27. Dezember 1571: Astronom Johannes Kepler wird geboren

Astronom, Physiker, kaiserlicher Mathematiker – der gebürtige „Weil der Städter“ war ein Genie. Im Kloster Maulbronn drückte der weltbekannte Denker einst die Schulbank.

Johannes Kepler (1571‒1630), Porträt von Jakob van der Heyden, um 1620 Bildrechte: Universitätsbibliothek Heidelberg,

Kloster Maulbronn Brunnenhaus im Winter Foto SSG Petra Mohr

Ein Ausnahmetalent

Er zählt zu den bekanntesten Denkern der Welt: Johannes Kepler. Straßen, Schulen und ein Weltraumteleskop der NASA sind nach dem deutschen Astronomen benannt. Auch im Klostermuseum Maulbronn gedenkt man dem großen Wissenschaftler – schließlich ist er mit dem Kloster eng verbunden: Er ist nämlich ein „Maulbronner Kopf“. Als Schüler wurde Kepler in den altehrwürdigen Mauern von Kloster Maulbronn intensiv auf sein Studium vorbereitet. Heute, vor genau 450 Jahren, kam er am 27. Dezember 1571 in der Reichsstadt Weil der Stadt zur Welt.

Körperlich schwach, aber begabt und klug

Kepler wurde in arme Verhältnisse geboren. Sein Vater Heinrich hatte als Händler keinen großen Erfolg. Mehrmals ließ er seine Familie zurück, um sich als Söldner im Ausland zu verdingen. Johannes kam als Frühgeburt zur Welt und galt als schwaches Kind. Er erkrankte 1575 zudem schwer an Pocken und erblindete fast. Sein ganzes Leben lang litt Kepler unter schlechtem Sehvermögen. Aber er war begabt und klug – und das zahlte sich aus. Kepler besuchte einige Jahre die Lateinschule im württembergischen Leonberg und im badischen Ellmendingen. 1583 bestand er das schwierige württembergische Landexamen. Im darauffolgenden Jahr wurde er in die evangelische Klosterschule Adelberg aufgenommen. Von dort wechselte er 1586 in die höhere Klosterschule nach Maulbronn.

Eine hochmoderne Einrichtung

Die württembergischen Klosterschulen waren hochmodern und erst wenige Jahrzehnte alt. Das Klosterschulsystem bot erstmals auch Kindern aus ärmeren Familien die Möglichkeit, eine höhere Schulbildung zu erlangen. Die klügsten Köpfe Württembergs und der umliegenden Gebiete wurden zu Stipendiaten, die im Kloster lebten und lernten. Jedoch unter einer Bedingung: Die Schüler verpflichteten sich, anschließend in Tübingen Theologie zu studieren und später Pfarrer oder Lehrer zu werden. Strenge Disziplin und Erfolgsdruck prägten den Schulalltag. Die Klosterschüler zählten zur geistigen Elite Württembergs. Bis heute führt das Evangelische Seminar Maulbronn die damals in der Reformation begründete Schultradition fort. Noch immer leben und lernen Schülerinnen und Schüler in den geschichtsträchtigen Klostermauern.

Beeindruckende Laufbahn

1589 begann Kepler sein Studium in Tübingen. Dort hörte er auch Vorlesungen über Mathematik und Astronomie – und lernte so das heliozentrische Weltbild von Nikolaus Kopernikus kennen. Der Gedanke von Kopernikus (1473‒1543) war revolutionär: Das Zentrum des Universums sei nicht die Erde, sondern die Sonne. 1591 erreichte Kepler den Grad des Magisters. Doch als Theologe oder Pfarrer arbeitete er nie. Stattdessen wurde er Mathematiker. 1594 zog er nach Graz, um dort am protestantischen Gymnasium Mathematik zu unterrichten. Eine enorme Karriere begann: Neun Jahre später wurde er Mathematiker des Kaisers Rudolf II. in Prag. Ab 1612 arbeitete Kepler zusätzlich als Landschaftsmathematiker in Linz.

Einfluss auf die Nachwelt

In der österreichischen Stadt entdeckte er 1618 bei der Untersuchung der Umlaufbahn des Mars, die Gesetzmäßigkeit, die der Bewegung zugrunde lag. Bis heute ist die Regel bekannt als das dritte Keplersche Gesetz. 1619 veröffentlichte er seine Entdeckungen im Werk „Harmonices mundi libri V“, das im Deutschen „Fünf Bücher zur Harmonik der Welt“ heißt. Kepler sprach in diesem Werk von einem harmonischen Gesetz. Er meinte damit eine musikalische Harmonie, die Gott im Sonnensystem verewigt habe. Die von Kepler gemachten Entdeckungen – die Keplerschen Gesetze – sind bis heute von grundlegender Bedeutung für die Astronomie.

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Text: SSG BW