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Langjähriger Volksbank-Vorstand und Vorsitzender Verein Feuerbachhaus verstorben

Wolfgang Noe erwarb sich als Finanzfachmann und Förderer von Kunst und Kultur großes Ansehen

Speyer. Wolfgang Noe, ehemaliger Vorstandssprecher der Volksbank Speyer und langjähriger Vorsitzender des Vereins Feuerbachhaus, ist tot. Der Zeit seines Lebens engagierte Wahlpfälzer verstarb nach einem längeren Leiden am 25. Dezember in seinem Römerberger Wohnhaus. Mit Wolfgang Noe hat Speyer eine prägende Persönlichkeit verloren, die vor allem in Speyer, aber auch über die Grenzen der Domstadt hinaus Akzente setzte. Sein besonderes Augenmerk galt wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Belangen. Für seine Verdienste um die Gesellschaft wurde der nunmehr Verstorbene am 27. Juli 2004 vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Er war auch Träger der Ehrennadel der Stadt Speyer.

Am 22. Juli 1938 in Cochem an der Mosel geboren, trat Noe nach dem Abitur und einer ersten Tätigkeit als Bevollmächtigter der Volksbank Lörrach am 1. September 1968 als stellvertretendes Vorstandsmitglied in die Volksbank Speyer ein, wo er sich zum Sprecher des Vorstandes hoch arbeitete. Eine Führungsfunktion, die er von 1985 bis zu seiner Zurruhesetzung im Jahre 2001 bekleidete. Seine Erfolgsbilanz beeindruckt noch im Nachhinein. So teilte der heutige Vorstandssprecher Rudolf Müller auf Anfrage mit, dass die Bilanz der damaligen Volksbank Speyer bei Noes Amtsantritt eine Summe von 100 Millionen Mark ausgewiesen habe und bis zu seinem Ausscheiden auf 1,2 Milliarden Euro angewachsen sei.

Das sagt viel aus über das Engagement und Fachkönnen von Wolfgang Noe, der ein Bankfachmann mit Leib und Seele war und viel Vertrauen genoss. Was sich unter anderem bei mehreren Fusionen auszahlte, mit der Noe die Position des Speyerer Geldinstitutes stärkte. In seine Zeit fallen Fusionen mit der Raiffeisenbank Speyer-West, Raiffeisenbank Römerberg, Volksbank Neustadt, Raiffeisenbank Haßloch und die Dreierfusion mit der Volksbank Hockenheim, aus der die Volksbank Speyer-Neustadt-Hockenheim hervorging. Bereits seinen Ruhestand genießen konnte Wolfgang Noe, als „sein“ Geldinstitut 2007 in Volksbank Kur-und Rheinpfalz und nach dem 2019 erfolgten Zusammenschluss mit der RV Bank Rhein-Haardt in Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz umbenannt wurde.

Ruhestand war für Noe nicht gleichbedeutend mit Stillstand. Schon während seiner aktiven Zeit engagierte er sich im Lions Club Speyer, beim Dombauverein, im Verkehrsverein  und als Vorstand im Kunstverein. Er war zudem Mitgründer der Johann Joachim Becher-Gesellschaft, die sich in Erinnerung an den in Speyer geborenen Vielfachgelehrten (1635 bis 1682) zum Ziel gesetzt hat, den Austausch von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Gesellschaft und Politik zu fördern. Mitgliedschaften, die erst mit Noes Ableben endeten. Er sponserte zudem heimatgeschichtliche und historische Veröffentlichungen und förderte die Internationalen Musiktage Dom zu Speyer. Unvergessen auch, das er lange Jahre die Geschicke des Künstlerhauses Edenkoben als Vorstandsmitglied begleitete.

Das die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz nicht nur als Geldinstitut, sondern auch als Förderer von Kunst und Kultur einen hervorragenden Ruf genießt und Künstlern bis heute mit wechselnden Ausstellungen eine Plattform bietet, ist in hohem Maße ebenfalls Noe zu verdanken. Großartige Unterstützung leistete er ferner zur Rettung des Purrmann-Hauses, das mit seiner Hilfe restauriert und als Museum und Gedenkstätte eingerichtet wurde. Noe war außerdem einer der treibenden Kräfte zum Erhalt des Ende der 1960er Jahre vom Abriss bedrohten Geburtshauses des Speyerer Malers Anselm Feuerbach (1829 bis 1880). Mit gleichgesinnten Bürgern gründete er 1971 den Verein Feuerbachhaus, den er 23 Jahre als Vorsitzender leitete und für seine Verdienste 2014 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Auch hier wurde seine Vision von einem heute nicht mehr wegzudenkenden kulturellen Kleinod Realität. Zu den besonderen Erinnerungen an diese Zeit zählt die im April 2014 erfolgte Schenkung eines Feuerbachgemäldes von 1854 im Wert von circa 60000 Euro, das Noe aus den Händen des Kulturförderers Dr. Berthold Roland von der Ike und Berthold Roland-Stiftung für das Museum des Hauses entgegen nahm.

Vermissen werden ihn auch Freunde und Bekannte, mit denen der passionierte Wanderer nicht nur im geliebten Schwarzwald unterwegs war, sondern nach Santiago de Compostela und auf dem Franziskusweg von Assisi nach Rom pilgerte. Wolfgang Noe hinterlässt Ehefrau, eine Tochter, zwei Söhne und acht Enkel. Die Beisetzung findet im Familienkreis auf dem Friedhof in Berghausen statt.

Text: mey; Foto:Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz eG-Klaus Venus