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"Geld und Leben" Wirtschaftsforum der Volksbank Kur- und Rheinpfalz

Vorstandssprecher Rudolf Müller begrüßte hochkarätige Gäste in der Stadthalle - Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim und den Kabarettisten Vince Ebert

Bundesministerin Julia KLöckner

Vorstandssprecher Rudolf Müller

Kabarettist Vince Ebert

spk.Speyer. Rudolf Müller, Vorstandssprecher der Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG, hob im Raiffeisenjahr 2018 die ungebrochene Kraft der Ideen des Vordenkers des Genossenschaftswesens hervor. Der 200. Geburtstag Friedrich Wilhelm Raiffeisens biete die Plattform, auf die Möglichkeiten seiner Ideen auch jenseits der Bankenwelt aufmerksam zu machen: „Ihre Genossenschaftsbank versteht sich nicht nur als Garant für einen funktionierenden regionalen Wirtschaftskreislauf. Wir verstehen uns auch als Impulsgeber für die Entwicklung unserer Heimat. Wir leisten unseren Beitrag, damit es sich hier gut leben lässt.“ Lesen Sie gesamte Rede am Ende des Berichts

Bundesministerin Julia Klöckner will mit „Bundesprogramm Ländliche Entwicklung“ Mobilität, Digitalisierung und Ehrenamt stärken

Zu einem Plädoyer für mehr Wertschätzung des hohen Lebensstandards in Deutschland hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, ihre Rede vor rund 500 Teilnehmern auf dem Wirtschaftsforum der rheinland-pfälzischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Stadthalle Speyer genutzt.

Bei der Veranstaltung zum Thema „Geld und Leben“ sagte sie: “Wir müssen die Wertigkeit von vielem erkennen, was unseren Alltag ausmacht. Wenn wir sonntags Tierwohl fordern, müssen wir Montag bis Samstag auch so einkaufen.“ Der Dürresommer habe das Interesse für landwirtschaftliche Produkte und die Menschen, die sie erwirtschaften geweckt. Trotz der extremen Wetteranomalie habe der Verbraucher nicht viel von den leeren Feldern der Landwirte bemerkt: „Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen, was für eine Errungenschaft das heutzutage ist – das ist Lebensqualität.“

Nach Angaben der Ministerin lebt über die Hälfte der deutschen Bürger in ländlichen Regionen – etwa 90 Prozent der Fläche seien ländlich geprägt. Es zeige sich ein sehr unterschiedliches Bild, auch in Rheinland-Pfalz: „Während einige Regionen einen starken Zuwachs haben – hier zum Beispiel der Rhein-Pfalz-Kreis – verlieren andere Landkreise viele Bürger, zum Beispiel der Landkreis Südwestpfalz.“ Um den Standort „Land“ zu erhalten, müsse dieser lebenswert bleiben.

Klöckner kündigte an, die Legislaturperiode zu nutzen, um neue Maßstäbe zu setzen: „Mit meinem Bundesprogramm ‚Ländliche Entwicklung‘ werde ich die Themen Mobilität, Digitalisierung und Ehrenamt aufgreifen, um konkrete Lösungsansätze zu erproben.“

Zum Zusammenhang zwischen Geld und Erfolg nahm Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH, Stellung. Der Erfolg seines Vereins sei nicht am Reißbrett geplant gewesen, betonte Görlich, der bis heute auch diverse Führungspositionen im Gesundheitssektor innehat. Zentral sei der richtige strategische Ansatz: „Man muss in einem Prozess zulassen, dass Fehler kommen. Rückschläge im Tagesgeschäft dürfen uns nicht von der Strategie abbringen.“
Die Lacher auf seiner Seite hatte Kabarettist Vince Ebert, bekannt u. a. als Moderator der ARD-Reihe „Wissen vor acht – Werkstatt“, in der er in weniger als drei Minuten physikalische Zusammenhänge erklärt. Er stellte sich als „der dritte deutsche Physiker nach Oskar Lafontaine und Angela Merkel vor, der sein Geld mit Kabarett und Comedy verdient.“ Auf ebenso unterhaltsame wie nachdenkliche Weise präsentierte er Gedanken über Erfolg und Zufall. Sein Fazit: „Kreativität braucht Schlendrian. Unternehmen, die nur auf Effizienz gedrillt sind, sind nicht veränderungsfähig.“

