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Baubeginn der neuen Hydrieranlage bei Haltermann Carless

Stefanie Seiler: "Eine mutige und richtige Entscheidung, die neue Anlage in Speyer zu bauen "

Henrik Krüpper, einer der zwei Geschäftsführer der Haltermann Carless Deutschland GmbH

v.l.: Dr. Sascha Rulhoff und René Tessmann

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler

Henrik Krüpper überreicht der Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und der Bürgermeisterin Monika Kabs einen großen Blumenstrauß

Symbolischer Spatenstich für die neue Hydrieranlage

bk.Speyer.  Henrik Krüpper, einer der zwei Geschäftsführer der Haltermann Carless Deutschland GmbH übernahm die Begrüßung der Gäste, unter anderem Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Bürgermeisterin Monika Kabs und den Stadtfeuerwehrinspektor der Stadt Speyer, Michael Hopp. Er betonte, wie geehrt sich die Firma fühlt, so viele  Gäste aus der lokalen Politik, Vertreter der Behörden und chemischen Verbände, der Feuerwehr sowie Nachbarschaftsunternehmen begrüßen zu dürfen.

Die Firma Haltermann Carless ist ein internationales Chemieunternehmen mit rund 450 Mitarbeitern weltweit und sieben Produktionsstandorten in Deutschland (Speyer, Hamburg), Frankreich, England und den USA. Dabei ist die Firma führend in der Herstellung und Vermarktung von Kohlenwasserstoffspezialitäten.

Gegründet wurde Haltermann Carless bereits in der Zeit von Queen Victoria und feiert in diesem Jahr bereits  ihr 160-jähriges Bestehen. 1859 hat der Pionier Eugene Carless sein Unternehmen in England gegründet. 

Als mittelständisches Unternehmen sind sie auf Wachstumskurs: So konnten seit der Gründung der „neuen“ HCS Group im Jahre 2013 fast jedes Jahr Akquisitionen getätigt werden: 2014 der Erwerb von ETS mit Standorten in Frankreich und in den USA, Erwerb von Electrical Oil Services (EOS) in England im Jahre 2015, Gründung der Haltermann Carless Japan Godo Kaisha mit Sitz in Yokohama in 2017, Kauf der Unternehmen EES Scholz und Trafolube in Deutschland in 2018 bis hin zur Gründung der neuen US-Unternehmenszentrale in Troy, Michigan im Januar diesen Jahres.

Haltermann Carless ist ein Unternehmen mit einem strategischen Fokus auf Nischenanwendungen und -märkte. Kundennähe und Marktverständnis sorgen dafür, das die Firma sich erfolgreich gegenüber dem Wettbewerb positioniert. Wettbewerber sind z.B. Total, Shell und Excon.

Eine hohe Loyalität der Belegschaft gegenüber der Firma ist eines der Erfolgsrezepte. Lange  Betriebszugehörigkeit von dreißig oder vierzig Jahren ist keine Seltenheit und in der heutigen Zeit ein Novum.

Haltermann Carless ist mit 160 Jahren eines der der ältesten Chemieunternehmen der Welt. Die Namen der Gründer Eugene Carless (einem Chemiker aus Großbritannien) und Johann Haltermann (einem Kaufmann aus Hamburg) sind immer noch im Firmennamen. Der Standort in Speyer nimmt für Haltermann Carless eine strategisch wichtige Rolle ein; denn Speyer ist das geographische Zentrum Europas und verfügt über eine gute Verkehrsinfrastruktur. Das Werk ist ein umfangreicher Anlagenkomplex mit neun Destillationskolonnen, 175 Tanks, 600 Pumpen und dazu kilometerweise Rohrleitungen, die die einzelnen Anlagenteile auf dem rund 220.000 Quadratmeter großen Areal verbinden.

Und nun soll an diesem Standort die neue Produktionsanlage – die Hydrierung - in Betrieb genommen werden. Eine moderne Produktionsanlage auf dem neuesten Stand der Technik. 

investiert wird ein zweistelliger Millionen Betrag; dies ist die größte Investition in der neueren Geschichte der HCS Group, eine Investition in die Zukunft. Damit soll das Unternehmen weiter wachsen,  um den Bedürfnissen des Marktes nachkommen zu können und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Für den Standort in Speyer werden Arbeitsplätze gesichert. Und auch  die Stadt und die Region profitieren, da die Zusammenarbeit mit vielen lokalen Fachunternehmen bei der Instandhaltung oder Realisierung von Projekten erfolgt.

Mit ein Grund für diese Investition ist eine jahrzehntelange sehr enge, konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt und den Behörden, eine sehr gut funktionierende Infrastruktur mit starken Partnern und nicht zuletzt die einzigartigen Mitarbeiter, die diesen Standort tragen und auszeichnen. Henrik Krüpper sagt: "Durch alle Ebenen leben wir für unser Unternehmen! Wir sind Haltermänner."

Dr. Sascha Rulhoff, Leiter Technical Service & Development (TS&D) berichtete über Zahlen und Fakten. So werden in der neuen Dehydrieranlage über 450 t Stahl, 13 km Rohrleitung und 2.000 m3 Beton verbaut. Die Kapazität beträgt bis zu 100.000 t hydriertes Produkt - abhängig vom Einsatzmaterial. Und beeindruckend ist die Katalysatoroberfläche mit 721 Mio m - das entspricht  in etwa der Fläche von Hamburg.

Jetzt fragen Sie sich sicher wofür das alles. So ist der erzeugte Rohstoff Pentan der Grundstoff für Polymerschäume, die seit der "Verbannung" von FCKW das Treibmittel der Wahl sind. Druckfarbenöle enthielten früher ebenfalls viel mehr Aromaten, die trotz des netten Namens schädlich sind. Nun sind Niedrigaromaten gefragt.

Im Alltag begegnen uns die Produkte in Hochglanzkatalogen, in Kühlschränken und in Banknoten. Auch die Dämmung von Häusern können ebenso wie die Displays von Smartphones Komponenten der Firma Haltermann Carless enthalten.

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler bestätigte in ihrem Grußwort der Firma, vieles richtig gemacht zu haben. Haltermann Carless habe sich immer auf die wechselnden Marktanforderungen eingestellt und sei so stetig gewachsen. Die Stadt Speyer partizipiert an diesem Erfolg, weil sichere Arbeitsplätze entstanden sind.

"Von Speyer in die Welt" sei hier der Slogan. Sie freute sich über die mutige Entscheidung, die neue Anlage in Speyer zu bauen; diese Entscheidung sei zukunftsweisend und profitabel. Es sei wichtig, in Deutschland zu produzieren und nicht immer mehr Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Sie versprach Haltermann Carless, immer ein offenes Ohr für die Belange der Firma zu haben und kündete weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt an. Diese Zusammenarbeit findet in besonderem Maße auch zwischen der Werksfeuerwehr und der Feuerwehr der Stadt Speyer statt.

Und dann ging es in den strahlenden Sonnenschein zum ersten Spatenstich. Möge das ein gutes Omen für einen sicheren und unfallfreien Bau sein. Foto: pem

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