Land fördert Einrichtung einer Koordinierungsstelle Hospiz- und Palliativversorgung

Mainz. „Die Menschen in ihrer letzten Lebensphase haben ein Recht auf Sterben in Würde“, so Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Um die flächendeckende Verstärkung der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) zu forcieren, fördert das Land eine Koordinierungsstelle zur Hospiz- und Palliativversorgung, die derzeit durch den Hospiz- und Palliativverband Rheinland-Pfalz eingerichtet wird. Mit dieser Förderung in Höhe von 57.750 Euro für das erste Jahr wird das Land die hospizlichen und palliativen Versorgungsstrukturen stärker begleiten. Die Koordinierungsstelle soll nicht zuletzt den gestiegenen Koordinierungs- und Beratungsbedarf bei den Leistungserbringern der SAPV decken.

„Wir können den schwerstkranken und sterbenden Menschen in Rheinland-Pfalz eine gute Versorgung bieten und verbessern diese Möglichkeiten fortwährend und konsequent. Die neue Landeskoordinierungsstelle wird auch zum Erhalt und zur Vernetzung der bestehenden Strukturen beitragen“, unterstrich Ministerin Bätzing-Lichtenthäler.

Das Land Rheinland-Pfalz hat als eines der ersten Bundesländer die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterzeichnet und trägt auch die im Rahmen des Charta-Prozesses entwickelten Handlungsempfehlungen mit. „Der im Rahmen des Charta-Prozesses geprägte Begriff der Letztverlässlichkeit beschreibt aus meiner Sicht sehr zutreffend die Bedürfnisse der Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Nämlich, dass sie, wenn der Tod naht, auf Strukturen bauen können, die ihnen ein Sterben in Würde ermöglichen. Auf Menschen, die für sie da sind in diesen schweren Stunden, die sie nicht allein lassen und die sie begleiten bis zuletzt“, erklärte Bätzing-Lichtenthäler.

Schwerstkranken und sterbenden Menschen stehen verschiedene Versorgungsformen zur Verfügung: Ambulante und stationäre Hospize, palliative Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und durch die Krankenhäuser sowie die Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV). „Wir stehen in Rheinland-Pfalz beim Auf- und Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung wirklich gut da“, erklärte die Ministerin und wies zugleich darauf hin, dass die Mehrzahl der Menschen, nämlich ungefähr 80 Prozent, wünschen, in ihrer häuslichen Umgebung sterben zu können. „Genau aus diesem Grund ist dem Ausbau der ambulanten Versorgungsstrukturen stets Vorrang zu geben. Die Politik hat diesen Wunsch zu respektieren“, betonte Bätzing-Lichtenthäler.

Die Ministerin unterstreicht das Engagement des Landes für die Hospiz- und Palliativ-versorgung auch durch den 2. Rheinland-pfälzischen Hospiz- und Palliativtag, für den sie die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Veranstaltung findet am 6. Juni 2018 in Mainz statt. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung der Hospiz- und Palliativarbeit.

Text: MSAGD RLP, Pressestelle