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Ist für den Hausboot-Urlaub ein Führerschein nötig?

Katharina N. aus Füssen: Wir planen, im Urlaub ein Hausboot zu mieten. Brauchen wir für das Navigieren des Bootes bestimmte Vorkenntnisse oder sogar einen extra Führerschein?

Birgit Dreyer, Expertin der ERGO Reiseversicherung:

Ein Hausboot zu steuern, ist nicht schwer. Vorkenntnisse können natürlich nicht schaden, aber auch ungeübte Urlauber schaffen das. In Deutschland ist für Boote von maximal 15 m Länge und höchstens 15 PS auf den meisten Binnengewässern kein Bootsführerschein notwendig. Seit 2000 ist aber eine sogenannte Charterbescheinigung Pflicht. Diese erhalten Hobbykapitäne nach einer mindestens dreistündigen theoretischen und praktischen Einweisung durch das Charterunternehmen. Die Einweisung beinhaltet unter anderem Übungen zum Ab- und Anlegen sowie einen Überblick der zu befahrenden Wasserwege oder Seen und der dort geltenden Verkehrsregeln.

Mit der Bescheinigung in der Tasche können die Urlauber dann im jeweiligen Charterrevier in See stechen. Sie gilt jedoch nur begrenzt und muss bei jedem Hausboot-Urlaub neu erworben werden. Auch in anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Frankreich, Polen oder den Niederlanden ist ein Urlaub im Hausboot ohne Bootsführerschein möglich. Eine Charterbescheinigung ist nicht erforderlich, dennoch erhält der Mieter auch dort vor dem Ablegen eine Einweisung. Auch die erlaubten Maximallängen oder Höchstgeschwindigkeiten können sich unterscheiden. Daher sollten sich Urlauber vorab über die jeweils geltenden Regeln informieren.

Text und Foto: ERGO Group