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»Vertreibung aus dem Paradies - Für Kultur und Nachtleben«

Die Initiative ›Speyer Kultur United‹ plant bereits weitere Aktionen und will so lange laut bleiben, bis eine Lösung gefunden ist.

Speyer. Am Samstag, den 11. September, demonstrierten ca. 450 Menschen unter dem Motto »Vertreibung aus dem Paradies - Für Kultur und Nachtleben« durch die Speyerer Innenstadt. Aufgerufen hatte die Initiative ›Speyer Kultur United‹ - eine Gruppe von Kulturschaffenden und Kulturinteressierten, die damit auf Konzertabsagen aufgrund von zwei Anwohnerbeschwerden im Paradiesgarten aufmerksam machen wollte.

Auftakt der Demo war am Altpörtel, wo die All-Star-Speyer-Marching-Demo-Band - bestehend aus zahlreichen Musikerinnen und Musiker - begannen den Song ›Kashmir‹ der britischen Band ›Led Zeppelin‹ zu spielen. Die Demonstranten zogen tanzend und musizierend unter dem Applaus von Passanten über die Maximilianstraße zur Alten Münze. Dort machte der Musiker Stefan Hering Cerin bei seiner Rede deutlich, dass der Protest nicht gegen die bestehenden pandemiebedingten Maßnahmen gerichtet sei: »Wir demonstrieren nicht gegen Corona-Vorschriften und haben bei der Demo alle Masken auf. Es geht uns um die Diskrepanz, was juristisch einklagbar ist und was die Mehrheit der Bürger will und für sich entscheidet.«

Es könne nicht sein, dass Kulturveranstaltungen leiser als ein Föhn sein sollen. Nach einem Dudelsack-Solo führte der weitere Weg der Demo durch die Salzgasse in die Altstadt zum Fischmarkt und weiter zum Abschluss auf den Holzmarkt. Auch ein kurz aufkommender Regenschauer konnte die gute Laune und das Engagement aller Beteiligten nicht schmälern. Jonas Wittner vom Kulturzentrum Eckpunkt hielt in seinem Redebeitrag fest, dass auch der Kulturbereich durch die Pandemie in Schwierigkeiten geriet und die Unterstützung der Stadt Speyer durch den Speyer Kultur Support-Fond wichtig und richtig gewesen sei, von Kultur aber nichts bleiben würde, wenn sie am Ende keine Orte mehr habe, an denen sie wirken könne. Unsere gelebte Kultur sei auch ein wichtiger Teil von dem, was uns ausmache und so forderte er: »Kultur ist für alle da!«

Unter den Teilnehmenden fanden sich neben Künstlerinnen und Künstler, sowie Kulturinteressierten auch Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Bürgermeisterin Monika Kabs, der Landtagsabgeordnete Michael Wagner und zahlreiche Stadträtinnen und Stadträte der demokratischen Parteien ein.

Die Veranstalter sehen die gutbesuchte Demo als Erfolg an. Der Musiker Mike Fehn dazu: »Die hohe Anzahl der sich aktiv beteiligenden Bürgerinnen und Bürger und die positiven Reaktionen der Passanten zeigte deutlich, wie wichtig unser Anliegen für die Stadtgesellschaft ist, Kultur auch weiterhin im innerstädtischen Raum für eine breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Ich sehe diese Demo als Kickoff für weitere Aktionen, um mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Stadt und auch dem Land in Austausch zu kommen.« Ein wichtiges Anliegen dabei sei eine vernünftige Genehmigungspraxis für Veranstaltungen in der Innenstadt, unter sachgerechter Abwägung der Rechte von Einzelnen und der Allgemeinheit.

Die Initiative ›Speyer Kultur United‹ plant bereits weitere Aktionen und will so lange laut bleiben, bis eine Lösung gefunden ist. 

Text: Sabrina Albers; Foto: Jennifer Motzkus