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Aggressiver Vertrieb beim Glasfaserausbau

Verbraucher sollten sich nicht an der Haustür unter Druck setzen lassen

  • Die Verbraucherzentrale erhält aktuell Beschwerden über Vertreter, die an der Haustür oder am Telefon Glasfaseranschluss-Verträge verkaufen wollen.
  • Oft wird der Vertrag zum Bau des Glasfaseranschlusses auch mit einem Nutzungsvertrag verbunden.
  • Verbraucher sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, sondern in Ruhe entscheiden.

VZ-RLP. Bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz melden sich in den letzten Monaten immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher, die mit teilweise sehr aggressiven Vertriebsmethoden an der Haustür zum Abschluss eines Glasfaser­ver­trages gedrängt werden.

„Grundsätzlich ist die Verlegung eines Glasfaseranschlusses ins Haus oder in die Wohnung eine sehr gute und vor allem sehr zukunftssichere Sache“, so Michael Gundall, Telekommunikations-Experte der Verbraucherzentrale. „Allerdings sollten sich Verbraucher nicht vorschnell an der Tür zu einem Abschluss drängen lassen“. Hintergrund ist, dass Vertriebsmitarbeiter meist Provisionen für abgeschlossene Verträge erhalten. Sie versuchen daher, von Haustür zu Haustür oder auch über das Telefon Verträge zu verkaufen.

Vor der Unterschrift eines solchen Vertrages sollten Verbraucher in Ruhe die Vertragsbedingungen prüfen können, insbesondere, wenn mit dem Bau des Glasfaseranschlusses auch gleichzeitig ein Versorgungsvertrag mit einem bestimmten Tarif abgeschlossen werden soll.

„Für den durchschnittlichen Verbraucher ist eine Bandbreite zwischen 100-300 Mbit/s heutzutage vollkommen ausreichend und selbst für eine Großfamilie reichen 400-500 Mbit/s vollkommen aus“, so Gundall. Natürlich sind bei Glasfaseranschlüssen auch höhere Geschwindigkeiten möglich, meist werden bis zu 1000 Mbit/s vermarktet. Bei der Auswahl eines Tarifes wird sehr oft damit geworben, dass man mehr Bandbreite zum gleichen Preis ausprobieren und später einfach auf einen „günstigeren“ Tarif wechseln könne. Allerdings besteht die Möglichkeit des Tarifwechsels nur im 12. Vertragsmonat. Die Anbieter setzen meist darauf, dass Nutzer den Wechsel vergessen. Wer den Zeitpunkt verpasst, tappt meist in eine Kosten­falle, weil Verbraucher dann für Tarife mit sehr hoher Bandbreite zahlen, die sie gar nicht benötigen. Auch bei Zusatzoptionen, wie Routermiete oder Sicherheits­paketen sollte genau aufgepasst werden, ob diese überhaupt notwendig sind. Daher sollten sich Verbraucher vor dem Vertragsschluss die Konditionen genau durchlesen und in Ruhe entscheiden.

Die Verbraucherzentrale hilft bei der Auswahl des richtigen Vertrages. Verbraucher können sich an das Infotelefon der Verbraucherzentrale unter (06131) 28 48-888 wenden (montags von 10 bis 16 Uhr) oder eine E-Mail an telekommunikation(at)nospamvz-rlp.de schreiben. Wer schlechte Erfahrungen mit den Vertriebsmethoden von Telekommunikationsanbietern gemacht hat, kann seine Beschwerden ebenfalls der Verbraucherzentrale melden.

Über die Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist eine anbieterunabhängige, überwiegend öffentlich finanzierte, gemeinnützige Organisation. Seit 60 Jahren informiert, berät und unterstützt sie Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums und vertritt Verbraucherinteressen bei Politik, Unternehmen und Verbänden. Die Verbraucherzentrale hat 19 Mitgliedsverbände und rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vorstand ist Ulrike von der Lühe.

Arbeitsschwerpunkte sind Digitales und Verbraucherrecht, Versicherungen und Finanzdienstleistungen, Energie und Bauen, Lebensmittel und Ernährung sowie Gesundheit und Pflege. Anlaufstellen für persönliche Beratung sind sechs Beratungsstellen und acht Stützpunkte in Rheinland-Pfalz. Ratsuchende können sich auch telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Unter www.verbraucherzentrale-rlp.de bietet die Verbraucherzentrale vielfältige Informationen und Musterbriefe. Sie meldet sich auch auf Facebook und Twitter zu Wort.

Text und Logo: VZ-RLP