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Im Pfingstrosengarten in Lorsch ereignet sich täglich Neues

Der Tipp: Öfter vorbeischauen

Päonienblüte im Lorscher Lehr- und Schaugarten

Lorsch. Pfingstrosen sind richtige Drama Queens – alles an ihnen scheint extrem und hat in seiner Intensität in der Welt der Stauden wenig Parallelen. Sie brauchen extrem lange, bis sie zum ersten Mal blühen, sie haben eine extrem kurze jährliche Blütezeit, sie haben einen oft geradezu betörenden Duft, ihre Blüten sind die größten, die wir in der nördlichen Hemisphäre kennen. Und sie ziehen die Menschen geradezu magisch in ihren Bann.

All dies kann man jetzt im Lorscher Pfingstrosen Lehr- und Schaugarten beobachten, der einmal mehr zum Slow Motion Feuerwerk der Superblüher ansetzt. Täglich ereignen sich hier zur Zeit neue Farb- und Formexplosionen, faszinieren weitere der mittlerweile über 200 hier versammelten Arten und Sorten von Baumpäonien und staudigen Pfingstrosen, von Wild- und der Zuchtformen, mit ihrem verschwenderischen Blütenflor. Eröffnet wird das Blühspektakel von einigen Wildarten, vor allem aber von den großblütigen, zumeist asiatischen Baumpäonien. Sie verdanken ihre Bezeichnung ihren verholzten Stielen und Ästen. Dann folgen die staudigen Pfingstrose, die ihr Laub über Winter stets gänzlich einziehen. Ein wiederholter Besuch ab sofort mit Mitte Juni ist also jetzt mehr als empfehlenswert.

Der Garten, der sich rings um die Evangelische Kirche gegenüber des UNESCO Welterbes erstreckt, ist frei zugänglich und hat keine Öffnungszeiten. Gepflegt wird er seit seiner Eröffnung 2013 von ehrenamtlich Helfer*innen. Zur Zeit von einem fünfköpfigen Frauen-Team, dessen Leiterin, Petra Raulin, gerade in diesem Jahr ganz begeistert ist: „Der Garten ist jetzt in dem Zustand, wie ihn schon lange anstrebten. Außerdem stehen die Päonien in diesem Jahr ganz besonders kräftig und prächtig da. Es ist echt eine Wucht!“

Das Projekt ist eine erfolgreiche Kooperation zwischen der Stadt Lorsch als Impulsgeberin und Koordinatorin, der Evangelischen Gemeinde, die ihr Gelände zur Verfügung stellt und dem Heimat- und Kulturverein, dem das Gärtnerinnen-Team teilweise angehört. Eine Erweiterung des Gartens um die Päonien-Sammlung des 2010 verstorbenen griechischen Malers und Päonienzüchters Nassos Daphnis ist nach wie vor geplant. Es wäre ein weiteres und europaweites Alleinstellungsmarkmal für den Lorscher Garten, der seit diesem Jahr dem Netzwerk Pflanzensammlungen des Bundessortenamtes angehört und immer mehr Freund*innen findet.

Übrigens hat die „Königin der Kräuter“, wie die Griechen die Päonie nannten, auch eine sehr bescheidene Kehrseite: Pfingstrosen sind, einmal richtig gepflanzt, sehr genügsam und wollen über die Jahre vor allem eines: sich in Ruhe und dem ihnen eigenen Tempo entwickeln können. Nicht umsonst sagt man von Menschen, die Pfingstrosen züchten, sie wollten ein zweihundertjähriges Leben haben. Eben um die sich immer weiter steigernde Entwicklung der Stauden verfolgen zu können.

Ein wenig von dieser Zeit, die sich die Pflanze nimmt, sollten sich auch die Besucher*innen des Gartens gönnen und an diesem Ort tun, was heute so modern ist: entschleunigen. Auch die pittoreske Sandsteinkirche, die die Düne krönt, die einstmals zum heutigen UNESCO Welterbe Kloster Lorsch gehörte, lädt zu einem Besuch ein. Und sitzt man auf der Bank vor deren sonnenwarmen Mauern, so geschieht dies an der höchsten Erhebung der Stadt Lorsch mit einem wundervollen Welterbe- und Odenwaldblick.

Info-Kasten

Im Rahmen der Lorscher Frühlingstage mit Päonientagen und Bienen- und Dichterfestwerden ab dem 13. Mai ab 8 Uhr Pfingstrosen nach Bestellungen und solange der Vorrat reicht zum Verkauf angeboten. Unter www.lorsch.de/fruehlingstage können dann die käuflichen Pflanzen angeschaut, bestellt und nach Terminvergabe im Lorscher KULTour-Amt abgeholt werden.

Alle wichtigen diesbezügliche Informationen sowie eine Übersichtsseite über die angebotenen Pflanzen werden am 13. Mai ab 8 Uhr unter www.lorsch.de/fruehlingstage freigeschalten.

Auf der Homepage der Stadt Lorsch unter www.lorsch.de/fruehlingstage finden sich ab sofort auch alle relevanten Informationen zu der zweiwöchigen Aktionszeit der Lorscher Frühlingstage vom 10. – 24. Mai 2021 rings um Bienen, Blumen und Gedichte

Text und Bild: Pressestelle der Stadt Lorsch