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Corona-Impfung in Schulen

Das MVZ Professor Haupt und Kollegen engagiert sich seit Beginn der Praxisimpfungen bei den Impfungen.

Speyer. Während der Impfstoff lange Zeit Mangelware war, sind wir nun in einer Phase, bei der eher die Problematik besteht, dass Impftermine in relevantem Maße nicht wahrgenommen werden. Noch vor 2 Wochen konnten beispielsweise nur wenige Dosen des Impfstoffs Comirnaty von Biontech für Erstimpfungen bestellt werden. Nun ist dies in unbegrenzter Menge möglich. Aufgrund der vielen nicht wahrgenommenen Termine haben wir in dieser Woche erstmals keinen Impfstoff bestellt, bekommen sogar Impfstoff von Kollegen, die darauf „sitzen bleiben“.

Gleichzeitig haben wir die Sorge, dass die Pandemie keinesfalls beendet ist, und eine weitere Welle wahrscheinlich von der Delta-Variante geprägt sein wird. Eine Impfung schützt zwar nicht komplett vor einer Infektion mit der Deltavariante, aber in sehr hohem Grad vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Entwicklungen in Ländern mit hoher Impfquote wie Israel oder auch Großbritannien zeigen, dass eine Infektion mit der Deltavariante im Wesentlichen durch die Ungeimpften getriggert wird, auch Kinder und Jugendliche gehören zu den Beförderern der Infektionen. Daher macht es aus unserer Sicht rein epidemiologisch Sinn, auch Kinder und Jugendliche zu impfen.

Es gilt aber nicht nur epidemiologisch abzuwägen, sondern ganz besonders bei Kindern und Jugendlichen den individuellen Nutzen und das Risiko abzuwägen. Das hat die ständige Impfkommission getan und eine Empfehlung für die Impfung von Minderjährigen bei bestimmten Vorerkrankungen, wenn es gefährdete Personen im Umfeld gibt, die sich selbst nicht schützen können und bei mit arbeitsbedingt erhöhtem Expositionsrisiko gegeben. Sie hat aber auch klargestellt, dass die Impfung mit Comirnaty bei 12- bis 17-Jährigen auf Wunsch der Eltern bzw. der Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklärung angeboten werden kann.

Die Idee in einer Schule zu impfen, wurde schon vor einiger Zeit aus der Elternschaft an uns herangetragen. Aufgrund der damaligen Impfstoffsituation war das jedoch nicht möglich. Wir haben diese Idee nun aufgegriffen und planen Impfungen im HansPurrmann-Gymnasium (HPG) am 09.07.2021 für mehrere Schulen und in der Berufsbildenden Schule (BBS) in Speyer am 15.07.2021 anzubieten. Ziel ist es, dass das Angebot alle Schulen erreicht. Die Zweitimpfung wird in den Ferien erfolgen, so dass die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zu Schuljahresbeginn über einen Impfschutz verfügen.

Voraussetzung über die Stiko-Stellungnahme hinaus ist für uns zusätzlich der Wunsch der Kinder und Jugendlichen. Gerade aus dieser Gruppe häufen sich in letzter Zeit die Impfanfragen – und diese Termine werden auch zu 100 % wahrgenommen.

Kinder und Jugendliche sind wesentliche Leidtragende der Pandemie. Sie haben viel gegeben. Das Angebot der Schulimpfungen, das auch auf weitere Schulen ausgeweitet werden kann, soll dazu beitragen, dass dies in einer weiteren Welle zumindest abgemildert wird. Vielleicht lässt sich damit ein Kanon aus Home-Schooling, Wechselunterricht und Maskenpflicht und die damit verbundenen – auch psychischen – Belastungen verhindern.

Gerald Haupt, Pressemitteilung