(Ergänzende Anmerkungen am Schluss des Artikels)

Rede des Vorstandssprechers der Volksbank Kur- und Rheinpfalz, Rudolf Müller  

Meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste

im Namen der Volksbanken und Raiffeisenbanken insbesondere von Rheinhessen bis in den Süden von Rheinland-Pfalz und natürlich unserer Volksbank Kur- und Rheinpfalz begrüße ich Sie sehr herzlich zum Wirtschaftsforum 2018. 

Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Ihnen einen kurzweiligen Abend hier in der Stadthalle in Speyer verbringen zu dürfen. Seien Sie mir alle herzlich willkommen.

Stellvertretend für alle Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft begrüße ich ganz herzlich unseren Oberbürgermeister Herrn Hansjörg Eger in Begleitung unserer Bürgermeisterin Frau Monika Kabs. Wir freuen uns über Ihre Anwesenheit.

Vom Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. begrüße ich sehr herzlich unseren heutigen Gastgeber und Veranstalter, die Herren Vorstände Siegfried Mehring und Ingmar Rega aus Frankfurt. Schön, dass Sie heute Abend bei uns sind. 

Die Wirtschaft wird vertreten durch den Präsidenten der Handwerkskammer Rheinhessen, Herrn Hans-Jörg Friese, dem Geschäftsführer der IHK-Pfalz, Herrn Dr. Tibor Müller sowie den Ehrenkreishandwerksmeister, unseren Herrn Hans Ziegle. Auch an Sie ein herzliches Willkommen.  

Ein besonderer Willkommensgruß geht an unsere Redner und Diskutanten: 

Sie ist nicht nur Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, sondern auch Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende. 

Wir dürfen stolz sein, dass sie heute unter uns ist, kurz vor einer entscheidenden Weichenstellung für ihre Partei und ganz Deutschland.

Begrüßen Sie mit mir mit einem großen Applaus Julia Klöckner

Liebe Frau Klöckner, herzlich Willkommen in Speyer. 

 An ihrer Seite sitzt ein wichtiger Mann, Mitglied des Landtages Rheinland-Pfalz, bei dem wir froh sind, dass er sein sprichwörtliches Format als Aufsichtsratsvorsitzender für unsere Bank einsetzt: Willkommen, lieber Reinhard Oelbermann!  

Er ist Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH und verantwortet die Geschicke der TSG-Profiabteilung. Seit seinem Studium der Volkswirtschafts- und Sportlehre sowie seiner Laufbahn als Torwart in der 3. Liga hat er bis heute auch diverse Führungspositionen im Gesundheitssektor inne. Herzlich willkommen Dr. Peter Görlich.

Lieber Herr Görlich, Ihr TSG-Hoffenheim hätte es verdient gehabt in der Champions-League zu überwintern, Ihre Jungs spielen einen atemberaubenden Tempofußball, welcher in Europa fast seines gleichen sucht. Sie können stolz sein auf Ihr Team und die unvergleichbare Entwicklung der TSG-Hoffenheim.

Er ist Diplom-Physiker und arbeitete einst als Consultant. Sein kabarettistisches Talent entdeckte er beim Halten von Power-PointPräsentationen – und machte es zum Beruf. Heute tritt er in verschiedenen TV-Sendungen auf, seit 2011 präsentiert er in der ARD die Sendung „Wissen vor acht – Werkstatt“. Man sagt ihm nach, er sei klug, provokant und witzig dazu – ein Mann mit hohem Unterhaltungswert, der die Ernsthaftigkeit nie untergräbt. 

Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir Vince Ebert! Herzlich Willkommen auch an Sie. 

