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Toter Winkel-Aufkleber für Frankreich

Fahrzeuge über 3,5 Tonnen benötigen Toter Winkel-Aufkleber in Frankreich

Toter Winkel Aufkleber Frankreich für Wohnmobil und Wohnwagen

So bringt man die Toter-Winkel-Aufkleber am Wohnmobil an

Beispielhafte Darstellung der toten Winkel bei Wohnmobilen. Je nach Modell können diese anders gelegen sein und auch vor / hinter dem Fahrzeug auftreten

Isny. Wer mit einem Reisemobil, das die zulässige Gesamtmasse von 3,5 Tonnen überschreitet und durch Frankreich fahren möchte, benötigt seit Beginn des Jahres spezielle Aufkleber: Die „Toter Winkel Aufkleber“ Frankreich. Diese müssen an den Seiten und am Heck angebracht werden und sollen den anderen Verkehrsteilnehmern verdeutlichen, welche Bereiche sich für den Fahrer des Wohnmobils im sogenannten „Toten Winkel“ befinden. Wer gegen diese neue Pflicht verstößt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 750 Euro rechnen. In dem entsprechenden gesetzlichen Erlass sind alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen genannt, somit gehören auch Wohnmobile, die diese Gewichtsgrenze überschreiten, dazu und müssen also mit drei Aufkleber oder Schilder versehen werden, wenn sie nach oder durch Frankreich fahren. Diese speziellen Aufkleber/Beschilderungen können inzwischen an grenznahen Tankstellen oder auch online erworben werden. Fahrern von Wohnmobilen empfehlen wir die Aufkleber mit Bus-Symbol mit der Warnaufschrift „Attention – Angle Morts“, die mindestens 25 cm hoch und 17 cm breit sind.

Hier Toter-Winkel-Aufkleber selber ausdrucken kostenlos (Bus)

Hier Toter Winkel Aufkleber selber ausdrucken kostenlos (LKW)

 

Wo müssen die „toter Winkel“-Aufkleber am Wohnmobil angebracht werden?

Toter Winkel Aufkleber Frankreich für Wohnmobil und Wohnwagen

Sofern es möglich ist, muss dabei der Heckaufkleber in einer Höhe zwischen 90 und 150 cm (vom Boden ausgemessen) an der rechten Seite des Fahrzeughecks angebracht werden. Zwei weitere Aufkleber sind jeweils rechts und links an den Fahrerhausseiten innerhalb des ersten Meters von der Front ebenfalls in einer Höhe von 90 bis 150 cm anzubringen. Sollte dies technisch nicht möglich sein, weil sonst das Kennzeichen oder eine andere vorgeschriebene Beschriftung am Fahrzeug nicht mehr sichtbar wären, dann sollte die Beschilderung so erfolgen, dass sie der Vorschrift am nächsten kommt. Allerdings nur bis zu einer maximalen Höhe von 210 cm vom Boden ausgemessen. Die neue Vorschrift trifft nicht auf Gespanne zu, sondern gilt einzig für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, auch wenn das Gesamtgewicht des Gespanns diese Gewichtsgrenze überschreitet. Dethleffs Wohnmobil-Modelle, bei denen die zulässige Gesamtmasse serienmäßig über 3,5 t liegt sind der Esprit, ALPA, XXL A/I und XLi Edition 90. Davon bringen der ALPA I, ALPA A 9820-2, XXL A und I sowie das Jubiläumsmodell XLi Edition 90 bereits ohne zusätzliche Beladung mehr als 4 t auf die Waage.

Der schwerste Wohnwagen ist übrigens der Dethleffs Beduin Scandinavia, der mit seinen 2025 kg Masse in fahrbarem Zustand demnach nicht unter dies Vorschrift der Toten-Winkel Aufkleber für Frankreich fällt.

Toter Winkel – Versteckte Gefahr

In der Fahrschule bekamen wir schon eingebläut, dass unsere Rückspiegel beim Überholen, Beschleunigen oder Abbiegen allein zur Gefahrenvermeidung nicht ausreichen. Der Schulterblick muss sein, um den Bereich, den die Spiegel nicht erfassen, einsehen zu können. Wir alle haben sicher schon mal die Situation erlebt, dass wir auf der Autobahn ein langsameres Fahrzeug überholen wollten und vor dem Überholmanöver beim Blick in alle Spiegel vermeintlich freie Sicht hatten. Der Schulterblick nach links jedoch offenbarte dann ein Auto in der Nebenspur. Dieses Erlebnis vergisst man nicht so schnell und spätestes ab diesem Punkt wird klar, warum uns der Fahrschullehrer das vergessene Umblicken nie durchgehen ließ.

Je größer das Fahrzeug, desto größer ist auch der Bereich, der trotz Rückspiegeln, aber auch mit bloßem Auge, nicht eingesehen werden kann. Vor allem dann nicht, wenn das Heck fensterlos ist. Je nach Größe des Fahrzeugs wird auch der Bereich vor dem Vehikel, der durch die Fahrzeugfront verdeckt ist, immer größer. Diese nicht einsehbaren Bereiche – seitlich, hinter, aber auch vor dem Fahrzeug – nennt man tote Winkel, auf Französisch: „Angles Morts“.

Schutz vor totem Winkel – nicht nur durch Aufkleber, sondern auch durch Achtsamkeit

Vor allem für Fußgänger, Radfahrer, aber auch Autofahrer können die Bereiche des toten Winkels sehr gefährlich sein, weil sie so vom Fahrer überhaupt nicht gesehen und dadurch schwer verletzt werden können. Deshalb wird Kindern beim sogenannten „Fahrrad-Führerschein“, den diese meist in der 4. Klasse erwerben, genau erklärt, warum sie beim rechts oder links abbiegen, niemals in der gleichen Spur neben einem Fahrzeug stehen sollten. Gerade Radfahrer, aber auch Fußgänger, sind durch rechts abbiegende Lkw besonders stark gefährdet. Wenn man sich klarmacht, dass die Sicht des Fahrers durch den toten Winkel eingeschränkt ist, kann man viele Unfälle vermeiden und sich schützen. Deshalb: An der roten Ampel immer hinter einem Lkw warten. Beste Tipps: vorausschauen, mitdenken, umsichtig handeln, lieber auf das eigene Vorrecht verzichten, genügend Abstand halten und vor allem an die anderen, schwächeren Verkehrsteilnehmer denken. Also, lieber einmal mehr umschauen und so Unfälle vermeiden.

Ein Artikel von Anita Lorenscheit; Foto: Dethleffs