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Konjunktureller Tiefpunkt überwunden

Konjunkturbericht Herbst der IHK Pfalz

Ludwigshafen. Die meisten Branchen in der Pfalz haben den wirtschaftlichen Tiefpunkt, der durch die Pandemie-Maßnahmen ausgelöst wurde, bereits überwunden. Das ist das zentrale Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Der Konjunkturklimaindex liegt derzeit bei 96 Punkten. Damit liegt er um 26 Punkte höher als bei der letzten Umfrage im Mai. Dabei entwickeln sich die einzelnen Branchen unterschiedlich, die meisten Unternehmen haben auch das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht. 

Die aktuelle Geschäftslage wird von 44% der Unternehmen als „zufriedenstellend“ bezeichnet, 27% nennen die Lage „gut“ und 29% „schlecht“. Beim Konjunkturtrend rechnet die Mehrheit (54%) der Unternehmen über alle Branchen hinweg mit einer gleichbleibenden Entwicklung in den nächsten 12 Monaten; 20% rechnen mit einer besseren Entwicklung. Zu den größten Risiken zählen die Unternehmen die Entwicklung der Corona-Pandemie (76%; Mehrfachantworten möglich) bzw. des Inlandsabsatzes (54%). Daneben macht auch der Fachkräftemangel den Unternehmen weiterhin zu schaffen (37%). Weniger investieren wollen 40% der Unternehmen (gleichbleibend: 39%, mehr: 21%). Die Lage am Arbeitsmarkt scheint weitgehend stabil zu bleiben: 68% planen die Zahl ihrer Beschäftigten beibehalten, 11% wollen neue Arbeitsplätze schaffen und 21% denken über Entlassungen nach. 

Industrie
Die Geschäftslage in der Industrie wird überwiegend als befriedigend eingestuft: 29% der Betriebe melden eine gute Geschäftslage und 40% nennen die Lage „zufriedenstellend“. Mit gleichbleibenden Geschäften rechnen 57% und 23% rechnen mit einer Belebung. Beim Export rechnet gut die Hälfte (genau: 55%) mit einer gleichbleibenden Nachfrage aus dem Ausland, etwa ein Drittel (34%) mit einer sinkenden Nachfrage. Bei den Investitionen sind 28% der Unternehmen bereit, mehr zu investieren, 37% wollen dagegen ihre Investitionen reduzieren. Die überwiegende Mehrheit der Betriebe (63%) will ihren Personalstand halten und lediglich 10% denken sogar über Neueinstellungen nach. 

Handel
Bei den Händlern meldet gut die Hälfte (genau: 52%)  eine zufriedenstellende Geschäftslage und ein Fünftel (21%) nennt die aktuelle Situation „schlecht“. Bei den Geschäftsaussichten rechnen 12% mit einer besseren und 33% mit einer schlechteren Entwicklung. Investieren wollen nur wenige Händler: Bei 46% bleiben die Budgets gleich und 37% werden weniger investieren. Über den Abbau von Arbeitsplätzen denken 15% nach, die Beschäftigtenzahl halten wollen 76%. 

Dienstleistungen
Knapp die Hälfte der Dienstleister ist mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden (genau: 48%), 31% beurteilen ihre Situation derzeit als schwach. Mit einer besseren Geschäftsentwicklung rechnen 21%, von einem konstanten Verlauf gehen 51% aus. Stärker investieren wollen nur 14% der Dienstleistungsunternehmen, 42% planen ihre Budgets zu kürzen. Die Beschäftigtenzahl beibehalten wollen die meisten Unternehmen (71%) und 13% denken über Neueinstellungen nach. 

Gastgewerbe
Hoteliers und Gastwirte beurteilen das aktuelle Geschäftsklima nicht einheitlich: Je 35% stufen die Lage als gut bzw. befriedigend ein, 30% als schlecht. Dabei blicken 42% der Betriebe pessimistisch in die Zukunft, nur 11% gehen von besseren Geschäften aus. Weniger investieren wollen 62% der Restaurants und Hotels und nur 18% erhöhen ihre Budgets. Über Entlassungen denken 20% der Unternehmen nach, aber 71% wollen die Beschäftigtenzahl halten. 

Der Konjunkturbericht der IHK Pfalz beruht auf der regelmäßigen Befragung von rund 1.600 Unternehmen, überwiegend Handelsregister-Firmen aus den Wirtschaftssektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen und Gastgewerbe. Sie repräsentieren rund 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pfalz. Die Ergebnisse sind nach Beschäftigtengrößenklassen gewichtet. Die Konjunkturberichte der IHK Pfalz finden Sie im Internet unter www.pfalz.ihk24.de, Nummer 417.

Text und Logo: Industrie- und Handelskammer für die Pfalz