Natürlich abschließend ein herzlicher Willkommensgruß an die Vertreter der Presse mit der Bitte um eine ausführliche Berichterstattung, wenn machbar, auf der 1. Seite.

Liebe Gäste, unser heutiges Motto lautet „Geld und Leben“. Darin steckt die Frage, welchen Einfluss Geld darauf hat, wie unser Leben aussieht.

Dazu zwei Gedanken: 

Erich Kästner sagte einmal: „Wenn man genug Geld hat, stellt sich der gute Ruf ganz von selbst ein.“ 

Das ist zwar etwas sarkastisch, aber im Kern nachvollziehbar: 

Aus Geld wird Geltung. 

Der zweite Gedanke ist das geflügelte Wort: „Handwerk hat goldenen Boden“. Vollständig lautet es aber: „Handwerk hat goldenen Boden, sprach der Weber, da schien ihm die Sonne in den leeren Brotbeutel.“ Das Sprichwort spiegelt die bittere Armut kleiner Handwerksmeister, vor allem der Weber, deren Beruf im 19. Jahrhundert schlicht durch Maschinen ersetzt wurde. 

Ein Thema, das im Zeitalter der Digitalisierung gerade wieder große Brisanz gewinnt. 

Wenn dein Beruf dein Leben ist, dein Beruf aber nicht mehr gebraucht wird – ist dann dein Leben wertlos – gilt es nichts?   

Wir sehen schon hier, dass unser Motto „Geld und Leben“ existenzielle - wichtige Fragen aufwirft, denen wir heute Abend nachspüren. 

Den Termin für dieses Wirtschaftsforum haben wir übrigens mit Bedacht gewählt: Heute vor 147 Jahren, am 4. Dezember 1871, wurde im Deutschen Reich die Goldmark zu 100 Pfennig als einheitliche Währung eingeführt. Wer hätte sich damals vorstellen können, dass wir einmal mit dem Euro als gemeinsamer europäischer Währung zahlen werden? 

Auch unsere Volksbank, wie auch in Worms und Landau oder Pirmasens, gab es damals schon. Die Währungen haben gewechselt, ihre Bank nicht. 

Wir sind immer noch da und tun unser Bestes, um die Menschen und Unternehmen in unserer Region, unsere Mitglieder, solidarisch und fair zu begleiten. 

Und wir stellen fest, dass der Bedarf an einem bodenständigen, in der Region verwurzelten Partner für alles Finanzielle heute noch genauso groß ist wie vor 150 Jahren.  

Meine Damen und Herren, wir sind eine Bank. 

Es wird sie kaum überraschen, wenn wir mit ihnen über Geld reden wollen.  

Aber zugleich ist es das Leben selbst, das uns als Bank umtreibt: 

Denn unsere Aufgabe ist es ja, die Kunden bei der Verwirklichung ihrer Ziele und Wünsche zu begleiten, zu beraten. 

Nach dem Verständnis der Volksbanken und Raiffeisenbanken sollte Geld zu diesem Zweck eingesetzt werden – und eben nicht als Selbstzweck. 

Den Zweck unseres Daseins verstehe ich darin, ein wie auch immer definiertes gutes Leben zu führen. 

Dass Geld dabei nur eine begrenzte Rolle spielt, sagt uns die Glücksforschung: 

Geld macht demnach nicht automatisch glücklich. 

Aber: Geld allein macht auch nicht unglücklich. 

Fragen wir nach dem direkten Zusammenhang von Glück und Geld, zeigt er sich nur bei der Deckung von Grundbedürfnissen, wie „genug zu essen“ oder „ein Dach über dem Kopf“. Jenseits dieser Schwelle reden wir dann eher von Sinnfragen. 

Hier im Saal sitzen über 400 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der mittelständischen Wirtschaft. Und ich bin überzeugt: Keiner von Ihnen wird sein unternehmerisches Engagement primär mit dem Ziel begründen, Geld zu verdienen. 

