Knick und knack wieder da?

Gendersprache in der Diskussion - auch bei uns?

Peter Müller

Was waren wir froh, dass mit der Erfindung der CD die Knick- und Knackgeräusche in der Musik endlich verschwunden waren. Und jetzt feiern diese in meinen Ohren unschönen und unnötigen Geräusche in unserer Sprache Auferstehung.

Was soll das? Wer bitte spricht im normalen Leben so - am Arbeitsplatz - in der Familie, oder auf der Straße? Sicherlich bewirkt Sprache auch unser Verhalten unseren Mitmenschen gegenüber. Aber nicht nur die Sprache, sondern auch unsere Akzeptanz oder Toleranz Anderen gegenüber - unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion. Da können in der Schriftsprache noch soviele "*" oder "I" oder ":" sein, die mehr trennen als vereinen. 

Es gibt wahrlich in den nächsten Monaten und Jahren genug Probleme, die unsere ganze Energie und Aufmerksamkeit verlangen, als diese hochgespielte geschlechterspezifische Unnötigkeit.

Der SPEYER-KURIER versteht sich von Anfang an als Mit-Mach-Zeitung, die täglich viele Meldungen von Vereinen, Organisationen, Kirchen, Parteien, Regierungen usw. erhält. Hier wird gegendert oder nicht, je nach Anschauung der Verfasser oder Autoren. Diese Artikel werden wir aus Respekt den Absendern gegenüber in "deren Sprache" auch weiterhin so veröffentlichen.

Für unsere Zeitung allerdings möchten wir von Genderformulierungen Abstand nehmen und die Sprache der Mehrheit unserer Leser veröffentlichen. Viele Mails haben uns in den letzten Wochen erreicht, sodass wir hiermit Stellung bezogen haben.

Es ist gut zu wissen, dass es in unserem Land auch namhafte Persönlichkeiten gibt, die zu diesem "Sprachenhype" ihre Meinung kundtun. Hier zwei interessante Beispiele:

Immer mehr Fachleute/Literatur/Sprache melden sich wegen Gendern – jetzt auch Elke Heidenreich

Köln. Am Gendern scheiden sich in der öffentlichen Debatte die Geister. Auch die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich hat eine klare Meinung zur gendergerechten Sprache – sie ist eine vehemente Gegnerin. „Grauenhaft, wenn ich das schon höre, diese Sprache. Das ist verlogen und es verhunzt die Sprache“ („Kölner Stadt-Anzeiger"). „Wenn ich Künstler sage, meine ich alle Menschen, die Künstler sind, auch die Frauen. Dieses feministische Betonen in der Sprache geht mir gegen den Strich“, so Heidenreich weiter.

Die Bestsellerautorin hält es zudem für falsch, in Büchern Änderungen vorzunehmen und etwa rassistische Begriffe zu ersetzen. Das sei überkorrekt und hysterisch. „Literatur nachträglich bereinigen geht gar nicht.“ Es sei völlig richtig, bestimmte Begriffe heute nicht mehr zu verwenden, Wörter hätten aber ihre Vergangenheit. „Ein Kinderbuch zu verändern und alles zu streichen, da stehen mir die Haare zu Berge. Bücher sind ein in sich geschlossenes Kunstwerk.“

Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland

oder Jan Fleischhauer, Kolumnist im RBB

..."Es geht um Schönheit der Sprache. Das ist eine ästhetische Frage.“

„Ich halte das Ganze für ein Eliteprogramm (…) und wenn wir rausgehen, das ist, wenn man so will, auch die tröstliche Nachricht auf die Straße, wo normale Leute reden. Die werden also, es sei denn, man zwingt die mit vorgehaltener Waffe, natürlich nie gendern in ihrer Sprache, weil es unserer Art des Sprechens so absolut zuwiderläuft, diesen Umweg zu gehen.“

Für die Redaktion

Peter Müller