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Zeugnisfälschung kein Kavaliersdelikt

IHK Pfalz erwirkt aktuelles Gerichtsurteil

 

Ludwigshafen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz warnt vor gefälschten IHK-Prüfungszeugnissen. In einem aktuellen Fall erwarb jemand im Internet eine auf seinen Namen ausgestellte, unechte Urkunde über die erfolgreiche Ablegung der Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe bei der IHK Pfalz und legte sie seinem damaligen Arbeitgeber vor. Auf die Strafanzeige der IHK Pfalz hin verurteilte das Amtsgericht Mühlhausen den Angeklagten (Az.: 6 Cs 380 Js 53352/16) wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.000 Euro.

„Wer Zeugnisse fälscht, riskiert nicht nur eine strafrechtliche Verfolgung, sondern muss auch mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen“, betont Heiko Lenz, zuständiger Jurist bei der IHK Pfalz. „Zeugnisfälschung ist kein Kavaliersdelikt. Die IHK Pfalz bringt ausnahmslos jeden Fall, der ihr bekannt wird und nicht von vornherein aussichtlos erscheint, zur Anzeige. Dazu sehen wir uns gegenüber der Wirtschaft und denjenigen, die auf die Echtheit der von uns ausgestellten Urkunden vertrauen, verpflichtet.“

Immer häufiger legen Bewerber bei Arbeitgebern gefälschte Bescheinigungen über die erfolgreiche Ablegung einer Sachkundeprüfung oder gefälschte Zeugnisse über Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen vor, um sich eine Anstellung zu erschleichen. Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens erhalten Unternehmen auch oftmals einfache Kopien, die sich mit Bildbearbeitungsprogrammen leicht fälschen und „verbessern“ lassen.

Oft kommen Arbeitgebern dann im Vorstellungsgespräch oder auch nach der Einstellung Zweifel an der Echtheit der vorgelegten Zeugnisse – weil sie formal nicht zu anderen Unterlagen oder den gezeigten Leistungen passen.

Wer sich mit einem gefälschten Zeugnis bewirbt, riskiert nicht nur eine Verurteilung wegen eines Urkundsdeliktes und ggf. Betrugs. Vielmehr kann der getäuschte Arbeitgeber auch noch nach Jahren fristlos kündigen und Schadensersatz verlangen. Alternativ kann der Arbeitgeber auch eine Anfechtung des Arbeitsvertrags wegen arglistiger Täuschung erklären.

Heiko Lenz rät Unternehmen, sich bei Neueinstellungen vom Bewerber das Original des Prüfungszeugnisses oder eine beglaubigte Kopie vorlegen zu lassen. „Ein echtes IHK-Prüfungszeugnis erkennt man unter anderem am Prägesiegel der IHK“, so der IHK-Jurist.

Wenn bei einem IHK-Zeugnis Zweifel hinsichtlich der Echtheit auftauchen, besteht auch die Möglichkeit, der ausstellenden IHK das entsprechende Dokument zuzuleiten und dort auf Echtheit überprüfen zu lassen.
Industrie- und Handelskammer für die Pfalz, Presse