Politik, Gesellschaft und Arbeitnehmer profitieren von diesem Engagement. Doch die hier Anwesenden kennen den Preis: 

Als mittelständischer Unternehmer ist man auf verschiedenen Ebenen stark gefordert – sie haben Verantwortung für die Mitarbeiter, Sie müssen die wirtschaftliche Tragfähigkeit sichern, hohen bürokratischen Anforderungen genügen, mit dem großen Veränderungsdruck umgehen.   

Liebe Gäste, 

wie Sie wissen, ist die rheinland-pfälzische Wirtschaft mittelständisch geprägt: Rund 150.000 Unternehmen gehören zum Mittelstand. Über 95 % aller Betriebe sind Mittelstandsunternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten, über 80% sind Kleinstunternehmen. 

Sie sind in allen Wirtschaftsbereichen aktiv - von der traditionellen Dienstleistung bis zur High-Tech-Industrie. 

Kurz: Sie bilden die Basis der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und sie sind wichtige Arbeitgeber. 

Auch wir, die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Teil dieses Mittelstandes. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, dem Mittelstand eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Plattform zu bieten. 

Und deshalb haben wir Sie, unsere Kunden aus Industrie, Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Gewerbe und Freiberufler heute Abend eingeladen.           

Meine Damen und Herren,

die vor einem Jahrzehnt beginnende globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat vieles verändert, darunter auch die Sicht auf wirtschaftliches Handeln. Der Mittelstand wurde in der Vergangenheit von Politik und Öffentlichkeit häufig nicht so ernst genommen, wie Großunternehmen und Konzerne.

Trotzdem haben die kleinen und mittleren Unternehmen sich nicht von ihrer regionalen Verbundenheit, verantwortungsvollem Handeln und soliden Geschäftsmodellen abbringen lassen. 

Leider wird das bis heute oft nicht genügend honoriert: 

Eine Anfang Oktober publizierte Umfrage unter Mittelständlern hat gezeigt, dass sie sich vom Staat für ihre unternehmerische Arbeit und ihr gesellschaftliches Engagement nicht genügend respektiert fühlen. 

Ich bin überzeugt: Unser Land kann stolz sein auf seine Unternehmer, die Engagement und Verantwortung miteinander verbinden. Gerade in den familiengeführten Unternehmen wird das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns gelebt. Diese Tradition verbindet unser hiesiger Mittelstand mit viel Innovationskraft und der Bereitschaft zur Veränderung.       

Auch aktuell wird das Umfeld wieder dynamischer und komplexer: Wir erleben gerade eine Phase, in der die Verunsicherung unter Anlegern wieder wächst, nachdem die Aktienkurse und Immobilienpreise über Jahre nur nach oben gingen. Gleichzeitig bleibt Sparern, die angesichts der EZB0-Zinspolitik angemessene Renditen, z.B. für die Altersvorsorge anstreben, kaum eine Alternative zu Wertpapieren. 

Woher kommt die wachsende Verunsicherung der letzten Monate? 

An erster Stelle steht die Geopolitik: 

Wir leben in einer Zeit, in der Heerscharen von Politikern, Experten und Regierungsmitarbeitern mühsam Verträge über Abrüstung, Klimaschutz oder fairen Handel zu Wege bringen. Und dann kommt ein Tweet von Donald Trump. 

Es ist klar, dass eine faire, verlässliche Weltpolitik so nicht funktionieren kann. Und es gibt noch weitere Faktoren: 

Die Handelskonflikte mit China und der EU beeinträchtigen generell die Perspektiven unserer exportorientierten Volkswirtschaft. Erfreulicherweise sind nach dem G-20 Gipfel erste Zeichen der Entspannung erkennbar. Seit einiger Zeit blicken wir auch mit wachsender Sorge nach Italien. Aber auch die Wirtschaftskrise in der Türkei oder der Krisenherd Iran bringen weitere Unwägbarkeiten, die die Wachstumsdynamik bremsen können. 

