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bigFM ehrt Integrationshelden

bigFM ehrt Judo-Sportverein Speyer mit Förderpreis Initiative für Integration

Mainz. Der Jugendsender bigFM hat zum achten Mal den jährlichen, landesweiten Förderpreis Initiative für Integration vergeben. Im Foyer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Mainz hat bigFM gemeinsam mit der Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Integrationsministerium, Dr. Christiane Rohleder, Personen geehrt, die sich für die Eingliederung von Zuwanderern in die Gesellschaft sowie für kulturelle Vielfalt, Offenheit und Toleranz stark machen. In diesem Jahr erreichten mehr als 200 Bewerbungen aus ganz Rheinland-Pfalz die Fachjury. Der mit 1.500 Euro Preisgeld dotierte erste Platz ging an die „AG Flüchtlingshilfe“ aus Bingen. Die ehrenamtliche „Integrative Kinder-Funkentanzgruppe“ aus Bad Neuenahr-Ahrweiler landete auf dem mit 1.000 Euro dotierten zweiten Platz. Platz drei und 500 Euro gingen an den „Integrativen Jugendvorstand“ des Judo-Sportvereins Speyer. 

„Ich bin begeistert von dem ehrenamtlichen Engagement der heute ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürger. Ihre Ideen und Ihre kreative Vielfalt zeigen, dass ein Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen möglich ist. Sie investieren viel Zeit und Mühe, um Zuwanderern die Eingliederung in unsere Gesellschaft und die Eingewöhnung in den Alltag zu erleichtern. Diese Menschen sind ein ganz wichtiger Motor dafür, dass Integration gelingt“, sagte Staatssekretärin Rohleder. 

Über eine gelungene Preisverleihung freute sich bigFM-Programmdirektor Patrick Morgan, der die Bedeutung des Preises hervorhob: „Die öffentliche Debatte um die Zuwanderung nach Deutschland und Europa wird seit Jahren emotionalisiert und verschärft geführt. Mit der Initiative für Integration würdigen wir Menschen und Ihre Projekte, die sich davon nicht abschrecken lassen – und ein positives Signal für friedliches Miteinander aussenden.“ 

Ulrich Dexheimer, Sprecher des ISB-Vorstands, betonte in seiner Begrüßungsrede den hohen Stellenwert der Initiative für Integration: „Als Förderbank von Rheinland-Pfalz sind uns Toleranz, Offenheit und Integration wichtig. Wir sind überzeugt, dass kulturelle Vielfalt sowohl unsere Gesellschaft als auch unsere Wirtschaft stark bereichern – und nicht zuletzt zu Innovationen und Wachstum beitragen. Deshalb setzen auch immer mehr rheinland-pfälzische Unternehmen auf internationale Fachkräfte.“ 

Als Liveacts sorgten bei der Preisverleihung die marokkanisch-deutsche Sängerin Namika und der Comedian Amir Shabazz für Begeisterung. Anschließend nahmen beide zusammen mit dem Autor Omar Khir Alanam an einer Talkrunde zum Thema Integration teil, bei der die Künstler die Bedeutung von Integrationsarbeit und sozialem Engagement betonten. Till Simoleit von bigFM moderierte die Veranstaltung.

Die Gewinner 2018:

Platz 1: AG Flüchtlingshilfe

Den mit 1.500 Euro Preisgeld dotierten ersten Platz erhielt die AG Flüchtlingshilfe aus Bingen. Die AG Flüchtlingshilfe besteht aus zehn ehrenamtlichen Schülern, die sich für ein Patenprogramm für Asylbewerber zusammengeschlossen haben. Jedem Asylbewerber werden zwei Schüler als Betreuer zugeteilt, die zusammen ihre Freizeit verbringen, bei Problemen helfen und die deutsche Sprache vermitteln. Neben gemeinsamen Kochabenden und Sammelaktionen unternehmen die Schüler Ausflüge  in die Natur oder ins Musical. Durch die Patenschaften werden Asylbewerber in Freundeskreise der Schüler miteinbezogen – und die Integration leichter ermöglicht.

 Platz 2: Integrative Kinder-Funkentanzgruppe

Die ehrenamtliche „Integrative Kinder-Funkentanzgruppe“ aus Bad Neuenahr-Ahrweiler landete auf dem mit 1.000 Euro Preisgeld dotierten zweiten Platz. Das Projekt kümmert sich um 45 Kinder zwischen vier und neun Jahren, die ehrenamtlich von den Betreuerinnen trainiert werden. Die Betreuerinnen kümmern sich um Kinder aus Syrien, Armenien, Iran, Irak, Bosnien, Südafrika, Türkei, Kosovo, Serbien, Kroatien und Polen – neben Kinder mit Lernbehinderung oder aus schwierigen Verhältnissen. Neben dem Tanz-Training organisiert die Initiative gemeinsame Feste und Ausflüge – und die Ehrenamtlichen helfen Familien bei Fragen oder Behördengängen. 

Platz 3: Integrativer Jugendvorstand des Sportvereins Speyer

Der Jugendvorstand des Judo-Sportvereins Speyer engagiert sich mit unterschiedlichen ehrenamtlichen Projekten für die Integration von Kindern und Jugendlichen – und erhält dafür Platz drei und 500 Euro. Im Jahr 2017 profitierten davon rund 200 Menschen mit Migrationshintergrund. Zwei Familien erhielten durch die besonders intensive Unterstützung eine Aufenthaltsgenehmigung – und sind nun selbst Teil des Vereins. Für das Projekt „Heimat JSV“ hat der Jugendvorstand ein Osterferienprogramm mit 40 Kindern und 10 Betreuern organisiert. Bei einem Heimat-und-Fremde-Spiel wurde Kindern spielerisch Offenheit und Toleranz vermittelt. Ein Beispiel für gelungene Integration ist Mahtab Rastin: Als Tochter türkischer Einwanderer kam sie mit acht Jahren zum Verein, trat später in den Jugendvorstand ein, verbrachte ihre Ferien mit deutschen Freunden und erhielt eine Lizenz zur Übungsleiterin. Mit der Hilfe des Vereins schaffte sie ihr Fachabitur und macht nun eine Ausbildung bei der Deutschen Rentenversicherung – und kümmert sich ehrenamtlich um Neuankömmlinge, die Hilfe benötigen. 

Die Auswahlkriterien:

Die Initiative für Integration zeichnet Integrationsprojekte oder Personen aus, die die Situation und das interkulturelle Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft in Rheinland-Pfalz nachhaltig fördern. Bewerben können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Vereinen, Verbänden, Schulen und Initiativgruppen aus dem Non-Profit-Bereich. Bewerbungen von Einzelpersonen sind ebenso möglich. Die Umsetzung kann zum Bewerbungszeitpunkt bereits erfolgt sein oder sich in der konkreten Planungsphase befinden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Themen aus den Bereichen Bildung und Ausbildung, Kultur, Musik, Sport oder anderen Sparten kommen. Projekte, bei denen Kinder und Jugendliche selbst aktiv mitgestalten, sind besonders willkommen. Text und Foto: BESTFALL GmbH