen oder Ravensburg.“

Text und Foto: Abgeordnetenbüro Dr. Christian Jung MdL