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat demzufolge im November seine Wachstumsprognose für 2019 von 1,8 auf 1,5 Prozent 2019 gesenkt. Hoffen wir alle, dass es nur eine Wachstumsdelle ist.     

Angesichts der globalen Veränderungen wäre es umso wichtiger, die EU zu stärken – um unabhängiger von externen Schocks zu werden und international mehr Einfluss nehmen zu können. 

Leider scheint derzeit das Gegenteil der Fall zu sein - nicht nur wegen der schwer kalkulierbaren Auswirkungen des Brexits, der zum 29. März 2019 erfolgen soll. 

Dazu liegt jetzt ein Vertrag auf dem Tisch und ich teile da die Meinung von Bundeskanzlerin Merkel: Der Brexit ist an sich ein Debakel für Europa und besonders für die Briten selbst. Aber angesichts der Realitäten ist der Vertrag die bestmögliche Lösung. 

Besorgniserregend ist darüber hinaus der zunehmende Einfluss nationalistischer Populisten in den EU-Mitgliedsstaaten. 

Ich habe Italien schon erwähnt, aber auch viele andere Länder sind infiziert: Von Ungarn über Polen und Österreich bis Frankreich und seit Sonntag auch Spanien. 

Und auch bei uns in Deutschland hat der nationalistische Populismus eine politische Heimat gefunden. 

Wir leben von der freien Wirtschaft. 

Wir profitieren von Weltoffenheit. Nationaler Egoismus und Protektionismus gefährden nicht nur unsere Freiheit und damit unsere Lebensqualität, sondern belasten in erheblichem Maße die Wirtschaft. 

Kleinstaaterei ist ein Irrweg, den wir bereits überwunden haben und ich sehe keinen Grund, weshalb er eine Lösung für die Zukunft sein sollte.  

Insofern kann man nur hoffen, dass von den Europawahlen vom 23. bis zum 26. Mai 2019 ein Signal zur Stärkung der Kräfte der Mitte ausgeht.

Neben den Konsequenzen diesen politischen Strömungen wird uns auch der Megatrend Digitalisierung weiter in Atem halten: 

Sie verändert, wie schon erwähnt, unser Leben massiv, ein Ende ist nicht absehbar. Gleichzeitig wandelt sich durch die Demografie der Arbeitsmarkt zum Bewerbermarkt. 

Besonders der Mittelstand spürt den Fachkräftemangel. 

Unsere Unternehmen strengen sich gerade an, möglichen Mitarbeitern klar zu machen, warum es attraktiv ist, bei ihnen zu arbeiten. Nicht mehr umgekehrt. 

Das ist ein fundamentaler Paradigmenwechsel.  Entscheidend sind neben fairer Entlohnung u.a. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch

Fragen der allgemeinen Lebensqualität wie Angebote für Kultur, Gesundheit und Sport.           

Meine Damen und Herren,

wir befinden uns im Raiffeisenjahr 2018: Die Genossenschaftswelt nutzt den 200. Geburtstag Friedrich Wilhelm Raiffeisens nicht nur, um diesen großen Vordenker und Gestalter zu feiern. Sondern auch, um zu zeigen, welche tollen Möglichkeiten seine Ideen für die Gestaltung der Zukunft auch jenseits der Bankenwelt bereithalten. Ihre VR-Banken verstehen sich nicht nur als Garant für den funktionierenden regionalen Wirtschaftskreislauf. Wir verstehen uns auch als Impulsgeber für die Entwicklung unserer Heimat. Um den Bogen zum Beginn meiner Begrüßungsworte zu schlagen: Wir leisten unseren Beitrag, damit es sich hier gut leben lässt.   

Liebe Gäste, 

wir diskutieren heute Abend über Geld und Leben – das Thema hat viele Schichten und Facetten. Umso wichtiger, dass wir für die Diskussion eine versierte und kompetente Moderatorin gewinnen konnten! Ich freue mich, das Wirtschaftsforum in die Hände von Patricia Küll legen zu können. Sie ist uns wohlbekannt als Redakteurin und Moderatorin beim SWR Fernsehen. 

Herzlich Willkommen, liebe Frau Küll! 

Ihnen, liebe Gäste, wünsche ich gute Unterhaltung!

Danke.

Julia Klöckner: „Stadt-Land-Frust - dieses Gefühl muss der Vergangenheit angehören,“ sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin beim Wirtschaftsforum 2018 der Volksbanken Raiffeisenbanken in Speyer

 Im Rahmen des Wirtschaftsforums 2018 der Volksbanken Raiffeisenbanken am 4. Dezember in Speyer betont Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, wie wichtig es sei, bestehende Ungleichgewichte zwischen Stadt und Land abzubauen. 

 Julia Klöckner: „Der ländliche Raum muss mehr in den politischen und gesellschaftlichen Fokus rücken, aktuelle Entwicklungen dürfen wir nicht nur durch die urbane Brille betrachten. Die Wohnungsnot der Stadt heißt Leerstand auf dem Land. Vielerorts wird hier auch nicht über zu große Schulklassen diskutiert, sondern darüber, ob Schulen wegen Schülermangels überhaupt aufrechterhalten werden können. Und wenn wir über Digitalisierung reden, müssen wir uns vor Augen führen, dass es Regionen ohne verlässliches Mobilfunknetz gibt und die deshalb für mittelständische Unternehmen als Standort ausfallen. Die Bedürfnisse auf dem Land müssen wir stärken in den Blick nehmen, nüchtern und ohne Neiddebatte. Denn wenn wir in der Analyse einig sind, dann müssen wir in ländliche Räume in gleicher Höhe investieren wie in unsere Städte - gleichwertige Lebensverhältnisse müssen unser Ziel sein.“  

 Erreichen will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner diese mit passgenauen Lösungen: „Die jeweiligen lokalen Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich, diese müssen wir uns anschauen und ihnen gerecht werden. Was in Brandenburg funktioniert, muss nicht unbedingt im bayerischen Wald erfolgreich sein. Für individuelle und zielgerichtete Maßnahmen stehen im kommenden Jahr 150 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) für den Sonderrahmenplan Ländliche Entwicklung zur Verfügung. Eingesetzt habe ich mich zudem dafür, dass zusätzlich noch auf 70 Millionen Euro des Bundesprogramm Ländliche Entwicklung zurückgegriffen werden kann.“  

Hintergrund

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt sich aktiv für den Erhalt der Lebensqualität und der wirtschaftlichen Stabilität der ländlichen Regionen ein. Dienstleistungen vor Ort und regionale Nahversorgung sind dabei unerlässlich. Ein wichtiger Schritt war die Einrichtung der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ der Bundesregierung, in der seit September Experten von Bund, Ländern und Kommunen die Situation analysieren und an Lösungsvorschlägen arbeiten. Bundesministerin Julia Klöckner ist hier Co-Vorsitzende und hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie sich in dieser Rolle als Anwältin der ländlichen Regionen versteht.    

Nach der von Patricia Küll geschickt und informativ geleitete Diskussionsrunde griff Vorstandssprecher Rudolf Müller nochinemal zum Mikrofon:   

"Liebe Damen und Herren,

mit dem Thema Geld und Leben haben wir heute Abend einen großen Topf voller Gedanken, Perspektiven und Sichtweisen aufgemacht. Das war sehr inspirierend, interessant, kurzweilig und anregend – in meinem Fall und vielleicht auch ihrem Fall nicht nur für den Geist, sondern auch für den Magen. Daher freut es mich besonders, Sie nun einzuladen, sich mit uns im Foyer zu stärken und die Anregungen in persönlichen Gesprächen weiterzuführen. 

Ich danke unseren Gästen für ihre Beiträge und auch unserem gesamten Team für die Organisation! Bleiben Sie uns gewogen. Herzlichen Dank."    Foto: pem

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